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Marie Taylor to Lina Hansen, May 30, 1876

http://germanletters.org/plugins/Dropbox/files/Taylor_0120_0002.jpg

Revision as of Jun 1, 2022, 8:20:29 PM
edited by Dilla
Revision as of Mar 3, 2026, 3:29:29 AM
edited by Admin
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wir doch von einander u. leben geistig ver=
 
wir doch von einander u. leben geistig ver=
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in den Garten zu setzen u. der Dich dann
 
in den Garten zu setzen u. der Dich dann
 
gewiß so weit stärken wird, daß Du die
 
gewiß so weit stärken wird, daß Du die
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Tante in Gotha besuchen kannst. Die Luftver-
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Tante in Gotha besuchen kannst. Die Luftver=
 
änderung allein muß ja schon wohlthätig  
 
änderung allein muß ja schon wohlthätig  
 
auf Dich einwirken. Und dann, hoffe ich,  
 
auf Dich einwirken. Und dann, hoffe ich,  
 
liebe Mutter,  wirst Du Dir vornehmen recht
 
liebe Mutter,  wirst Du Dir vornehmen recht
 
stark im Gemüth zu sein u. dem aus dem  
 
stark im Gemüth zu sein u. dem aus dem  
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Wege zu gehen, was Dich zu schwermütig
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Wege zu gehen, was Dich zu schwermüthig
 
aufregt. Erhole Dich erst recht, ehe Du z. B.
 
aufregt. Erhole Dich erst recht, ehe Du z. B.
 
an der Sternwarte vorbei gehst - oder
 
an der Sternwarte vorbei gehst - oder
 
gehe lieber gar nicht vorbei (ich möchte  
 
gehe lieber gar nicht vorbei (ich möchte  
 
sie lieber nie wiedersehen!), das wäre
 
sie lieber nie wiedersehen!), das wäre
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das Beste, denn so wie diese Stätte in un-
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das Beste, denn so wie diese Stätte in un=
 
serm Innern fort existirt, kann sie
 
serm Innern fort existirt, kann sie
 
uns ja fortan nie wieder erscheinen.  
 
uns ja fortan nie wieder erscheinen.  
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Hast Du denn von Emma gehört, ob sie
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Hast Du denn von [roman:] <i>Emma</i> [/roman] gehört, ob sie
 
Dich diesen Sommer besuchen wird? Wenn
 
Dich diesen Sommer besuchen wird? Wenn
 
ihr doch in Gotha zusammentreffen könntet!
 
ihr doch in Gotha zusammentreffen könntet!
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auf eine kleine  Freude, die ich mir zu  
 
auf eine kleine  Freude, die ich mir zu  
 
machen vorhatte. Ich wollte Dir u. den beiden  
 
machen vorhatte. Ich wollte Dir u. den beiden  
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Kindern, Tante Bufleb u. Ida einige Kleinig-
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Kindern, Tante Bufleb u. Ida einige Kleinig=
 
keiten durch Frl. Sterkloff schicken, die aber  
 
keiten durch Frl. Sterkloff schicken, die aber  
 
über Hamburg abgereist ist u. hatte mir
 
über Hamburg abgereist ist u. hatte mir
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(ich glaube auch sicher dass sie es gesagt hat),
 
(ich glaube auch sicher dass sie es gesagt hat),
  
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anstatt dessen aber ging sie schon 8 Tage
 
anstatt dessen aber ging sie schon 8 Tage
 
früher, u. da ich ganz plötzlich am
 
früher, u. da ich ganz plötzlich am
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16. nach Cedarcroft aufbrach u. bis zum 23.
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16. nach [roman:] <i>Cedarcroft</i> [/roman] aufbrach u. bis zum 23.
 
