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Marie Taylor to Lina Hansen, October 20, 1876

Marie Taylor to Lina Hansen, October 20, 1876, page 1 [right-hand side] and page 4 [left-hand side]

Revision as of Jan 12, 2020, 7:25:12 PM
edited by Dilla
Revision as of Mar 3, 2026, 11:15:45 PM
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N. Y. 142. E. 18th St.  Oct. 20. 1876
 
N. Y. 142. E. 18th St.  Oct. 20. 1876
  
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Sollte ich diesmal  
 
Sollte ich diesmal  
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keine Zeit finden, dir aus-
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keine Zeit finden, Dir ausführlich
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führlich zu schreiben, so nimmst  
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zu schreiben, so nimmst  
 
Du doch gewiß lieber mit wenigem
 
Du doch gewiß lieber mit wenigem
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vorlieb, als daß ich Dich über die Zeit
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vorlieb, als daß ich Dich über die Zeit
 
auf einen längeren Brief warten  
 
auf einen längeren Brief warten  
 
ließ. Vor allem muß ich Dir danken für
 
ließ. Vor allem muß ich Dir danken für
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Da Dein Leiden meistens von den Nerven
 
Da Dein Leiden meistens von den Nerven
 
herrührt, so wäre es vielleicht die erste
 
herrührt, so wäre es vielleicht die erste
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Bedingung für eine bei Dir einge-
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Bedingung für eine bei Dir einge=
 
tretene dauernde Besserung, wenn  
 
tretene dauernde Besserung, wenn  
 
Du selber mehr Muth hättest u. nicht
 
Du selber mehr Muth hättest u. nicht
 
von vorn herein voraussetztest, daß
 
von vorn herein voraussetztest, daß
 
Du nicht wieder zu Kräften kommen
 
Du nicht wieder zu Kräften kommen
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kannst. In Deinen Jahren- Du bist ja
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kannst. In Deinen Jahren - Du bist ja
 
noch gar nicht so alt - kann man  
 
noch gar nicht so alt - kann man  
 
sich wieder erholen u. noch einmal  
 
sich wieder erholen u. noch einmal  
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hingeben. Nur Muth musst Du schöpfen  
 
hingeben. Nur Muth musst Du schöpfen  
 
dazu, liebste Mutter u. Dich nicht  
 
dazu, liebste Mutter u. Dich nicht  
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Deinen traurigen u. trüben Gedan-
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Deinen traurigen u. trüben Gedan=
 
ken gar zu sehr überlassen. Und
 
ken gar zu sehr überlassen. Und
 
gieb nur den Gedanken wieder auf  
 
gieb nur den Gedanken wieder auf  
  
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haben. Dieses häufige Unwohlsein
 
haben. Dieses häufige Unwohlsein
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besorgen war, verhindert u. deshalb  
 
besorgen war, verhindert u. deshalb  
 
bin ich jetzt so pressirt. Das ist
 
bin ich jetzt so pressirt. Das ist
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auch die Ursache warum ich ver-
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auch die Ursache warum ich ver=
 
gessen hatte bis ehegestern die  
 
gessen hatte bis ehegestern die  
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[crossed out] V [/crossed out] versprochenen Vogel - Perspektiven  
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<s> V </s>  versprochenen Vogel - Perspektiven  
 
der Ausstellung zu senden. Daß Ihr  
 
der Ausstellung zu senden. Daß Ihr  
 
die Übersetzung der Ode erhalten habt,  
 
die Übersetzung der Ode erhalten habt,  
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freut mich sehr, u. daß Ihr sie zu wür-
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freut mich sehr, u. daß Ihr sie zu wür=
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digen wisst noch mehr. Sie ist aller-
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digen wisst noch mehr. Sie ist aller=
 
dings nicht leicht zu verstehen.  
 
