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Marie Taylor to Lina Hansen, June 15, 1876

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http://germanletters.org/plugins/Dropbox/files/Taylor_0121_0002.jpg

Author

Marie Hansen (Taylor)

Recipient

Lina Braun (Hansen)

Date

June 15, 1876

Origin

Cedarcroft, Chester County, Pennsylvania

Description

Letter from Marie Taylor to Lina Hansen, June 15, 1876.

Type

letter

Language

German

Tags

1870-1879, mht, transcription under review

Source

Bayard Taylor Papers

Collection

Marie Hansen Taylor Correspondence

Repository

Houghton Library, Harvard University

Citation

“Marie Taylor to Lina Hansen, June 15, 1876.” Bayard Taylor Papers, Houghton Library, Harvard University, accessed from German Heritage in Letters, March 12, 2026, https://germanletters.org/items/show/1221

Original text

[page 1 (sheet 1, right-hand side):]

Cedarcroft, 15. Juni, 1876

Meine liebste Mutter!

Soeben erhalte ich Deinen lieben Brief vom letzten Mai, der mir eine große Erleich=terung gewährt. Denn wenn Du noch immer über große Schmerzen klagst u. auch wieder einmal zu Bette gelegen hast, so warst Du doch für den Augen=blick wenigstens nicht krank oder allzu angegriffen - konntest schreiben u. das schon ist mir eine Wohlthat zu wissen. Und dann hofft man so gern, u. da hoffe auch ich gleich, daß es nun endlich besser mit Dir gehen wird u. Deine Kraft im Zunehmen ist. Daß Ihr ein so gar häßliches, rauhes Frühjahr habt, ist freilich recht zu Deinem Nach=theil u. bedaure ich das sehr. Könnte ich Dir doch von der Wärme abgeben, die wir seit Anfang Mai mit kurzen Unterbrechungen gehabt haben. Wir haben ohnedies zu viel davon u. können nicht dünn genug uns kleiden. Auch sind die Nächte schon recht unleidlich warm. Bis jetzt aber habe ich die Hitze noch ganz gut vertragen u. werde ich recht dankbar sein, wenn sie mich nicht mehr als bisher diesen Sommer ermattet. Daß [roman:] Emma [/roman] noch daran denkt Dich zu besuchen, freut mich sehr; ich hatte schon befürchtet, sie habe es aufgegeben. Wie geht es denn Dora? Sie muß wohl besser sein, da Du nichts von ihr erwähnst. Trotzdem

[page 2 (sheet 2, left-hand side):]

ich Wilhelm's Gründe, die ihn verhindern herüber zu kommen, nur billigen kann, so kann ich es doch kaum verschmerzen nun die Hoffnung, eins meiner Ge=schwister hier zu sehen, aufgeben zu müssen. Warum, frage ich, kann unter den 20,000 Passagieren die von darüben (Deutschland) zur Aus=stellung angemeldet sind, nicht auch Jemand von den Meinen sein? Wir selbst sind noch nicht zur Aus=stellung gewesen. Ich habe mich bis jetzt vor der Hitze u. der unvermeid=lichen Ermüdung gefürchtet u. werde wohl Lilian einstweilen mit ihren Cousinen hinschicken. - Nun aber muß ich Dir doch erst recht von Herzen danken, liebste Mutter, für mein Geburtstagsgeschenk, welches ich vor 8 Tagen erhielt. Bayard gab mir beinahe ebenso viel in Geld als Ge=schenk u. so werde ich mir wohl im Herbst einen hübschen Schrank ma=chen lassen, für mit Glasthüren u. Schubfächern, für mein gutes Porzellan u. Glas u. für unsere Albums u. Photographien, ein Möbel, was wir sehr nöthig haben. Bayard hatte mir außerdem eine Torte u. ein Bouquet herrlicher Theerosen geschenkt u. von Phila. aus der Winner Bäckerei, die auf der Ausstellung ist, eine Anzahl Franz=brödchen kommen lassen, womit er dachte mir eine rechte Freude zu machen. Daß sie aber vom Tag vorher u. deshalb wenig genießbar waren, kannst Du Dir wohl vorstellen. Lilian