blieb, so hatte ich leider nichts bereit als
 
blieb, so hatte ich leider nichts bereit als
 
sie am 24. kam u. mir sagte sie reise am
 
sie am 24. kam u. mir sagte sie reise am
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zurückzukommen - Ich hätte Dir eigentlich  
 
zurückzukommen - Ich hätte Dir eigentlich  
 
schon vorige Woche schreiben sollen, es traf
 
schon vorige Woche schreiben sollen, es traf
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sich aber so, daß ich gleich nach meiner Rück-
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sich aber so, daß ich gleich nach meiner Rück=
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kehr von Kennett mich legen musste u. ich  
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kehr von [roman:] <i>Kennett</i> [/roman] mich legen musste u. ich  
 
so den Rest der Woche nicht im Stande war
 
so den Rest der Woche nicht im Stande war
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etwas vorzunehmen. Nach Cedarcroft ging ich
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etwas vorzunehmen. Nach [roman:] <i>Cedarcroft</i> [/roman] ging ich
 
allein. Der Arzt hatte Lilian's Erkältung  
 
allein. Der Arzt hatte Lilian's Erkältung  
 
mit Quinin beseitigt u. sie war wieder
 
mit Quinin beseitigt u. sie war wieder
 
ganz munter u. wohl. Ich aber schmachtete
 
ganz munter u. wohl. Ich aber schmachtete
 
so sehr nach frischer Luft u. überdies gab
 
so sehr nach frischer Luft u. überdies gab
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es verschiedenes nachzusehen u. auszubes-
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es verschiedenes nachzusehen u. auszubes=
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sern im Haus zu Cedarcroft, daß ich mich
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sern im Haus zu [roman:] <i>Cedarcroft</i> [/roman], daß ich mich
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schnell entschloß und auf 8 Tage die Haus-
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schnell entschloß und auf 8 Tage die Haus=
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haltung [Lebron?] übergab. Sie führte die
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haltung [?] Lebron [/?] übergab. Sie führte die
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Kasse u. Buch u. gab ihre Befehl für die Mahl-
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Kasse u. Buch u. gab ihre Befehl für die Mahl=
 
zeiten u. alles ging trefflich von Statten.
 
zeiten u. alles ging trefflich von Statten.
 
Ich hatte zuerst Regen u. kaltes Wasser in
 
Ich hatte zuerst Regen u. kaltes Wasser in
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Cedarcroft, dann Julihitze. Im Ganzen aber
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[roman:] <i>Cedarcroft</i> [/roman], dann Julihitze. Im Ganzen aber
 
war es herrlich, das Grün so üppig, die  
 
war es herrlich, das Grün so üppig, die  
 
Blüthenpracht um das Haus entzückend,
 
Blüthenpracht um das Haus entzückend,
 
die Luft wonnig. Die Obstblüthe  war bereits
 
die Luft wonnig. Die Obstblüthe  war bereits
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vorbei u. die Silberblüthen blüthen ab wäh-
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vorbei u. die Silberblüthen blüthen ab wäh=
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rend ich da war. Ich ließ die [?]beete
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rend ich da war. Ich ließ die [illegible]
 
zurecht machen u. streute Samen aller Art  
 
zurecht machen u. streute Samen aller Art  
 
pflegte die Schlinggewächse etc. etc. Im Hause  
 
pflegte die Schlinggewächse etc. etc. Im Hause  
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Unterdessen haben wir dann auch erlangt, dass
 
Unterdessen haben wir dann auch erlangt, dass
 
Lilian u. die beiden andern Mädchen, die sich
 
Lilian u. die beiden andern Mädchen, die sich
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für die Sophomore Klasse im Vassar College  
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für die [roman:] <i>Sophomore</i> [/roman] Klasse im [roman:] <i>Vassar College</i> [/roman]
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Unrecht thäte, mich so bald wieder zu verlassen, aber schließlich müsse doch
 
Unrecht thäte, mich so bald wieder zu verlassen, aber schließlich müsse doch
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Jeder für sich selbst sorgen etc. etc. Sie bemüht sich seitdem wieder mir alles
 
Jeder für sich selbst sorgen etc. etc. Sie bemüht sich seitdem wieder mir alles
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recht u. angenehm zu machen. Was ich Dir über sie schrieb [/margin]
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Revision as of Mar 3, 2026, 3:29:29 AM

