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Marie Taylor to Lina Hansen, June 15, 1876

http://germanletters.org/plugins/Dropbox/files/Taylor_0121_0002.jpg

Revision as of Jan 2, 2020, 8:16:29 PM
edited by Dilla
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ich Wilhelm's Gründe, die ihn verhindern
 
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herüber zu kommen, nur billigen
 
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kann, so kann ich es doch
 
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kaum verschmerzen nun die
 
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schwister hier zu sehen, aufgeben
 
schwister hier zu sehen, aufgeben
 
zu müssen. Warum, frage ich,
 
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kann unter den 20,000 Passagieren
 
kann unter den 20,000 Passagieren
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stellung angemeldet sind, nicht
 
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auch Jemand von den Meinen
 
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sein? Wir selbst sind noch nicht zur Aus-
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stellung gewesen. Ich habe mich bis
 
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jetzt vor der Hitze u. der unvermeid-
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lichen Ermüdung gefürchtet u. werde
 
lichen Ermüdung gefürchtet u. werde
 
wohl Lilian einstweilen mit ihren
 
wohl Lilian einstweilen mit ihren
 
Cousinen hinschicken. - Nun aber
 
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muss ich Dir doch erst recht von Herzen  
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danken, liebste Mutter,  für mein
 
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Geburtstagsgeschenk, welches ich vor
 
Geburtstagsgeschenk, welches ich vor
 
8 Tagen erhielt. Bayard gab mir
 
8 Tagen erhielt. Bayard gab mir
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beinahe ebenso viel in Geld als Ge-
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beinahe ebenso viel in Geld als Ge=
 
schenk u. so werde ich mir wohl im
 
schenk u. so werde ich mir wohl im
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Herbst einen hübschen Schrank ma-
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Herbst einen hübschen Schrank ma=
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Schubfächern, für mein gutes Porzellan  
 
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u. Glas u. für unsere Albums u.  
 
u. Glas u. für unsere Albums u.  
 
Photographien, ein Möbel,  was wir
 
Photographien, ein Möbel,  was wir
 
sehr nöthig haben. Bayard hatte mir
 
sehr nöthig haben. Bayard hatte mir
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ausserdem eine Torte u. ein Bouquet
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außerdem eine Torte u. ein Bouquet
 
herrlicher Theerosen geschenkt u. von
 
herrlicher Theerosen geschenkt u. von
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Phila. aus der Winner Bäckerei, die auf
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er dachte mir eine rechte Freude zu
 
er dachte mir eine rechte Freude zu
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kannst Du Dir wohl vorstellen. Lilian
 
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aber eine solche Sandtorte hast Du nie
 
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ich Wilhelm's Gründe, die ihn verhindern herüber zu kommen, nur billigen kann, so kann ich es doch kaum verschmerzen nun die Hoffnung, eins meiner Ge= schwister hier zu sehen, aufgeben zu müssen. Warum, frage ich, kann unter den 20,000 Passagieren die von darüben (Deutschland) zur Aus= stellung angemeldet sind, nicht auch Jemand von den Meinen sein? Wir selbst sind noch nicht zur Aus= stellung gewesen. Ich habe mich bis jetzt vor der Hitze u. der unvermeid= lichen Ermüdung gefürchtet u. werde wohl Lilian einstweilen mit ihren Cousinen hinschicken. - Nun aber muß ich Dir doch erst recht von Herzen danken, liebste Mutter, für mein Geburtstagsgeschenk, welches ich vor 8 Tagen erhielt. Bayard gab mir beinahe ebenso viel in Geld als Ge= schenk u. so werde ich mir wohl im Herbst einen hübschen Schrank ma= chen lassen, für mit Glasthüren u. Schubfächern, für mein gutes Porzellan u. Glas u. für unsere Albums u. Photographien, ein Möbel, was wir sehr nöthig haben. Bayard hatte mir außerdem eine Torte u. ein Bouquet herrlicher Theerosen geschenkt u. von Phila. aus der Winner Bäckerei, die auf der Ausstellung ist, eine Anzahl Franz= brödchen kommen lassen, womit er dachte mir eine rechte Freude zu machen. Daß sie aber vom Tag vorher u. deshalb wenig genießbar waren, kannst Du Dir wohl vorstellen. Lilian

[page 3 (sheet 2, right-hand side):]

gab mir ein schönes u. interessantes Buch. Ich hatte eine Sandtorte gebacken aber eine solche Sandtorte hast Du nie gesehen. Sie war einen Zoll dick in der Mitte u. etwa fünf am Außen= rand. Sie war ungenießbar. Ich verlebte den Tag unter vielerlei Be= schäftigung, denn da unsere Umsied= lung so nahe bevorstand, gab es viele Vorbereitungen zu treffen u. ich hatte gerade damals Verschiedenes vor was drängte. Ich schrieb Dir bereits daß das Hauptexamen am 8. Juni in [roman:] Vassar [/roman] stattfinden sollte. Wir beschlossen gleich nachher, ohne auf den Schluss der Schule zu warten, nach [roman:] Cedarcroft [/roman] zu gehen. Ich hatte beabsichtigt mit nach [roman:] Vassar [/roman] zu gehen, doch war ich mehrere Tage zuvor nicht recht wohl gewesen u. war infolge davon so nervös, dass ich mich fürchtete mit zu gehen. Bayard ging daher allein mit Lilian. Am Abend kam er ohne sie zurück: - das Examen konnte erst am folgenden Tag beendigt werden. Er hatte mit am gemeinschaftlichen Mit= tagstisch theilgenommen u. die 400 Studentinnen beisammen ge= sehen u. rühmte an ihnen die ein= fache Kleidung u. das gesunde Aus= sehen. Die ganze Anstalt u. der dort herrschende Geist gefiel ihm sehr. L. kam am folgenden Nachmittag in Gesellschaft der anderen beiden Mädchen u. des Vaters der einen, zurück. Sie brachte die beste Zensur mit: - [underline:] lobens= werth durchgängig [/underline], u. wir waren alle sehr froh darüber. Sie sah recht blaß aus von dem was sie durchgemacht,

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