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Marie Taylor to Lina Hansen, July 11, 1876
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stens eben so kühl, oder vielmehr | stens eben so kühl, oder vielmehr | ||
nicht heißer ist, als das Haus von | nicht heißer ist, als das Haus von | ||
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eine reine Luft athmet, die man | eine reine Luft athmet, die man | ||
hier unmöglich haben kann. Wir | hier unmöglich haben kann. Wir | ||
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Wetter zu leiden gehabt (30° - 32° - R. | Wetter zu leiden gehabt (30° - 32° - R. | ||
im Schatten seit den letzten Tagen), L. | im Schatten seit den letzten Tagen), L. | ||
| − | aber schreibt mir dasselbe von [roman:] Cedar= | + | aber schreibt mir dasselbe von [roman:] <i>Cedar= |
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Fest-Sitzung der "Geographischen Gesell= | Fest-Sitzung der "Geographischen Gesell= | ||
schaft" zu deren Mitgliedern B. gehört, | schaft" zu deren Mitgliedern B. gehört, | ||
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drängt voll von Damen u. Herren | drängt voll von Damen u. Herren | ||
zu finden. Die Sitzung war zu Ehren | zu finden. Die Sitzung war zu Ehren | ||
| − | [roman:] Dr. Petermann's [/roman] aus Gotha, der Kaiser | + | [roman:] <i>Dr. Petermann's</i> [/roman] aus Gotha, der Kaiser |
von Brasilien aber u. die Kaiserin | von Brasilien aber u. die Kaiserin | ||
| − | waren auch Ehrengäste. [roman:] Dr. Peter= | + | waren auch Ehrengäste. [roman:] <i>Dr. Peter= |
| − | mann [/roman] hielt uns eine englische Rede | + | mann</i> [/roman] hielt uns eine englische Rede |
u. sprach von den Eindrücken die er | u. sprach von den Eindrücken die er | ||
in Amerika empfangen, klagte | in Amerika empfangen, klagte | ||
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in seinem Leben noch ersehen habe." | in seinem Leben noch ersehen habe." | ||
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lichkeit, sein biederes einfaches Wesen | lichkeit, sein biederes einfaches Wesen | ||
der Liebling des amerikanischen Volkes | der Liebling des amerikanischen Volkes | ||
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verbindliche Ansprache. Zuletzt hatten | verbindliche Ansprache. Zuletzt hatten | ||
die auserlesenen Gäste noch eine | die auserlesenen Gäste noch eine | ||
| − | kleine [Kolation?], bestehend aus Eis, | + | kleine [?] Kolation [/?], bestehend aus Eis, |
Kuchen, Punsch u. Champagner | Kuchen, Punsch u. Champagner | ||
während welcher B. mich auch dem | während welcher B. mich auch dem | ||
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wie ein gewöhnlicher Privatmann, | wie ein gewöhnlicher Privatmann, | ||
mitten im Gedränge stand. | mitten im Gedränge stand. | ||
| − | <u> Nachmittags. </u> - Wir haben endlich einen | + | [underline:] <u>Nachmittags.</u> [/underline] - Wir haben endlich einen |
| − | Regenguß, der uns nun hoffentlich et | + | Regenguß, der uns nun hoffentlich et= |
was Kühlung bringen wird. Bis jetzt | was Kühlung bringen wird. Bis jetzt | ||
freilich sind die Mauersteine, das Pflaster | freilich sind die Mauersteine, das Pflaster | ||
| − | u. Trottoir noch so von den Sonnen | + | u. Trottoir noch so von den Sonnen= |
strahlen durchhitzt, daß die Nässe als | strahlen durchhitzt, daß die Nässe als | ||
| − | harscher Dunst emporsteigt, aber all | + | harscher Dunst emporsteigt, aber all= |
mälig müssen sie sich doch abkühlen | mälig müssen sie sich doch abkühlen | ||
u. uns etwas erquickt existiren | u. uns etwas erquickt existiren | ||
lassen. Heute früh erhielt ich durch | lassen. Heute früh erhielt ich durch | ||
| − | Lilian Nachrichten von Cedarcroft, die | + | Lilian Nachrichten von [roman:] <i>Cedarcroft</i> [/roman], die |
