• Contributor Login
  • Transcriber Login
  • Register as a Contributor
Menu
  • german heritage in letters logo
  • News
  • Share Your Letters
  • Help Transcribe
  • Explore Collections
  • Browse Letters
  • Search

Emilie Hassel to Friedrich Wilhelm Hess, July 1, 1876

Emilie Hassel to Friedrich Wilhelm Hess, July 1, 1876, p. 1
Emilie Hassel to Friedrich Wilhelm Hess, July 1, 1876, p. 2
Emilie Hassel to Friedrich Wilhelm Hess, July 1, 1876, p. 3
Emilie Hassel to Friedrich Wilhelm Hess, July 1, 1876, p. 4

Author

Emilie Hassel

Recipient

Friedrich Wilhelm Hess

Date

July 1, 1876

Origin

Gumbinnen, Ostpreussen

Destination

Cincinnati, Ohio

Description

Letter from Emilie Hassel to her brother, Friedrich Wilhelm Hess, July 1, 1876.

Type

letter

Language

German

Tags

1870-1879, untranscribed

Source

Friedrich Wilhelm Hess Papers, Rattermann Collection

Collection

Hess/Hassel Family Letters

Repository

Illinois History and Lincoln Collections, University of Illinois Library

Citation

“Emilie Hassel to Friedrich Wilhelm Hess, July 1, 1876.” Friedrich Wilhelm Hess Papers, Rattermann Collection, Illinois History and Lincoln Collections, University of Illinois Library, accessed from German Heritage in Letters, March 11, 2026, https://germanletters.org/items/show/1771

Original text


Gumbinnen den 1 ten Juli 1876.

Mein alter, guter Bruder!

Damit Du Dich doch überzeugst, daß ich meinem Versprechen auch gern nach= komme, Dir öfter Nachricht von uns zu geben, ergreife ich mit Freuden die Gelegenheit, Dir, wenn auch nachträglich, die herzlichsten Glück= wünsche zu Deinem Geburtstag zu übersenden. Ganz fest hatte ich mir vorgenommen, gerade am 27 ten Juni selbst, Dir mein treues Gedenken auszusprechen, und Dir zu sagen welch innigen Antheil wir alle ver= eint hier an Deinem Wohl oder Wehe nehmen, leider aber wurde mein Vorhaben vereitelt, da wir

[left margin:]Ich hoffe recht bald Günstiges über Dein Ergehen zu hören!![/left margin]

[page 2:]

unruhige Tage hatten, die durch auswär= tigen Besuch veranlaßt wurden. Die Herrn Präsidenten von roman:]Diest[/roman] aus Danzig und von [roman:]Flottwell[/roman] aus Marienwerder besuchten Schwa= ger Otto, Beide waren sehr liebenswürdig, geistig frisch und angeregt, und es war ein sehr nette Zeit, aber nicht geeignet um Briefe zu schreiben. Außerdem ist Rudolf noch auf 4 wöchentlichen Urlaub hier, da sich die weitere Reise von [roman:]Altona[/roman] sonst nicht lohnt, zu theuer ist; nebenbei auch noch Ferien der drei jüngsten Söhne, da weiß man oft wahrlich nicht, wo einem der Kopf steht, wie Du leicht ermessen kannst. Im Ganzen kann ich Dir Günsti= ges melden, obgleich Westarp sowohl, als wie auch Bertha, abwechselnd oft leidend sind, Beide haben recht gealtert, sie haben aber auch Vieles durchgemacht, denn es ist heutzutage wahrlich nicht leicht, eine

[page 3:]


Familie mit 5 Söhnen zu unterhalten und durchzubringen. - Hoffentlich hast Du mei= nen letzten Brief von Ende Mai richtig erhalten, ich schrieb unter Deiner alten Adresse, im Fall, daß Du auch zu der so berühmten Welt-Ausstellung gefahren bist, nehme ich an, daß die Postsachen Dir nachgeschickt werden. Sehr gespannt bin ich auf Deinen nächsten Brief, da wirst Du höchst in= terressant berichten können, ich verfolge schon immer die Zeitungen mit der größten Aufmerksamkeit, es muß doch recht großartig dort sein. Hier haben wir viel von der Hitze auszustehen, so kalt wie stellenweise der Winter, so tropisch der Sommer, das sind die Extreme. Wir sind alle Nachmittag und Abend im Garten, der zur Dienst-Wohnung gehört, schade daß er nicht unmittelbar am Hause liegt, dadurch viel lästiger, er ist sonst recht hübsch angelegt, birgt manch' schattiges Plätzchen, und sitzen wir größ=

[page 4:]


tentheils auf der Veranda, die sehr freund= lich von wilden Wein umrankt wird. -

Vor einigen Tagen erhielt ich auch ein Schreiben des Landraths aus H., der mir mittheilt, daß mein Immediat-Gesuch abgelehnt sei, und ich auf eine jährliche Unterstützung zur Zeit nicht rechnen dürfe. Da die Antwort solange auf sich warten lassen ließ, hatte ich offen gestanden, auf günstigen Bescheid gehofft, war also sehr enttäuscht und niedergeschlagen, aber was dagegen thun?? Sich fügen und das Unabänderliche mit Würde tragen, wenn es auch oft im Leben uns schwer und hart erscheint. Aber es muß doch wohl so, und nicht anders, gut für mich sein, wir kurzsichtigen Men= schen wissen ja selbst oft nicht, was zu unserm wahren Heil dient, darum will ich auch mit frischem Muth vorwärts schauen und mit Gott= vertrauen der Zukunft entgegen gehen. -

Das ganze Westarpsche Haus grüßt Dich mit mir recht liebevoll und herzlich, wir haben am 27 ten recht lebhaft Deiner gedacht, nochmals ein frohes, ungetrübtes Lebensjahr Dir recht wünschend, verbleibe ich in alter Liebe und Treue stets Deine

Schwester [roman:]Emilie![/roman]


  • ← Previous Item
  • Next Item →
Wunderbar Together logo
German Historical Institute logo

  • ©2021 German Historical Institute Washington DC. All rights reserved.
  • Privacy Policy
  • Impressum
  • Site by Artefacto