Es war mir gestern unmöglich,
Euch vom Fenster aus noch ein Lebewohl
zu sagen, der Abschied war zu schmerzlich
für mich; heute will ich Euch aber ein
herzliches "Willkommen in Chicago", zuru=
fen, denn wenn Ihr diesen Brief, der
auch mit der Elbe fährt, lest, dann seid Ihr
in Eurem Heim, welches Euch hoffentlich
Eure vielen guten Freunde so eingerichtet
haben, wie Ihrs verlassen habt. Jetzt werdet
Ihr behaglich um den Tisch sitzen, es Euch
gut schmecken lassen und auch wol [sic] einmal
der nun einsamen Alten gedenken.
Inzwischen werde ich wol [sic] heute aus
Bremen einige Zeilen erhalten, die mir gute
Nachrichten über Rasters Befinden, überhaupt
über Euer Aller Wohlsein bringen. Ich wollte
erst derhalb telegraphisch anfragen, Adolph
meint aber, das wäre überflüssig, Raster
würde sich höchstens darüber ärgern.
Für heute lebt nun wohl, meine Lieben, Allen herzliche Grüße & Küsse von Eurer Mutter & Großmutter Anna
Dessau 15/10. 86.