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Transcribe Page - Marie Taylor to Lina Hansen, September 14, 1874

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page 1 [right hand]:

Cedarcroft, Sept. 14. 1874

Meine liebste Mutter!

Noch ist es mir wie ein Traum, daß ich wieder so weit von Dir ent= fernt u. hier bin; alles ist so altbekannt u. heimathlich u. doch so ganz anders. Wir kamen Freitag Abend hier an, bei einer Hitze, wie sie nicht schlimmer u. drückender im Juli ist. Die ganze Familie war wohl u. nur meiner Schwie= germutter sah man an, daß sie älter geworden. Glücklicherweise war auch das Dienstpersonal vollzählig u. sogar [roman:] Becky [/roman] hatte sich eingestellt uns zu be= willkommnen. Das Haus sieht nicht so schlimm aus wie ich gefürchtet, auch die Zimmer sind nicht so leer u. kahl, da ich meine besten Stücken den Schwie= gereltern überlassen hatte, mit denen sie nun zurückgekommen sind. Die Schlingpflanzen am Hause sind aber so gewuchert, daß sie die Fenster verdunkeln u. die Balkons gefährden; - Sie haben keine Schere gefühlt seit unserer Abreise. Auch die Terassen u. Blumenbeete sind total verwil= dert, weil es an pflegenden Händen gefehlt hat. Sonst aber schmücken die Gehölze u. Baumgruppen den Ort wie ehemals u. es ist u. bleibt schön hier. Die große Hitze hat seit gestern nachge= lassen, der Himmel ist bedeckt u. wir erwarten Regen, der den fußhohen Staub legen soll. Alles schmachtet danach. Bayard fand gleich bei seiner Ankunft in N. Y. daß er während seiner Abwesen=

page 4 [left hand]:

sobald wir Kuxhafen hinter uns ließen.; allein ich saß die ganze Zeit auf Deck u. spürte keine Anwandlung von Seekrankheit. Der Tag in [roman:] Havres [/roman] war ein prächtiger Sommertag. Wir gingen an Land, fuhren umher u. kauften schönes Obst ein. Den folgenden Tag aber veränderte sich der Himmel, es wurde windig mit ab u. zu Regen= schauer. Trotzdem konnte ich auf Deck blei= ben bis gegen 5 Uhr nachms. Das Meer wurde von da an hoch u. ging hoch bis zum Donnerstag der folgenden Woche. Es kamen dann ein paar sehr schöne sonnige, stille Tage. Sonntag Abend fühlte man kaum eine Bewegung des Schiffes. Die Sterne funkelten so herr= lich, es war so lau u. warm. Wir saßen bis spät auf Deck u. ich dachte an Euch Alle, auch an unsre lieben Dahinge= schiedenen. Die Jugend tanzte auf dem Deck nach der Drehorgel u. war vergnügt. Wir alle freuten uns über das herr= liche Wetter u. versprachen uns über= morgen Abend vor Neu = York zu liegen. Allein es sollte anders kommen. Um 5 Uhr des andern morgens fühlte ich bereits sehr unruhige Bewegungen des Schiffes. Um 6 Uhr blickte ich aus dem Fenster u. sah einen bleiernen Himmel u. ein zorniges Meer. Von da an stieg die Heftigkeit des Sturms mit jeder Minute. Es ließ mich nicht mehr im Bette; ich kleidete mich an, musste mich aber wieder hinlegen um nicht zu sehr umhergeworfen zu werden. Lilian u. Bayard, die mittlerweile auch aufge= standen waren, gingen hinauf in


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