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wir doch von einander u. leben geistig ver= bunden fort - u. haben die Hoffnung uns wieder u. wieder zu begegnen u. zeit= weise mit einander vereint zu sein. Dich aber dem Heimweh preis gegeben zu sehen u. nichts für Dich thun zu können, das ist gar zu trostlos für uns! Ich setze meine Hoffnung auf das bessere Wetter, die wärmere Luft, die Dir erlaubt Dich in den Garten zu setzen u. der Dich dann gewiß so weit stärken wird, daß Du die Tante in Gotha besuchen kannst. Die Luftver= änderung allein muß ja schon wohlthätig auf Dich einwirken. Und dann, hoffe ich, liebe Mutter, wirst Du Dir vornehmen recht stark im Gemüth zu sein u. dem aus dem Wege zu gehen, was Dich zu schwermüthig aufregt. Erhole Dich erst recht, ehe Du z. B. an der Sternwarte vorbei gehst - oder gehe lieber gar nicht vorbei (ich möchte sie lieber nie wiedersehen!), das wäre das Beste, denn so wie diese Stätte in un= serm Innern fort existirt, kann sie uns ja fortan nie wieder erscheinen. Hast Du denn von [roman:] Emma [/roman] gehört, ob sie Dich diesen Sommer besuchen wird? Wenn ihr doch in Gotha zusammentreffen könntet! Aus der Zeitung sehe ich, daß am Anfang Mai die Newa wieder zugefroren war - das ist ja schrecklich! - Nun muß ich Dir aber erst sagen wie unglücklich es mir in Bezug auf eine kleine Freude, die ich mir zu machen vorhatte. Ich wollte Dir u. den beiden Kindern, Tante Bufleb u. Ida einige Kleinig= keiten durch Frl. Sterkloff schicken, die aber über Hamburg abgereist ist u. hatte mir auch schon ausgedacht was. Nun hatte ich sie verstanden, dass sie am 1. Juni abführe (ich glaube auch sicher dass sie es gesagt hat),

[page 3 (sheet 2, right-hand side):]

anstatt dessen aber ging sie schon 8 Tage früher, u. da ich ganz plötzlich am 16. nach [roman:] Cedarcroft [/roman] aufbrach u. bis zum 23. blieb, so hatte ich leider nichts bereit als sie am 24. kam u. mir sagte sie reise am folgenden Tage ab. Es that mir gar zu leid, diese Gelegenheit unbenutzt vorüber gehen zu sehen, u. ich kann mich noch nicht zufrieden geben. Ob sie Dich wohl aufsuchen wird? Sie beabsichtigt glaube ich im Sept. zurückzukommen - Ich hätte Dir eigentlich schon vorige Woche schreiben sollen, es traf sich aber so, daß ich gleich nach meiner Rück= kehr von [roman:] Kennett [/roman] mich legen musste u. ich so den Rest der Woche nicht im Stande war etwas vorzunehmen. Nach [roman:] Cedarcroft [/roman] ging ich allein. Der Arzt hatte Lilian's Erkältung mit Quinin beseitigt u. sie war wieder ganz munter u. wohl. Ich aber schmachtete so sehr nach frischer Luft u. überdies gab es verschiedenes nachzusehen u. auszubes= sern im Haus zu [roman:] Cedarcroft [/roman], daß ich mich schnell entschloß und auf 8 Tage die Haus= haltung [?] Lebron [/?] übergab. Sie führte die Kasse u. Buch u. gab ihre Befehl für die Mahl= zeiten u. alles ging trefflich von Statten. Ich hatte zuerst Regen u. kaltes Wasser in [roman:] Cedarcroft [/roman], dann Julihitze. Im Ganzen aber war es herrlich, das Grün so üppig, die Blüthenpracht um das Haus entzückend, die Luft wonnig. Die Obstblüthe war bereits vorbei u. die Silberblüthen blüthen ab wäh= rend ich da war. Ich ließ die [illegible] zurecht machen u. streute Samen aller Art pflegte die Schlinggewächse etc. etc. Im Hause ließ ich Dielen anstreichen u. Wände u. Dielen ausbessern, kurz, ich war nicht müßig. Unterdessen haben wir dann auch erlangt, dass Lilian u. die beiden andern Mädchen, die sich für die [roman:] Sophomore [/roman] Klasse im [roman:] Vassar College [/roman]

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Ida ist wieder etwas zur Besinnung gekommen u. hat mir eingestanden, daß sie

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Unrecht thäte, mich so bald wieder zu verlassen, aber schließlich müsse doch

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[page 3, left margin (sheet 2, right-hand side):]

Jeder für sich selbst sorgen etc. etc. Sie bemüht sich seitdem wieder mir alles

[/page 3, left margin (sheet 2, right-hand side)]

[page 3, right margin (sheet 2, right-hand side):]

recht u. angenehm zu machen. Was ich Dir über sie schrieb

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