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Schulz family letter, March 25, 1892

Schulz family letter, March 25, 1892, page 1 [right-hand] and page 4 [left-hand]
Schulz family letter, March 25, 1892, page 2 [left-hand] and page 3 [right-hand]

Author

Adam Rank

Recipient

John L. Schulz

Date

March 25, 1892

Origin

Issigau, Bavaria

Destination

Sappington, Missouri

Description

Schulz family letter, March 25, 1892.

Type

letter

Language

German

Tags

1890-1899, transcription under review

Source

Schulz Letters

Collection

Schulz Family Letters

Repository

Whitton family collection

Citation

“Schulz family letter, March 25, 1892.” Schulz Letters, Whitton family collection, accessed from German Heritage in Letters, March 12, 2026, https://germanletters.org/items/show/1341

Original text

[page 1 (sheet 1, right-hand side):]

Issigau den 25 März 1892

Lieber Vetter!

Da es nun schon lange ist daß ich euch
einen Brief geschrieben hab und bisher noch
keine Antwort erhalten haben so bin ich
gezwungen noch einmal die Feder zu er-
greifen. Ich hab euch in den vorigen
Brief die Krankheit meines Vaters geschrieben
und nun muß ich euch die Trauerige
Nachricht mitteilen das unser Vater am
5 Dezember gestorben ist. In seinen
letzten Stunden hat er sich noch gewünscht
das er die kleine [?] thar [/?] beichten wollte
lassen und einen Brief wollte er noch
erhalten von Amirika und beide
Wünsche waren umsonst. Unser Vater
ist mit den Feuerwehr und mit den
Gesangverein begraben worden es waren
zwei Fahnen dabei und es war gerade
so windig sonst hätten noch 12 Fackeln
gebrannt und die Musick gespielt

[page 2 (sheet 2, left-hand side):]

Lieber Vetter in seinen letzten Stunden
wollte er noch Hilfe von Doktor haben
wir haben sogleich nach den Doktor
geschickt er ist auch gleich kommen
und ich bin gleich auf [?] Steile [/?] in die
Abotehke er konnte 14 Tage keinen Tropfen
Wasser nieterbringen und die letzte
Stunde konnte er Wasser und Arznei
nieterbringen er hat woll gesagt es wird
besser aber Leider war er in einer
halben Stunde schon verschieden. mitsamt
den das er 14 Tage keine Tropfen Wasser
in Leib gebracht hat er nicht einmal
gesagt das er Hunger hat und ist bis
zu den 11 Tag allein aus den Bett aber
die letzten 2 Tage konnte er nicht mehr
Laut reden und wir mußten uns imer
an das Bett setzen damit er uns
gewießen hat was er wollte. Auch will ich
euch schreiben das Gorg Drechsel schon 14 Tag nicht mehr
allein aus den Bett kan er hat die Wassersucht und ist
an ganzen Leib geschwoln Ich will nun schließen.
Viele Grüße von allen unsren Kamraden und [insertion:] viele [/insertion] Grüßen von uns

[page 3 (sheet 2, right-hand):]

Lieber alter Freund Schultz!
Du wirst es mir nicht übel denken,
wen ich Dich mit einem kleinen Schreiben
belästige. Du warst immer so freundlich
und ließet in Deinen an J. Schulz geschrie-
benen Briefe Grüße an mich ausrichten,
und so erachte ich es auch für meine
Schuldigkeit, auch etwas von mir hören
zu lassen. Was meine Familie belangt
so habe ich 8 Kinder, die aber bereits
bis auf das kleinste, ein Mädchen versorgt
sind, das Anwesen habe ich meinen kleinen
Sohn übergeben, bei welchen ich und meine
Frau unsere Versorgung haben, und haben
auch nicht Ursache uns zu beklagen, soviel
unsere Gesundheit und Kräfte es erlauben,
arbeiten wir mit, und begnügen uns
auch mit allen, wenn ich schon die 68 Jahre
angebackt hätte würde ich dich in
Amerika aufsuchen, aber dieses Unter-
nehmen werde ich wohl aufgeben müßen.


[page 4 (sheet 1, right-hand side):]

Was die Schulzische Familie anbe-
langt, teile ich Dir mit, das Dein Vetter
Joh. Schulz, während seiner Krankheit
von seinen Angehörigen sehr gut verpflegt
wurde, sie suchten ärztliche Hilfe, und
ließen es überhaupt an gar nichts fehlen,
er hatte auch immer Hofnung auf Genesung
aber es war umsonst, sein einziger Wunsch
war, seine kleine Tochter gar confirmiren
zu sehen allein es war ihm nicht mehr
gegönt, er war fleißig besorgter Vater
und guter Nachbar, überhaupt gegen Jeder-
mann zuvorkoment, und so wurde er
auch von der ganzen Gemeinde sehr
bedauert. Wen die Entfernung nicht gar so
groß wäre, würde ich dich ersuchen zur
Confirmation der kleinen Tante beizuwohnen,
aber es dieses ja nicht möglich, sei nur so
freundlich, und beehre uns bald mit einem
Schreiben. Unter den besten Grüßen an Dich
und Deine Angehörigen verbleibe ich Dein ganz
ergebenster Freund

Adam Rank.

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