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Babette Tritschler to Charlotte von Höfeln, September 23, 1883

Hofeln family letter, September 23, 1883, p. 1
Hofeln family letter, September 23, 1883, p. 2
Hofeln family letter, September 23, 1883, p. 3
Hofeln family letter, September 23, 1883, p. 4

Author

Babette Tritschler

Recipient

Charlotte Fischer (von Höfeln)

Date

September 23, 1883

Origin

Kirchheim unter Teck, Württemberg

Destination

Washington, Illinois

Description

Letter to Charlotte von Hofeln from her sister Babette Tritschler, September 23, 1883.

Type

letter

Language

German

Tags

1880-1889, transcription under review

Source

Hofeln Family Papers

Collection

Charlotte Fischer von Höfeln Letters

Repository

Newberry Library

Citation

“Babette Tritschler to Charlotte von Höfeln, September 23, 1883.” Hofeln Family Papers, Newberry Library, accessed from German Heritage in Letters, March 12, 2026, https://germanletters.org/items/show/622

Original text

Kirchheim d. 23 Sept. 1883

Liebe gute theure Schwester!

Ich hätte dir schon längst geschriben aber meine Augenschwäche hatt mich immer abgehalten auch bin ich noch geschwächt von der Krankheit das wird auch nicht mehr gut werden ich fühle mich schwach in den Füßen & im Rücken daß mir das gehen schwer wird doch bin ich den barmherzigen Gott sehr dank bar daß es nicht schlimmer ist der treue Heiland will uns durch solche Heimsuchungen für sein Reich zubereiten, den unsere Tage sind nun gezählt das wirst du auch glauben l. Schwester ich schließe Euch lieben Alle drei täglich in mein Gebet der l. dreieinige Gott wolle Euch beistehen nach Leib, Seele & Geist, es ist gar kein Wunder l. Schwester daß die lange Kranpflege und das viele Nachtwachen bei deiner l. Tochter & dann der Schmerz Sie zu verlihren deine schwache Gesundheit fast vollends aufgeriben hatt.

ich hoffe zu Gott daß es jetzt wider besser bei dir geht & bin auch recht froh daß du die l. Johanna hast es wird doch auch wider besser bei Ihr sein ich habe erst von einem guten Hausmit= tel gehör(s)t: man soll einen Eßlöffel voll echten guten Wein mit einem Eßlöffel voll guten Honig vermischt jeden Morgen vor dem Frühstük gut miteinander vermischt nehmen das soll haupt= sächlich bei Körperabnahme helfen; meine l Marie befindet sich sei[t] Sie Homöopathie braucht doch viel besser Sie ist kräftiger & kann auch mehr leisten in der Haushaltung der Dokt. heißt Rapp Er war Proffesor in Tübingen hatt ist dort von der Alopathie zur Homeopathie übergegangen hatt aber dies dort nicht lehren dürfen nun hatt Er aber einen sehr großen Zulauf die Krankheit bei der Marie seien zerrütete Nerven mein Tochtermann leidet an der Leber dem thut der Gebrauch auch gute Dienste die Patienten sollen jeden Tag in die frische Luft gehen auch bei schlechten Wetter

[left margin, rotated 90 degrees, top to bottom] trinke jeden Vormitag ein Glas rothen alten Wein das thut meiner Marie recht gut

Die Marie war diesen Sommer in keinem Bad hatt aber dafür Besuch gemacht bei Marie geb. Ensl[i]n in Horb & bei unsren Verwandten in Tübingen wo Sie vergnügt war.

Ich wünsche auch um der L. Julie & Johanna willen daß dich der l. Gott wider gesund machen möge dein l. Sohn wird es eben so wünschen: aber der herr der über bitten & verstehen thut wird es recht machen deine l. Pauline wirst du immer noch vor dir in Erinrung haben Ihr Bild ist mir lieb & theuer eben so erfreuen mich die Bilder von Deinem Sohne Schwigertochter & deinem l. Enkel welcher recht heran wachsen wird, auch wird es dich nicht reuen wenn du dein Haus behältst es ist unter umstän den oft angenehmer als wenn man immer beisamen ist & die kleine Reiße zu deinen l. Kindern hatt auch wider seinen eigenen reitz wenn man sich gegenseitig seine Erlebniße mittheilt, auch freut mich recht daß die l. Johanna dir auch recht lieb ist sonst wäre für dich der Verlust deiner l. Pauline noch weit schmerzlicher;

Das schönste ist wenn man so viel möglich ist den Friden zu bewahren sucht wenn eines was des andern freut da hatt der herr auch sein wohlgefallen daran.

[left margin, rotated 90 degrees, bottom to top] auch grüße an deinen l. Sohn & Söhnerin

Das Geschäft deines l. Sohnes wird ohne Zweifel gut gehen es wird solcher Art sein wie herr Pfeifer in Peoria eines hatte wo wir manchmal hinkamen habe aber nie was von diesen leuten gehört..--: Wird bei euch auch Luthers 400 jahriger Geburtstag am 11 Nov. gefeiert bei uns geschiht es in ganz Deutschland ich würde der l. Johanna gerne ein Heftle schiken welche nun ausgegeben würden von Luthers Leben & wirken aber die Marie meint man werde die bei Euch auch haben

Den Catoliken ist diese feier ein rechter Stein des anstoßes der Pabst hatt an seine Bischoffe ein Rundschreiben erlassen indem die Maria hoch erhoben wird & das Rosenkranzbeten sehr empfohlen wird, du wirst mit dem Brif auch die Bläter erhalten den in einigen Lagen noch 4 nachfolgen werden da kannst du es selbst lesen, ich danke dem l. Gott und seinen Reformator daß wir den reinen evangelischen glauben haben.

Nun lebe recht wohl l. Lotte ich wünsche recht herzl. daß ich das nächste mal bessere Nachrichten in betreff deiner Gesundheit erhalte

[left margin, rotated 90 degrees, top to bottom] recht viele Grüße auch von meiner l. Marie deine dich zärtlich libende Schwester Babette Tritschler


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