• Contributor Login
  • Transcriber Login
  • Register as a Contributor
Menu
  • german heritage in letters logo
  • News
  • Share Your Letters
  • Help Transcribe
  • Explore Collections
  • Browse Letters
  • Search

Klee family letter, April 13, 1899

Klee family letter, April 13, 1899, p. 1
Klee family letter, April 13, 1899, p. 2

Recipient

Eugen Klee

Date

April 13, 1899

Description

Klee family letter, April 13, 1899.

Type

letter

Language

German

Tags

1890-1899, transcription under review

Source

Eugen Klee Papers

Collection

Eugen Klee Papers (HSP)

Repository

Historical Society of Pennsylvania

Citation

“Klee family letter, April 13, 1899.” Eugen Klee Papers, Historical Society of Pennsylvania, accessed from German Heritage in Letters, March 12, 2026, https://germanletters.org/items/show/1934

Original text


[preprinted:] HOTEL Y RESTAURANT EL TELEGRAFO DE TEODOMIRO PEÑA

TACON NUMERO 124 SAGUA LA GRANDE

TELEFONO 87 TELEGRAFO PEÑA

Sagua la Grande [/preprinted] 13 [preprinted:] de [/preprinted] April [preprinted:] de 189 [/preprinted] 9

Lieber Herr Klee!

Ihr werthes Schreiben habe nach Matanzas erhalten & freute mich sehr wieder mal etwas von Ihnen zu hören. Sie schreiben mir wohl nach Phila. zu kommen, das würde ja auch das leichte sein für mich hinzukommen, möglicher Weise berühre ich es schon Anfang nächsten Monat, d. h. wenn ich über New - York fahre. Die Hauptfrage ist aber immer die Existenzfrage & das was ich z. Z. angefangen zwingt mich ab & zu eine kleine Reise zu machen, wenn sie ab & zu mal größer wird, das liegt dann an der Luftströmung die ein manchmal so vorhin reißt. Ich hätte es mir selbst nicht träumen lassen, daß ich nach Cuba komme, dies ging sehr schnell. Ich bin zum Madigras [sic] nach New - Orleans & glaubte dort recht gut zu thun, da kam aber der bekannte Blizard & zerstörte auch bereits alle Madigrageschäfte [sic], um nun das Taggeschäft weiter in betrieb zu halten, blieb mir nur der Ausweg entweder nach Mexico od. Cuba; so beschlossen wir 9 Mann einer mit Juwelierstore & der andere machte [Monkeys?] & Bälle nach Cuba zu gehen. Ich habe nun einige Wochen soweit gute Geschäfte in Havana gethan. [?]tag war ich dann nach Matanzas & jetzt war ich wieder da & machte nun weiter ins innere von Cuba. Heute kam ich nun von Cardenas, das ist eine recht langweilige Streke [sic]. Man kommt da durch große Streken [sic] von wildem Gebüsch & unkultivirtes Land, ab & zu dann einzelne Hütten & kleine Dörfer mit recht armseligen Hütten, mit seltenen Ziegeldächer, die meisten Landhütten [??] Cubaner Hütten sind aus Bretterverschlag & die Dächer aus Cokosnußblätter [insertion:] (zweige) [/insertion] & änlichen [sic] Zweigen. Die kleinen Städte liegen gut [?]einander. In San Domingo mußte ich den Zug wechseln, da kam es mir vor als käme ich in eine neue Welt. Die Wagen waren viel bequemer & Reinlicher. Eine Eisenbahnfahrt auf all den andern Strecken ist grauenhaft.

[page 2]

auf den Stationen ist schon alles in schlechter Unordnung & selbst die Streken [sic], saß in Wagon's besonders in 2ter & 3 Classe, die letztere hat gar keine Lenen [sic], man sitzt gerade wie auf einem Bret [sic]. Fenster gibts über[insertion:] haupt [/insertion] in Cuba allgemein fast gar nicht & so auch nicht in Eisenbahnwagon's. An Staub & Schmutz fehlt's überhaupt nirgends. Closets sind durchschnittlich meist in solchem Zustand, daß wenn man reingeht muß man sich erst die Hosen umkrempeln, drauf sitzen muß über= haupt nicht Mode sein; denn ein halbwegs gut in Ordnung gehaltener Ziegen od. Schweinestal [sic] kann man vorziehn. Auf vielen Plätzen nimmt es lange bis man einschlafen kann vor Musquitters & das Flohfieber kann man ebenfalls leicht bekommen besonders in der Cou[?] & Bahnwagen etc. & die Luder sind auch schlecht loszuwerden, weil sie so ausgehungert sind, als hätten sie seit dem 30jährigen Krieg kein warmen Löffelstiel mehr im Leib gehabt. - Nun was die Cultivirten Felder anbelangt, d. h. soweit sie wieder hergestellt, sind sehr ergiebig. Dieser Tage bin ich durch viele Zukerplantagen [sic] & Tabak Felder gekommen. Zum theil habe auch ab & zu demolirte Plantagen & abgebrannte Felder gesehn. Kleine Flüsse mit sehr klarem Wasser trifft man ebenfalls ab & zu. Bei Matanzas sind Nord Estlich mächtige Felsenabhänge, ähnlich wie auf der Fahrt von Colerado [sic] nach Cali= fornien etc: Zwei Gerbereien aller Cubaner sah ich dort in den Felsenklüften & das thal hat ein Prachtfluß, zum Baden ist das Wasser herrlich, man sieht durch wie Crystal. Unweit sah ich eine Quelle die quoll Mannesstark, zum trinken aber nicht so frisch wie andere Länder, das macht der Boden ist von der tropischen Hitze das ganze Jahr durchwärmt. Das Wachsthum ist großartig, Früchte [?] Art, nur kann sie der Ausländer nicht alle ver= tragen. Früchte werden viel bei den Häusern & in der Nähe der Dörfer gepflanzt. Sonst ist das Cubanische Volk sehr arm, aber auch zum theil nehmen sie es recht bequem. Man sieht, daß der Europäische Geist fehlt. Auch sonst fehlt dem Cubaner Intelligenz & besonders fehlt ihm die Kultivirung an sich selbst. Jetzt bin ich erst richtig unter den Cubanern & höre fast nichts als Spanisch. In Havana ist der Hauptgeschäftsplatz & auch viel Amerikaner. Das heißt die meisten sind schon wieder fort & fürchten die Regensaison resp. das Fieber. Etliche Europear [sic] sind auch in Habana, hier habe noch keinen getroffen. - Mr. Müller, (Mr Ringe sein Schwager) habe ebenfalls getroffen, er ist einige Meilen von Havana, wo die Militairlager sind, in einem Bettengeschäft als Vormann. Ich war 2 mal mit ihm zusammen befor [sic] ich von Havana fort bin. Er war gleich nach dem ich Ihnen die Karte schrieb. Wir freuten uns natürlich Gegenseitig & sprachen von den Phila. Gesangfreunden etc. - Könnte Ihnen noch vieles aus Cuba mittheilen, hoffe Ihnen aber vorläufig Genugthuung & Ihnen soweit die alte freundschaftliche Nächsten= liebe entgegengebracht zu haben. [?] des Sängerfestes würde Ihrem Wunsch, wie Sie auch selbst wissen, gern entsprechen, wenn es nur irgendwie möglich sein kann. Jedoch versprechen,


  • ← Previous Item
  • Next Item →
Wunderbar Together logo
German Historical Institute logo

  • ©2021 German Historical Institute Washington DC. All rights reserved.
  • Privacy Policy
  • Impressum
  • Site by Artefacto