Log in to Scripto | Recent changes | View item | View file | Transcribe page | View history
Marie Taylor to Lina Hansen, July 11, 1876
http://germanletters.org/plugins/Dropbox/files/Taylor_0123_0005.jpg
| Revision as of Jan 5, 2020, 7:32:10 PM edited by Dilla |
Revision as of Jan 5, 2020, 7:33:08 PM edited by Dilla |
||
|---|---|---|---|
| Line 66: | Line 66: | ||
u. uns etwas erquickt existiren | u. uns etwas erquickt existiren | ||
lassen. Heute früh erhielt ich durch | lassen. Heute früh erhielt ich durch | ||
| − | Lilian Nachrichten von Cedarcroft | + | Lilian Nachrichten von Cedarcroft, die |
| + | mich etwas beängstigen | ||
Revision as of Jan 5, 2020, 7:33:08 PM
[start page 6 ]
4)
Noth, überhaupt mit fortzukommen, da die Züge gedrängt voll waren. Bei sehr großer Hitze langten wir nachmittags hier an, wo ich die Über- zeugung gewann, daß unsere Woh- nung bei heißem Wetter wenig- stens eben so kühl, oder vielmehr nicht heißer ist, als das Haus von Cedarcroft. Nur daß man dort eine reine Luft athmet, die man hier unmöglich haben kann. Wir haben seitdem unsäglich vom heißen Wetter zu leiden gehabt (30° - 32° - R. im Schatten seit den letzten Tagen), L. aber schreibt mir dasselbe von Cedar- croft. Dabei fand gestern Abend eine Fest-Sitzung der "Geographischen Gesell- schaft" zu deren Mitgliedern B. gehört, statt, u. da man von ihm eine kleine Ansprache erwartete, durften wir nicht fehlen. Ich war wirklich erstaunt bei hoher Hitze den großen Saal ge- drängt voll von Damen u. Herren zu finden. Die Sitzung war zu Ehren Dr. Petermann' s aus Gotha, der Kaiser von Brasilien aber u. die Kaiserin waren auch Ehrengäste. Dr. Peter- mann hielt uns eine englische Rede u. sprach von den Eindrücken die er in Amerika empfangen, klagte dabei auch sehr naiv (es klang wie ein Stoßseufzer) über die "große u. lange anhaltende Hitze, wie er sie nie in seinem Leben noch ersehen habe."
[End page 6]
[Start page 7]
5)
Auch Dom Pedro, der durch seine [insertion] freie [/insertion] Männ- lichkeit, sein biederes einfaches Wesen der Liebling des amerikanischen Volkes geworden ist, hielt eine kleine, verbindliche Ansprache. Zuletzt hatten die auserlesenen Gäste noch eine kleine [Kolation?], bestehend aus Eis, Kuchen, Punsch u. Champagner während welcher B. mich auch dem Kaiser vorstellte, der ganz ungeniert wie ein gewöhnlicher Privatmann, mitten im Gedränge stand. [Underlined] Nachmittags. [/underlined] - Wir haben endlich einen Regenguß, der uns nun hoffentlich et- was Kühlung bringen wird. Bis jetzt freilich sind die Mauersteine, das Pflaster u. Trottoir noch so von den Sonnen- strahlen durchhitzt, daß die Nässe als harscher Dunst emporsteigt, aber all- mälig müssen sie sich doch abkühlen u. uns etwas erquickt existiren lassen. Heute früh erhielt ich durch Lilian Nachrichten von Cedarcroft, die mich etwas beängstigen
