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Marianne Hassel to Friedrich Wilhelm Hess, October 10, 1871

Marianne Hassel to Friedrich Wilhelm Hess, September 10, 1871, p. 1
Marianne Hassel to Friedrich Wilhelm Hess, September 10, 1871, p. 2
Marianne Hassel to Friedrich Wilhelm Hess, September 10, 1871, p. 3

Author

Marianne von Rappard (Hassel)

Recipient

Friedrich Wilhelm Hess

Date

October 10, 1871

Origin

Hamm, Westfalen

Destination

Cincinnati, Ohio

Description

Letter from Marianne Hassel to her son, Friedrich Wilhelm Hess, October 10, 1871.

Type

letter

Language

German

Tags

1870-1879, untranscribed

Source

Friedrich Wilhelm Hess Papers, Rattermann Collection

Collection

Hess/Hassel Family Letters

Repository

Illinois History and Lincoln Collections, University of Illinois Library

Citation

“Marianne Hassel to Friedrich Wilhelm Hess, October 10, 1871.” Friedrich Wilhelm Hess Papers, Rattermann Collection, Illinois History and Lincoln Collections, University of Illinois Library, accessed from German Heritage in Letters, March 11, 2026, https://germanletters.org/items/show/1751

Original text

Hamm den 16ten Oktob 1871

Durch ein besondres glückliches Ereigniß brachte ich in Erfahrung, daß Du, mein lieber Sohn, noch am Leben u durch einen ehrenvollen Beruf Dir einen auskömmlichen Lebensunterhalt gesichert hast. Wie groß u wahr darüber meine Freude, u wie innig dankbar mich diese Freuden= botschaft stimmt, muß ich Dir aussprechen, lieber Wilhelm! Laß uns gegenseitig vergessen wie viele trübe Jahre dazwischen liegen in denen wir keine Kunde von einander hatten, laß uns aufs Neue beginnen fest u treu zusammen zu halten. Ich reiche Dir gern u aus vollem Herzen die alte Hand die jetzt Dir noch sagen kann, daß ich Deiner stets in Liebe gedacht u mich oft - oft nach Nachrichten von Dir gesehnt, u nun froh u glüklich bin zu wissen, wo ich [insertion:] Dich [/insertion] suchen u finden kann! Wie werden sich Deine Geschwister freun durch mich von Dir zu höhren, daß Du noch lebst u eine Stellung einnimst die Du so reichlich ausfüllst u Deinen Kenntnissen u Wünschen zusagt. Ich glaube fest, auch Du, mein Wilhelm, hörst gern von uns, so erfahre dann, daß der gütige Gott mich für besondere Krankheiten oder Gefahren behühtet hat, wir leben still u die liebe Emilie, meine getreue Pflegerin schafft, thut u wirkt unermüdlich [insertion:] für [/insertion] mein Wohl. Der Lohn dafür

[page 2:]

wird ihr demnächst nicht fehlen. Sie hatte das Unglück auf dem hiesigen Bahnhof, wo sie einem Verwundeten einen Labetrunk reichen wollte in ein Glas sehr schlimm zu fallen u die Adern der rechten Hand so gefährlich zu verletzen, daß sie II. Wochen in ärtzlicher Behandelung bleiben mußte. Dazu sprangen noch am 9ten Tage 2 Adern in der Wunde auf, wo sie durch den starken Blutverlust 6 Stunden ohne Besinnung lag --- Doch diese trübe Zeit ist ja auch überwunden u jetzt versieht sie alle Arbeit nach wie vor. Bertha lebt in Hildesheim, wo Otto Landdrost ist, beide leiden viel an Kopfweh, sonst leben sie in angenehmen Verhältnissen u haben eine schöne Dienstwohnung. 5 Knaben besitzen sie noch (Einer starb) wovon schon 2 Cadetten sind. Fritz ist im glorreichen Krieg Major geworden, beide eiserne Kreuze wurden ihm zu Theil, er ist General-Stabs. Oflx [FOOTNOTE: possibly 'Offz'] der 16 Division u steht in Trier, seine Frau ist sehr nett u sehr häuslich u seine beyden Knaben allerliebst. Paula u Herrmann haben keine Kinder u wohnen noch immer in Zäckerick a.d.Oder. Die treuste Liebe u Theilnahme meiner Kinder ist mir gesetzt bis auf den heutigen Tag, u nun wird mir auch noch die herrlich große Freude Dich wieder mein u unser nennen zu können - Dafür sey Gott tausendmal gedankt!-

Dein gerichtlicher Curator, Herr Appel. Gerich. Rath Schultz

[page 3:]

ist plötzlich gestorben, ob ich aufgefordert werde einen Andern für Dich zu stellen weiß ich nicht. Schultz sagte mir vor einiger Zeit daß die 10 rthl die Dir bey der Auseinandersetzung zu Theil wurden, zu 13 rthl angesammelt wären, ebenfalls bewahre ich für Dich vom selg. Vater einen Rock, Hose u Weste auf, die noch in leidlichem Zustand sind. Kannst Du, mein Wilhelm eine Weg u Steg anweisen auf welchen ich Dir das kleine Eigenthum übermitteln kann so theile ihn mir mit. Jedenfalls muß Du mir aber etwas schriftliches mitschicken wodurch ich beym Gericht Dein Geld erheben kann, sonst wird hier Nichts verabfolgt u das mit Recht. Nun mein lieber Sohn, leb recht u behalte recht lieb Deine treue Mutter. Emilie, die Dich liebevoll grüßt wird mit der größten Freude auch an Dich schreiben falls Du es wünscht -- Wir hoffen bald auf eine Antwort. -


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