mich etwas beängstigen. Sie schreibt: | mich etwas beängstigen. Sie schreibt: | ||
Großmama u. Tante Annie liegen | Großmama u. Tante Annie liegen | ||
beide zu Bette, haben Leibschmerzen, | beide zu Bette, haben Leibschmerzen, | ||
| − | u. ich gehe von einem Krankenzim | + | u. ich gehe von einem Krankenzim= |
mer zum andern. Ich schrieb sogleich | mer zum andern. Ich schrieb sogleich | ||
wieder, damit sie mir unverzüglich | wieder, damit sie mir unverzüglich | ||
telegraphiere, falls sie nicht besser | telegraphiere, falls sie nicht besser | ||
| − | würden. Denn B. kann vor übermor | + | würden. Denn B. kann vor übermor= |
| − | gen Nachmittag die Stadt nicht ver | + | gen Nachmittag die Stadt nicht ver= |
lassen u. ich hatte gedacht, bis dahin | lassen u. ich hatte gedacht, bis dahin | ||
auch mit meiner Rückkehr zu | auch mit meiner Rückkehr zu | ||
warten. Ich bin besonders meiner | warten. Ich bin besonders meiner | ||
Schwiegermutter wegen in Sorge, da sie | Schwiegermutter wegen in Sorge, da sie | ||
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Noth, überhaupt mit fortzukommen, da die Züge gedrängt voll waren. Bei sehr großer Hitze langten wir nachmittags hier an, wo ich die Über= zeugung gewann, daß unsere Woh= nung bei heißem Wetter wenig= stens eben so kühl, oder vielmehr nicht heißer ist, als das Haus von [roman:] Cedarcroft [/roman]. Nur daß man dort eine reine Luft athmet, die man hier unmöglich haben kann. Wir haben seitdem unsäglich vom heißen Wetter zu leiden gehabt (30° - 32° - R. im Schatten seit den letzten Tagen), L. aber schreibt mir dasselbe von [roman:] Cedar= croft [/roman]. Dabei fand gestern Abend eine Fest-Sitzung der "Geographischen Gesell= schaft" zu deren Mitgliedern B. gehört, statt, u. da man von ihm eine kleine Ansprache erwartete, durften wir nicht fehlen. Ich war wirklich erstaunt bei hoher Hitze den großen Saal ge= drängt voll von Damen u. Herren zu finden. Die Sitzung war zu Ehren [roman:] Dr. Petermann's [/roman] aus Gotha, der Kaiser von Brasilien aber u. die Kaiserin waren auch Ehrengäste. [roman:] Dr. Peter= mann [/roman] hielt uns eine englische Rede u. sprach von den Eindrücken die er in Amerika empfangen, klagte dabei auch sehr naiv (es klang wie ein Stoßseufzer) über die "große u. lange anhaltende Hitze, wie er sie nie in seinem Leben noch ersehen habe."
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Auch Dom Pedro, der durch seine [insertion:] freie [/insertion] Männ= lichkeit, sein biederes einfaches Wesen der Liebling des amerikanischen Volkes geworden ist, hielt eine kleine, verbindliche Ansprache. Zuletzt hatten die auserlesenen Gäste noch eine kleine [?] Kolation [/?], bestehend aus Eis, Kuchen, Punsch u. Champagner während welcher B. mich auch dem Kaiser vorstellte, der ganz ungeniert wie ein gewöhnlicher Privatmann, mitten im Gedränge stand. [underline:] Nachmittags. [/underline] - Wir haben endlich einen Regenguß, der uns nun hoffentlich et= was Kühlung bringen wird. Bis jetzt freilich sind die Mauersteine, das Pflaster u. Trottoir noch so von den Sonnen= strahlen durchhitzt, daß die Nässe als harscher Dunst emporsteigt, aber all= mälig müssen sie sich doch abkühlen u. uns etwas erquickt existiren lassen. Heute früh erhielt ich durch Lilian Nachrichten von [roman:] Cedarcroft [/roman], die mich etwas beängstigen. Sie schreibt: Großmama u. Tante Annie liegen beide zu Bette, haben Leibschmerzen, u. ich gehe von einem Krankenzim= mer zum andern. Ich schrieb sogleich wieder, damit sie mir unverzüglich telegraphiere, falls sie nicht besser würden. Denn B. kann vor übermor= gen Nachmittag die Stadt nicht ver= lassen u. ich hatte gedacht, bis dahin auch mit meiner Rückkehr zu warten. Ich bin besonders meiner Schwiegermutter wegen in Sorge, da sie
