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Marie Hansen Taylor to Lina Hansen, March 25, 1859

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Author

Marie Hansen (Taylor)

Recipient

Lina Braun (Hansen)

Date

March 25, 1859

Origin

Brooklyn, New York

Destination

Gotha, Thüringen

Description

Letter from Marie Hansen Taylor to her mother, Lina Hansen, March 25, 1859.

Type

letter

Language

German

Tags

1850-1859, transcribed

Source

Bayard Taylor Papers

Collection

Marie Hansen Taylor Correspondence

Repository

Houghton Library, Harvard University

Citation

“Marie Hansen Taylor to Lina Hansen, March 25, 1859.” Bayard Taylor Papers, Houghton Library, Harvard University, accessed from German Heritage in Letters, March 12, 2026, https://germanletters.org/items/show/2158

Original text

[roman:] Brooklyn, März [/roman] 25, 1859

Meine liebste Mutter!

Kaum hatte ich meinen letzten Brief an Dich ab= geschickt, als Dein u. Ida's lieber Brief vom 20. u. 22. Febr. ankam. Ich konnte recht recht wohl Deine damalige Stimmung begreifen. Auch mir waren es trau= rige Tage u. viel habe ich an ihnen Deiner gedacht. Gieb Dich aber nicht zu sehr diesen traurigen Er= innerungen hin; hoffe vielmehr von der Zukunft, u. gedenke unseres Versprechens in 2 Jahren Dich wieder zu besuchen. Dann wirst Du auch, so Gott will, unsere kleine Lili sehen u. sie wird ihre deutschen Großeltern kennen u. lieben lernen. Unterdessen werde ich ihr, sobald sie es verstehen kann, von ihnen erzählen u. [insertion:] sie [/insertion] ihr im Bilde zeigen. Wenn Gott nur Frieden walten lässt! Ich denke mit großer Bangigkeit an die Möglichkeit eines Krieges u. wie, auch selbst wenn Ihr meine Lieben fern vom Kriegsschauplatz bleibt, doch alle Geschäfte stocken, alle Verhältnisse u. alle Klassen der Gesellschaft darunter leiden. Die gestern ein= getroffenen Nachrichten von Europa lauten wieder friedlicher, allein nicht beruhigend. Zu Deinem neuen Mädchen wünsche ich Dir viel Glück u. Bestand. Mir ist es eine sehr große Beruhigung Dich in dieser Beziehung gut versorgt zu wissen. Auch mir sind wieder bessere Zeiten angebrochen. Ich habe jetzt 2 Mädchen die eine für die Küche, die andere für das Kind. Die erstere ist mittelmäßig, genügt aber für die nächste Zukunft; die letztere ist jung u. un= erfahren, aber ein gutes, williges u. freundliches Mädchen, aus der ich vielleicht etwas machen kann. Lass Dich aber dadurch nicht abhalten mit der [roman:] Wagner [/roman] zu sprechen. Diese würde mir natürlich von unvergleichlich höherem Werthe sein. Meine beiden Mädchen sind Irländerin= nen u. strenge Katholikinnen. Andere Dienstleute als solche sind fast nicht hier zu bekommen u. sie sind im Allgemeinen ebenso gehasst als sie in Überzahl vorhanden. Sie sind ein nothwendiges Übel solange die Amerikaner sich für zu gut halten in Jemandes Dienst zu treten. Das Kindermädchen welches ich habe ist glücklicherweise nur seit 3 Jahren in Ame= rika u. ist die ganze Zeit über bei einer Dame gewesen, die sich ihrer ? besonders angenommen

[page 2:]

hat. Daher kommt es daß sie reinlicher u. williger u. anstelliger ist als ihre andern Landsmän= ninnen.

Seitdem ich Dir zuletzt schrieb haben wir einen kleinen Ausflug gemacht u. die Freude gehabt Bayard hier zu sehen. Letzterer hatte schon lange sich ausgedacht daß wir uns in [roman:] Fishkill [/roman] wieder treffen sollten, wenn er zurückkäme, u. so gingen wir denn (meine Schwiegermutter, [roman:] Wilson Barstow [/roman], Lilian u. ihre Wärterin, u. ich) am 18. März früh 7 Uhr auf der Eisenbahn nach [roman:] Fishkill [/roman], trafen da mit Bayard zusammen u. gingen mit ihm weiter nach [roman:] Poughkeepsie [/roman] am [roman:] Hudson= [/roman] fluss, wo er des Abends eine Vorlesung zu halten hatte. Lili war den ganzen Weg über sehr gut u. ward bald mit ihrem Papa bekannt. [roman:] Poughkeepsie [/roman] ist ein Städt= chen, ungefähr so groß wie [roman:] Gotha [/roman] u. ist reizend zwischen bewaldeten Hügeln gelegen zwischen denen der breite ruhige Strom des [roman:] Hudson [/roman] majestä= tisch dahinfließt. In der Ferne sahen wir die Hochgebirge des [roman:] Hudson [/roman] u. die Bergreihe des [roman:] Catskill [/roman] im bläulichen [Dufte?] schimmernd - ein Anblick der mein Herz vor Freude hoch aufschlagen ließ; es war so lange daß ich keine blauen Berge gesehen hatte. Am darauf fol= genden Tag kehrten wir allesammt nach [roman:] New York [/roman] oder vielmehr [roman:] Brooklyn [/roman] zurück, fanden ein gutes Essen uns erwartend u. verlebten einen sehr ver= gnügten Abend. Bayard war glückselig wieder zuhause zu sein u. freute sich so sehr an Lili's Wachsthum u. Ent= wickelung. Er meine er würde sie nicht gekannt haben, hätte er sie ohne uns ge= sehen. Leider dauerte die Freude nicht lange, de Bayard am M 3ten Morgen schon wieder fort musste. Er ist dies mal nach [roman:] Canada [/roman] gegangen u. kommt von da heute über 4 Tage wieder zurück. Dann bleibt er