[page 3 (sheet 2, right-hand side):]

gab mir ein schönes u. interessantes Buch. Ich hatte eine Sandtorte gebacken aber eine solche Sandtorte hast Du nie gesehen. Sie war einen Zoll dick in der Mitte u. etwa fünf am Außen=rand. Sie war ungenießbar. Ich verlebte den Tag unter vielerlei Be=schäftigung, denn da unsere Umsied=lung so nahe bevorstand, gab es viele Vorbereitungen zu treffen u. ich hatte gerade damals Verschiedenes vor was drängte. Ich schrieb Dir bereits daß das Hauptexamen am 8. Juni in [roman:] Vassar [/roman] stattfinden sollte. Wir beschlossen gleich nachher, ohne auf den Schluss der Schule zu warten, nach [roman:] Cedarcroft [/roman] zu gehen. Ich hatte beabsichtigt mit nach [roman:] Vassar [/roman] zu gehen, doch war ich mehrere Tage zuvor nicht recht wohl gewesen u. war infolge davon so nervös, dass ich mich fürchtete mit zu gehen. Bayard ging daher allein mit Lilian. Am Abend kam er ohne sie zurück: - das Examen konnte erst am folgenden Tag beendigt werden. Er hatte mit am gemeinschaftlichen Mit=tagstisch theilgenommen u. die 400 Studentinnen beisammen ge=sehen u. rühmte an ihnen die ein=fache Kleidung u. das gesunde Aus=sehen. Die ganze Anstalt u. der dort herrschende Geist gefiel ihm sehr. L. kam am folgenden Nachmittag in Gesellschaft der anderen beiden Mädchen u. des Vaters der einen, zurück. Sie brachte die beste Zensur mit: - [underline:] lobens=werth durchgängig [/underline], u. wir waren alle sehr froh darüber. Sie sah recht blaß aus von dem was sie durchgemacht,

[page 4 (sheet 1, left-hand side):]

brachte aber einen Löwenappetit mit u. ergänzte somit bald die aufgebrauchte Lebenskraft. Dies war am Freitag: Am Sonnabend früh brachen wir dann nach [roman:] Cedarcroft [/roman] auf. B. brachte uns früher. Es war ein sehr heißer Tag, der Abend auf der Veranda [insertion:] aber [/insertion] u. die Luft die wir da ath=meten war köstlich. B. musste leider Montag früh wieder fort; doch hoffe ich, daß er jeden Sonnabend kommen u. bis Montag früh bleiben kann. Ida ließ ich zu seiner Versorgung in N. Y. Die schwarze Köchin nehme ich als Stu=benmädchen mit hierher. Dadurch, daß ich Bettzeug u. manches Andere mit hier=her bringen musste, hatte ich zuvor viel zu denken u. zu thun gehabt. In den letzten Tagen hatten wir mehrere Regengüsse u. die feuchte Wärme im Verein mit den eben reifenden Kir=schen haben Lilian u. ihrer Grossmama einen verdorbenen Magen verursacht. Ich gab [roman:] L. Ipecac. [/roman] u. lasse sie still auf dem Bette liegen, da wird es hoffentlich bald vorüber gehen. [roman:] Mother Taylor [/roman] kann das warme Wetter nie recht vertragen u. hat diese Attacken von Zeit zu Zeit im Sommer. Mein Schwiegervater ist wohl, aber doch merklich schwach, u. fast ganz taub. [roman:] Carey's [/roman] befinden sich wohl. Alle lassen Deine Grüße herzlich erwiedern. Lilian sendet Dir viele innige Grüße. Da ich diesen Brief nicht bis nächste Woche liegen lassen darf, so schließe ich schnell, um ihn rechtzeitig für den Bremer Dampfer zur Post zu schicken.

Mit innigster Liebe

Deine T. Marie.


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