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Anna Oppenheim to Margarethe Raster, August 24, 1883

Anna Oppenheim to Margarethe Raster, August 24, 1883, p. 1
Anna Oppenheim to Margarethe Raster, August 24, 1883, p. 2
Anna Oppenheim to Margarethe Raster, August 24, 1883, p. 3
Anna Oppenheim to Margarethe Raster, August 24, 1883, p. 4

Author

Anna Oppenheim

Recipient

Margarethe Oppenheim (Raster)

Date

August 24, 1883

Origin

Dessau, Anhalt

Destination

Chicago, Illinois

Description

Letter from Anna Oppenheim to her daughter, Margarethe Oppenheim Raster, August 24, 1883.

Type

letter

Language

German

Tags

1880-1889, transcription under review

Source

Hermann Raster Papers

Collection

Raster Family Letters

Repository

Newberry Library

Citation

“Anna Oppenheim to Margarethe Raster, August 24, 1883.” Hermann Raster Papers, Newberry Library, accessed from German Heritage in Letters, March 12, 2026, https://germanletters.org/items/show/1638

Original text


Dessau, 24/8. 83.

Bei Empfang dieser Zeilen ist Raster wol [sic] schön über acht Tage bei Euch, mein Gretchen, denn nach meiner Berechnung muß er heute oder spätestens morgen in New - York landen. Das war doch einmal eine freudige Über= raschung, nicht wahr, mein Herz? Wir hätten uns unendlich gefreut, wenn Raster noch ei= nige Zeit hiergeblieben wäre, er hat uns aber schon von Marienbad geschrieben, daß für ihn zum 12ten August ein Platz auf dem "Salier" belegt sei, daran war nun Nichts mehr zu ändern, ich hoffe aber, Ihr kommt recht bald einmal Alle zusammen und dann auf längere Zeit her, so große Pausen von acht und höher


zehn Jahren, so lange können wir hier gar nicht mehr denken und ich möchte doch Annchen und Walter auch gern noch ein mal sehen.

Für die übersandten Bilder kann ich Dir gar nicht so recht danken, mein Gretchen, denn ich finde sie gräßlich und nur um Raster, der so sehr entzückt von Deinem Bilde ist, nicht aus allen Himmeln zu stürzen, habe ich beigestimmt, sofort aber, als Raster aus der Stube gegangen war, zu Onkel Adolph gesagt, daß ich die Bilder gräßlich finde; die Frau mit dem gedunsenen Gesicht und den zusammengepressten Lippen ist meine Grete nicht und auch Raster, obgleich das Bild besser, als Deins ist, sieht wie geschwollen aus. Das lange, schmale Bild, das Raster mitge= bracht hat, ist ausgezeichnet, das beste, das von ihm existiert. Über Eddys letzten Brief habe


ich mich sehr gefreut, der Brief ist sehr gut geschrieben und die Handschrift hat sich außer= ordentlich gebessert; es war wol [sic] doch gut, daß ers ein mal wo anders versucht hat, es ist mir aber eine große Beruhigung, daß ich ihn jetzt wieder bei Euch weiß und Dich, mein Herz, nicht fortwährend auf der Landstraße. Bei uns hier ists noch so, wie bei Rasters Abreise, (nur Horwitz ist zum Glück den Tag darauf abgereist) die Kinder sind noch hier, Gertrud noch in Elster und wird auch noch 8 - 10 Tage bleiben, dann holt sie die Kinder, bleibt aber erst noch acht Tage hier. Wir wollten erst zur Enthüllung des National= Denkmals nach dem Niederwald, ich denke aber, das es erst den 28ten September stattfindet, ists zu spät für uns, es kann aber doch sein, daß wir uns noch dazu entschließen.

Von Fränkelgrete hatte ich gestern einen langen


Brief aus Paris, sie schreibt, daß sie längere Zeit recht krank war, jetzt geht es ihr aber besser, nach Deutschland kommt sie jedoch nicht, es gefällt ihr außerordentlich in Paris, sie schreibt auch sehr heiter und vergnügt und es geht daraus hervor, daß die Verhältnisse sich doch jetzt recht gebessert haben müssen, das freute mich wirklich, denn sie hat sehr schwere und unangenehme Zeiten durchzu= machen gehabt. - Gerade an Eurem Hochzeitstage hat hat [sic] sich auch Herr Wilhelm von Öchelhäuser verheirathet, die Trauung war in Gröna und von da ist das junge Paar auf drei Monate nach dem Süden gegangen. - Vielleicht bringt heute schon unsere Zeitung eine Depesche von Rasters Schiff, er muß ja spätestens heute ankommen, wie werde ich mich freuen, wenn ich die Nachricht lese! Deine Briefe, lieber Raster, sind Dir sofort immer wieder nachgeschickt und erhälst Du sie uneröffnet zu [?], die Post besorgt das gleich Alles.

Nehmt nun die herzlichsten Grüße für Alle von Eurer treuen Mutter

[text on top of page 4, written upside down:] Dir, mein lieber Eddy, werde ich nächstens schreiben, heute kann ich nicht mehr, denn die Cousinchen machen schrecklichen Lärm & Anna soll noch fleißig arbeiten. [/text on top of page 4, written upside down]


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