dings nicht leicht zu verstehen.  
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In der Übersetzung ist dies noch schwie-
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In der Übersetzung ist dies noch schwie=
 
riger, da manche Stellen nicht nur  
 
riger, da manche Stellen nicht nur  
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nicht gut, sondern auch nicht ganz rich-
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tig wedergegeben sind. Die Übertra-
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tig wedergegeben sind. Die Übertra=
 
gung mag wohl sehr schwierig gewesen  
 
gung mag wohl sehr schwierig gewesen  
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sein. - Was für schlimme Nachrich-
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sein. - Was für schlimme Nachrich=
 
ten wir jetzt von drüben erhalten,
 
ten wir jetzt von drüben erhalten,
 
Also Krieg soll’s geben - schon  
 
Also Krieg soll’s geben - schon  
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wieder Krieg! Wenn nur Deutsch-
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wieder Krieg! Wenn nur Deutsch=
 
land sich nicht hinein verwickeln  
 
land sich nicht hinein verwickeln  
 
lässt. Auf die Geschäfte fürchte ich  
 
lässt. Auf die Geschäfte fürchte ich  
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aber wird es so wie so  einen drü-
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aber wird es so wie so  einen drü=
 
ckenden Einfluß haben, u. das
 
ckenden Einfluß haben, u. das
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ist recht betrübend, da die Zustände  
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ist recht betrübend, da die Zustände  
 
schon beklagenswerth genug sind.  
 
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Ich muß nun aber schließen, da es  
 
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Das nächste Mal schreibe ich mehr.  
 
Das nächste Mal schreibe ich mehr.  
  
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Revision as of Mar 3, 2026, 11:15:45 PM

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N. Y. 142. E. 18th St. Oct. 20. 1876

Meine liebe Mutter!

Sollte ich diesmal keine Zeit finden, Dir ausführlich zu schreiben, so nimmst Du doch gewiß lieber mit wenigem vorlieb, als daß ich Dich über die Zeit auf einen längeren Brief warten ließ. Vor allem muß ich Dir danken für Deinen lieben langen Brief vom 26. Sept., der vor einigen Tagen eintraf u. mich, obgleich ich mir sagen konnte, daß Du gleich nach Deiner Rückkehr nicht wohl schreiben könntest, dennoch von großer Sorge befreite - das heißt, doch nur zum Theil, da du wieder einmal einmal recht entmuthigt in Bezug auf Deine Gesundheit zu sein scheinst. Da Dein Leiden meistens von den Nerven herrührt, so wäre es vielleicht die erste Bedingung für eine bei Dir einge= tretene dauernde Besserung, wenn Du selber mehr Muth hättest u. nicht von vorn herein voraussetztest, daß Du nicht wieder zu Kräften kommen kannst. In Deinen Jahren - Du bist ja noch gar nicht so alt - kann man sich wieder erholen u. noch einmal mit erneuerter Kraft dem Leben sich hingeben. Nur Muth musst Du schöpfen dazu, liebste Mutter u. Dich nicht Deinen traurigen u. trüben Gedan= ken gar zu sehr überlassen. Und gieb nur den Gedanken wieder auf

[page 4 (sheet 1, left-hand side):]

haben. Dieses häufige Unwohlsein hat mich sehr an vielem Nöthigen, was in u. außer dem Hause zu besorgen war, verhindert u. deshalb bin ich jetzt so pressirt. Das ist auch die Ursache warum ich ver= gessen hatte bis ehegestern die V versprochenen Vogel - Perspektiven der Ausstellung zu senden. Daß Ihr die Übersetzung der Ode erhalten habt, freut mich sehr, u. daß Ihr sie zu wür= digen wisst noch mehr. Sie ist aller= dings nicht leicht zu verstehen. In der Übersetzung ist dies noch schwie= riger, da manche Stellen nicht nur nicht gut, sondern auch nicht ganz rich= tig wedergegeben sind. Die Übertra= gung mag wohl sehr schwierig gewesen sein. - Was für schlimme Nachrich= ten wir jetzt von drüben erhalten, Also Krieg soll’s geben - schon wieder Krieg! Wenn nur Deutsch= land sich nicht hinein verwickeln lässt. Auf die Geschäfte fürchte ich aber wird es so wie so einen drü= ckenden Einfluß haben, u. das ist recht betrübend, da die Zustände schon beklagenswerth genug sind. Ich muß nun aber schließen, da es die höchste Zeit zur Beförderung des Briefes ist. B. u. L. schicken beide herzlichste Grüße. An Hans u. die Kinder freundlichsten Gruß. Das nächste Mal schreibe ich mehr.

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Wir danken Dir herzlich für den übersanden Artikel aus Wien.

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Mit inniger Liebe Deine T. Marie

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