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Anna Oppenheim to Margarethe Raster, July 9, 1883

Anna Oppenheim to Margarethe Raster, July 9, 1883, p. 1
Anna Oppenheim to Margarethe Raster, July 9, 1883, p. 2
Anna Oppenheim to Margarethe Raster, July 9, 1883, p. 3
Anna Oppenheim to Margarethe Raster, July 9, 1883, p. 4
Anna Oppenheim to Margarethe Raster, July 9, 1883, envelope [front]
Anna Oppenheim to Margarethe Raster, July 9, 1883, envelope [back]

Author

Anna Oppenheim

Recipient

Margarethe Oppenheim (Raster)

Date

July 9, 1883

Origin

Dessau, Anhalt

Destination

Chicago, Illinois

Description

Letter from Anna Oppenheim to her daughter, Margarethe Oppenheim Raster, July 9, 1883.

Type

letter

Language

German

Tags

1880-1889, transcription under review

Source

Hermann Raster Papers

Collection

Raster Family Letters

Repository

Newberry Library

Citation

“Anna Oppenheim to Margarethe Raster, July 9, 1883.” Hermann Raster Papers, Newberry Library, accessed from German Heritage in Letters, March 12, 2026, https://germanletters.org/items/show/1637

Original text


Dessau 9/7. 83.

Schon Freitag, gleich nach Rasters Abreise, wollte ich Dir einige Zeilen schreiben, mein Gretchen, es war aber eine so entsetzliche Hitze und erst heute kommen Abkühlungsgewitter. Über Raster habe ich mich unendlich gefreut, sein Äußeres hat sich in den zehn Jahren gar nicht verändert, er ist weder älter, noch här= ter geworden, sein Wesen finde ich aber sehr verändert, er hat durch seine Artig= keit und Zuvorkommenheit Alle hier


überrascht. Es hat uns zu leid gethan, daß er nur so kurze Zeit hiergeblieben ist, ich hoffe, er wird uns nach seiner Cur noch ein mal besuchen. Aus Marien= bad hatten wir vorhin Brief von ihm und wie ichs ihm vorhergesagt hatte, gefällt es ihm dort durchaus nicht, kranke, lang= weilige Leute, die nur von ihrem Lei= den sprechen, das ist für Raster Nichts, dazu muß man selbst leidend sein und das ist er keineswegs. Brückner & Fränkel halten jedes Bad für ihn für überflüssig, er wollte doch aber, da er nun einmal in Deutschland, seine Schuldigkeit mit


einer Cur thun. Vorigen Mittwoch waren Onkel Fränkel & Tante Lena hier, wir waren sehr vergnügt zusammen. Grete wird wahrscheinlich in dieser Woche mit Fritz (wie Tante Lena sagt: "statt in ein Seebad zu gehen") den Sommer über herkommen; mir gefällt das nicht, ich fürchte, sie bleibt dann wieder hier. Man erfährt ja über die Verhältnisse nichts Näheres, es geht, nach den Briefen, immer glänzend und das dicke Ende kommt dann noch. Die Hälfte Zeit von Rasters Abwesesch Abwesenheit ist


nun vorüber, denn er will den 2ten Septem= ber schon wieder zurück sein; darüber bist Du gewiß sehr froh, mein Gretchen, und während der Zeit hast du ja nun die Kinder bei Dir und so viele Bekannte, die Dich sicher auf jede Weise zu zerstreuen suchen, wenn Raster zurück ist, wirst Du gar nicht wissen, wo die Zeit geblieben ist. Nächste Woche kommt Gertrud und bleibt wol [sic] acht Tage hier und dann behalte ich die Kinder während ihrer Badereise; ich wollte, die Zeit wäre erst vorüber, denn ich ängstige mich sehr, da in der Zeit immer so viel Kinderkrankheiten hier sind.

Lebe nun wohl, mein geliebtes Kind, tausend Grüße & Küsse für Euch Alle! Deine treue Mutter

[envelope, front]

[stamp:] DESSAU 9 7 83 7 - 8N [/stamp]

[stamp:] DESSAU 9 7 83 7- 8N [/stamp]

[roman:] Mrs. HermannRaster 391. West = Jackson = Street Chicago Ill. America [/roman]

[envelope, back]

[stamp:] PAID A ALL [/stamp]

[stamp:] NEW YORK [?] 83 [/stamp]

[stamp:] J 23 9AM [/stamp]


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