[page 3:]

2 Tage u. am 3. Tag gehen wir Alle mit ihm nach [roman:] Hazeldell [/roman], wo wir 3 Tage Rast haben. Mutter [roman:] Taylor [/roman] wird dann zuhause bleiben u. an ihrer Statt [roman:] Annie [/roman] mit nach [roman:] New York [/roman] kommen. Sie setzen mir Alle sehr zu Lili mit ihren Mädchen alsdann in [roman:] Hazeldell [/roman] bei der Groß= mutter zu lassen u. obwohl mir der Gedanke recht unerträglich war, werde ich mich am Ende doch dazu verstehen. Ich gehe hauptsächlich nach [roman:] N. Y. [/roman] um den Auszug zu be= sorgen u. Alles so in Ordnung zu bringen, daß wir nächsten Herbst ein gemüthliches Quartier finden. Dabei wird mir Lili aller= dings im Wege sein, denn ich wage nicht sie mit [roman:] Margarete [/roman] zusammen zu lassen ohne diese zu überwachen - ich kenne sie noch zu wenig. Wenn ich sie wirklich zurücklasse wird es mir schwer genug werden, aber vielleicht ist es für das Kind das beste! Sie muss natürlich vorher entwöhnt werden, was wohl nicht schwer fallen wird, da ich sie nur noch des Nachts stille. In [roman:] Hazeldell [/roman] wird sie dann herr= liche Kuhmilch haben, was ihr gewiss gut bekom= men muss. Sie hat jetzt mit ihren oberen Zähnen zu thun. Der rechte Vorderzahn scheint heute morgen durch zu sein. Sie gedeiht vortrefflich, wird größer u. dicker jeden Tag u. ist reizend. In ihren Augen ist mitunter ein Ausdruck großer Schelmerei u. dann ist sie voll von Muthwillen. Seit einigen Wochen habe ich ihr kurze Kleider angezogen u. seit= dem sitzt sie zeitweise auf einer wattir= ten Decke auf der Erde. Rutschen thut sie noch gar nicht, dafür hebt sie sich aber auf den Beinen auf, wenn man sie an den Armen hält u. steht so fest u. so gerade, daß ich nächstens Anstalten zum Laufen erwar= te.

Seit gestern sind endlich auch unsere Bemühun= gen hinsichtlich eines Hauses in [roman:] N. Y. [/roman] mit Erfolg gekrönt worden. Wir haben ein sehr gün= stiges Übereinkommen für 5 Jahre getroffen Das Haus ist in einer der angenehmsten Stadt= theile gelegen, im Mittelpunkte alles Verkehrs hat 4 Stockwerke u. [roman:] Souterain [/roman] u. folglich

[page 4:]

hinreichenden Platz für unsere 2 Familien. Der Plan nach dem es gebaut, ist der aller modernen Häuser hier. Küche u. Waschstube ist im [roman:] Souterain [/roman] (aus der letzteren hoffen wir eine zweite Küche machen zu können), ebenso Speisezimmer. Dieses wird von [roman:] Stoddards [/roman] benutzt werden die ihre Zimmer im 2ten Stockwerk nehmen. Wir haben unsere Zimmer dafür im ersten Stock, wo die schönsten sind: ein großes Zimmer, vorn heraus mit einem Balkon, ein Mit= telzimmer, welches nur durch große Schiebethüren von dem andern getrennt ist u. sobald diese zurück geschoben sind, ein Zimmer mit dem andern bildet. Dies wird unser Speisezimmer sein, u. an dieses stößt ein drittes geräumiges Zimmer welches unser Schlafzimmer sein soll. Die beiden oberen Etagen teilen wir unter uns als Vorraths u. Gaststuben. In allen Stockwerken ist sind Hähne für kaltes u. warmes Wasser; Gas; ein Bade= zimmer mit Wanne im 2ten Stock; ein stummer Wärter, wie es genannt wird, soll eingerichtet werden, um unsere Speisen von der Küche in das Speisezimmer hinauf zu bringen. Miethe jährlich $ 900.

Der Tod der Generalin Witzleben hat mich betrübt. Wo wird Agathe bleiben? Was für ein Jammer das [sic] die schöne Tauf= kanne zertrümmert ist, u. was für eine Schlechtigkeit von dem Hofläuter. Ich könnte ihn auch nie ausstehen. Er ist gewiss hart genug bestraft.

Ich möchte gern noch ein paar Briefe mit= schicken u. schließe deshalb mit den herzlichsten Grüßen an den lieben Vater u. alle die Andern. Gott behüte Dich, liebste Mutter u. schenke Dir Gesundheit! Mit innigster Liebe Deine T. Marie

[margin:] Das Veilchen ist von einem Stocke? der in unserm Zimmer blüht. [/margin]

[page 3; margin:] Ich schicke die versprochene Übersetzung mit. Sobald ihr sie gelesen, sei so gut [/page 3; margin]

[page 2; margin:] u. lasse sie Buflebs zukommen. [/page 2; margin]


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