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Marie Taylor to Lina Hansen, October 20, 1876

Marie Taylor to Lina Hansen, October 20, 1876, page 1 [right-hand side] and page 4 [left-hand side]

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[[Category:Taylor_1876-10-20]]

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N. Y. 142. E. 18th St. Oct. 20. 1876

Meine liebe Mutter!

Sollte ich diesmal keine Zeit finden, dir ausführlich zu schreiben, so nimmst Du doch gewiß lieber mit wenigem vorlieb, als daß ich Dich über die Zeit auf einen längeren Brief warten ließ. Vor allem muß ich Dir danken für Deinen lieben langen Brief vom 26. Sept., der vor einigen Tagen eintraf u. mich, obgleich ich mir sagen konnte, daß Du gleich nach Deiner Rückkehr nicht wohl schreiben könntest, dennoch von großer Sorge befreite - das heißt, doch nur zum Theil, da du wieder einmal einmal recht entmuthigt in Bezug auf Deine Gesundheit zu sein scheinst. Da Dein Leiden meistens von den Nerven herrührt, so wäre es vielleicht die erste Bedingung für eine bei Dir einge- tretene dauernde Besserung, wenn Du selber mehr Muth hättest u. nicht von vorn herein voraussetztest, daß Du nicht wieder zu Kräften kommen kannst. In Deinen Jahren- Du bist ja noch gar nicht so alt - kann man sich wieder erholen u. noch einmal mit erneuerter Kraft dem Leben sich hingeben. Nur Muth musst Du schöpfen dazu, liebste Mutter u. Dich nicht Deinen traurigen u. trüben Gedan- ken gar zu sehr überlassen. Und gieb nur den Gedanken wieder auf

[margin, end of letter] Mit inniger Liebe Deine T. Marie [/margin, end of letter]

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haben. Dieses häufige Unwohlsein hat mich sehr an vielem Nöthigen, was in u. außer dem Hause zu besorgen war, verhindert u. deshalb bin ich jetzt so pressirt. Das ist auch die Ursache warum ich ver- gessen hatte bis ehegestern die [strikethrough] V [/strikethrough] versprochenen Vogel - Perspektiven der Ausstellung zu senden. Daß Ihr die Übersetzung der Ode erhalten habt, freut mich sehr, u. daß Ihr sie zu wür- digen wisst noch mehr. Sie ist aller- dings nicht leicht zu verstehen. In der Übersetzung ist dies noch schwie- riger, da manche Stellen nicht nur nicht gut, sondern auch nicht ganz rich- tig wedergegeben sind. Die Übertra- gung mag wohl sehr schwierig gewesen sein. - Was für schlimme Nachrich- ten wir jetzt von drüben erhalten, Also Krieg soll’s geben - schon wieder Krieg! Wenn nur Deutsch- land sich nicht hinein verwickeln lässt. Auf die Geschäfte fürchte ich aber wird es so wie so einen drü- ckenden Einfluß haben, u. das ist recht betrübend, da die Zustände schon beklagenswerth genug sind. Ich muß nun aber schließen, da es die höchste Zeit zur Beförderung des Briefes ist. B. u. L. schicken beide herzlichste Grüße. An Hans u. die Kinder freundlichsten Gruß. Das nächste Mal schreibe ich mehr.

[margin] Wir danken Dir herzlich für den übersanden Artikel aus Wien. [/margin]

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