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Amalia Haas to Eugen Klee, August 1, 1894

Amalia Haas to Eugen Klee, August 1, 1894, p. 1
Amalia Haas to Eugen Klee, August 1, 1894, p. 2
Amalia Haas to Eugen Klee, August 1, 1894, p. 3
Amalia Haas to Eugen Klee, August 1, 1894, p. 4

Author

Amalia Klee (Haas)

Recipient

Eugen Klee

Date

August 1, 1894

Origin

Schmittweiler, Pfalz

Description

Letter from Amalia Haas to Eugen Klee, August 1, 1894. Amalia Haas was the sister of Eugen Klee, and the wife of Heinrich Haas.

Type

letter

Language

German

Tags

1890-1899, transcription under review

Source

Eugen Klee Papers

Collection

Eugen Klee Papers (HSP)

Repository

Historical Society of Pennsylvania

Citation

“Amalia Haas to Eugen Klee, August 1, 1894.” Eugen Klee Papers, Historical Society of Pennsylvania, accessed from German Heritage in Letters, March 12, 2026, https://germanletters.org/items/show/1793

Original text


Schmittweiler, den 1. August 1894. Groß Callbach

Lieber Eugen!

Wir gratulieren Dir zu Deinem glücklichen Erfolge! Als Sieger bist Du also mit Deinem Verein Kreuznach von Kampfplatze des Erhabenen u. Schönen mit e. ehrendem u. wertvollen Preise in die Stadt Philadelphia zurückgekehrt und wurdest mit den größten Ehren empfangen. Den freundlichen Empfang können wir uns gar nicht denken, der da mag stattgefunden haben. Lieber Eugen! Wir waren alle ganz außer Fassung, als wir Deine Nachricht u. Photogra- phien erhielten. Ich wollte Dein Schreiben vorle- sen - aber ich konnte nicht weit damit kom(m)en - ein eingefühltes Stocken versagte mir den Dienst - und so übernahm Heinrich das Weiter- lesen. So ist nun Dein u. unser Wunsch er- füllt - Dein Glück ist gemacht -. Lieber Eugen! Es ist Dir bekannt wie stand- haft ich das Sterben der lieben Mutter er- trug, die verhängnisvolle Theilung durchmach- te und wie stark ich war in der Entscheidungs- stunde bei Deinem Abschiede von hier - alles zu- sammengenommen hat mich nicht so ergriffen als dieses Ereignis Deines bestrebsamen Unternehmens u. dessen glückliches Gelingen. Es ist nichts so schwehr, als sie man denkt, Wenn mans nur recht erfaßt und lenkt. Lieber Eugen! Recht dankbar sind wir Dir für die Freude, die Du uns auch durch Deine

[page 2]g

Geschenke gemacht hast. Wir schön u. herrlich sind Deine Photographien und so haben wir Dich doch auf diese Weise bei uns u. können Dich täg- lich sehen u. durch Schreiben mit Dir sprechen. Auch ist es nicht ausgeschlossen einen Besuch bei Dir zu machen - doch wir wollen Dich in Deinem fortschreitenden Wesen auf keinerlei Weise stören u. Alles der Zeit u. den Umständen überlassen. Auch die Zeitungen haben uns sehr erfreut, denn Dein Bild ist sehr schön und die Bio- graphie sehr empfehlend verfaßt. Was Philadel- phia für Gesang u. Musik aufbiethet, kann sich keine Stadt der Erde mit ihr messen - die fünf undfünfzig solcher Vereine aufzuweisen hat. Einen rechten Begriff können wir uns von der Größe, Reichtum u. Einrichtungen dieser Stadt nicht machen - wir können nur ahnen, so mag es ungefähr sein und für uns bleibt es ein Rätsel, wie Du Dich da so schnell eingereiht u. so schnell solche Erfolge erziehlt hast. An die Familie J. Cherdron u. Benedum habe ich Alles besorgt, wie Du es verlangt hast eine jede hat den für sie bestim(m)ten Brief und jede hat ein Brust- u. Standbild erhalten. O wie froh werden sie sein, denn mit Angst u. Bangen haben sie einem Schreiben von Dir entgegenge- sehen. Alle Hoffnung war beinahe verschwunden - ach! klagten sie mir u. fragten mich: "Warum schreibt denn der Eugen gar nicht?" Ich konnte nur sagen: "Abwarten - er wird schon schreiben

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wenn das Sängerfest vorüber ist." Ich habe nun mein Versprechen, durch Deine Güte einge- löst u. ihnen geschrieben, daß sie Dir unver- geßlich bleiben und daß Du Deine angenehm- sten Stunden bei Ihnen verblebt hättest. Komme ich bis Herbst wieder nach Otterberg, so werde ich noch manches über Deine Verhält- nisse mit ihnen besprechen. Lieber Eugen! Dein Verein wird Dich immer mehr achten u. ergeben Dir entgegen- kommen und Dir bei dem in diesem Herbste bevorstehenden 25 jährigen Jubiläumsfeste in Allem behilflich sein um es glänzend auszu- führen. Auch Deine anderen Vereine, die Dich so ehrend empfangen haben, würden eine Ehre darin finden, wenn sie sich vielleicht an dem Feste beteiligen könnten - als Gesamtchor oder wies sonst möglich sein kann, und wie es Dir konfirnirt. Lieber Eugen! Die Musika ist des Him- mels liebstes Kind - sie ist Dein Element - Du bist dazu geboren - kein anderer Er- nährzweig kann Dir dieses bieten - unabhängig von Allem kannst Du der Zu- kunft froh entgegensehen. Doch bei allem Schritt halten u. nicht überladen, weil die geistige Arbeit zu sehr anstrengt und die Gesundheit viel dabei zu leiden hat. So sehr ich mich der Freude hingebe, so denke ich doch, daß bei den Rosen auch Dornen stehn

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daß es auch Neider geben kann, die Deinem raschen Emporblühen verhinderlich sein können - Dich erniedrigen um sich zu erhöhen - darum Vorsicht - Vorsicht bei Allem - im Glück nicht stolz und im Unglück nicht verzagt. Bescheidenheit ist die Zierde des Musikers und der Grundstein zur Achtung, Zufriedenheit u(nd). Glück. Froh leben soll ferner- hin unser Bestreben sein u(nd). kein Ungemach soll uns darin stören. Nur mit Liebe und Achtung kann ich Deiner gedenken - und so bleibe auf dem Wege der Rechtschaf- fenheit zu, Deiner und unserer Ehre - bis zu unserem Wiedersehen! Die Familie Riess wird sich auch über Deine Huldigungen gefreut haben und für das k(ommende). Fest das Beste hoffen. Wir senden Ihnen, so wie Vetter Fritz und den übrigen Verwandten die besten Grüße und wünschen ihnen alles Gute. Wir befinden uns alle recht wohl und machen uns das Leben so angenehm als wir können, mit Musik, Bücher u. Zeitungs- lesen. Einige Blättchen habe ich hier beigelegt. So will ich nun heute schließen mit den besten u(nd). herzlichsten Wünsche (sic!) für Dein ferne- res Wohlergehen u(nd). mit den besten Grüßen von uns allen; vom Malchen u. Heinrich, vom Eugenchen und Deinem Vater

Klee


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