Ascheberg den 19 August 1877
Viel geliebter Bruder und Schwiegerin und Kinder!
Deinen Brief haben wier 1876 acht Tage vor Pfingsten erhalten, und gesehen das ihr alle noch recht Gesunt wahren, welges wier auch bis jetz noch immer gewesen sind, aber es sind doch schon viele Gestorben, deine Frau ihren Vater der ist vorgen herbst an unsere Hause gewesen und hat mir gesagt, das, "[strikethrough:] das [/strikethrough]" Gertrut "[strikethrough:] M [/strikethrough]" Wissing vorgen Jahr Fastnagt begraben sei und hat 4 oder 5 Kinder nachgelassen und jetz habe ich wohl gehört das er wieder Geheirätet hat. Deinen Vater hat mir gesagt ich mögte seine Togter Elisabeth schreiben sie mögte doch einen Brief an ihren alten Vater schreiben den er hätte noch niehmals einen Brief bekommen und dieses Jahr Fastnagt ist Theodor Horstman gestorben der ist den Montag noch zur Kirge gewesen und den Dinstag hat er fürgtelige leib schmerzen gehabt und den Mitwogen abent ist er schohn
Gestorben und hat 9 Kinder nach gelasen. Und Heinerig Klöns der ist auch jetz begraben und seine Frau die ist ungefer 1 1/2 Jahr Thoth. A. Dewenter seine Frau ist ganz unsinnig gewesen, zie ist von Jakobi bis 14 Tage vor Ostern bei Telligte in ein fon Kloster gewesen und ist jetz ganz wieder besser. Anna Husam die hat so lange die Haus haltung Verwaltet, und Mari die ist jetz bei uns bis diesen Herbst bis unser Anna wieder kömt bei uns den kömt "[strikethrough:] kömt [/strikethrough]" sie wieder in unser A. ihre stelle bei den Hern Brühning vür Kost Mamsell, die dinst Bothen sind hier balt so schlegt zu kriegen den die meisten sind bei ihren Eltern im Hause die wollen bei die Bauern nicht mehr dienen die Mätgen besonders Knegte die sind wohl noch besser zu kriegen wie Mägten den was jetz einen kötter mätgen ist die wollen bei keinen Bauern mer dienen, wier haben jetz nur Maria Husam und Anna Forstmann mehr wollen wir auch jetz nicht haben den die Beiden Knaben sind auch jetz Groß und können auch guth Arbeiten wier haben eine kleine Haushaltung von 6 Man und Forstman das ist 7 der
es hat diesen Winter gar wenig gefrohren und oft geregnet um diesen früh jahr ist es immer Kalt gewesen und jetz ist es auch noch immer unbestendiges Wetter das Winter Korn ist ist so siemlig zu hause gefahren aber nicht alle so trocken wie sorgen jahr, das ist auh alle dün bei ein ander gegangen wier haben 14 fuder Roggen gehabt Weitzen sollen wier wohl etwas über 30 fuder gehabt haben, Sommer Korn das habe wier jetz noch nichts zu Hause das Ziet alle guth aus aber "[strikethrough:] aber [/strikethrough]" die Kartoffeln die sind so schlegt wie sie noch nieh gewesen sind die frühen wahren Jakobi schon reif und die anderen sind jetz Maria himmelfart reif und werden alle faul und sind auch keine an. Graß und Kleh ist diesen guth gewacksen den es hat immer geregnet das fette vie ist recht theuer das Pfund Rindfleisch kostet 6 Sg 5 Pfennig die fasbutter 9 Sg Weitzen 20 th diesen frühjahr haben die jungen Schweine von 5 Woggen kosteten 5 Thaler wier haben zwei schweine mit 25 jungeschweine gehabt die sind alle gestorben und hernegst eine mit 9 die sind alle Groß geworden
wier haben 5 Pferde und ein füllen 5 Kühe 6 Kelber und 8 vonforgen jahr und noch 2 Ocksen die werden 3 jahre alt fette den einen zum schlagten und den andern zum verkaufen vorgen herbst haben wier ein Rind verkauft das war dregtigt für 75 Thaler. alles gelt ist ietz umgesetz die Silbergroschen sind weg es ist jetz kein alt gelt mehr wie 5 Sg und einen Th. Das wird jetz alle in Markt geschrieben wier müssen 300 und 6 Markt steier betzahlen ein Markt das ist 10 Sgroschen 1 markt sind 100 Pfenige ein Sg sind 10 Pf. 3 und 4 Pfennige die sind nicht mer, 1 Pf und 2 Pfund 3 Pf 5 Pf. das ist weißes Gelt 4 von die Jungen Schweine die haben wier verkauft für 41 Thl. wier haben diesen Somm 30000 Steine gemagt wier wollen eine neu Schoppe Bauen aber zum Steine magen ist es zu nas gewesen ich bin so faul mit den Schreiben ich hatte den Brief schohn lengst angefangen ehe "[strikethrough:] deude [/strikethrough] der 2 Brief ankame ich denke so oft du muß doch schreiben meinen Man der sagt so oft wan schreibst du mahl einen Brief was werden sie wohl denken das du gar nicht es geth mir grade wie deine frau mit den Schreiben wen du so fiele Briefe von mir hättes als ich denke Zu hättes du eine ganse wagen foll
Ascheberg, August 19, 1877
Dear brother, sister-in-law, and children,
We received your 1876 letter a week before Pentecost, and we have noted that you are all in good health, which is the same here. But many have already died. Your wife’s father visited us last fall and told me that Gertrud [Wisting?] was buried last year and that she left 4 or 5 children. The widower has remarried. Your father [i.e., the father of Elisabeth Husam] asked me to write to his daughter Elisabeth. She should for heaven’s sake write a letter to her old father – he has never ever received a letter from her.
This year during Lent Theodor Horstmann died. He went to church on Monday, and on Tuesday he had a terrible stomach ache. Wednesday evening he died. He left 9 children. Heinrich Kloens was buried and his wife has been dead for about 1 ½ years. The wife of A. Dewenter was completely out of her mind. She stayed in a convent [i.e., sanitarium?] from St, James’ Feast Day until 2 weeks before Easter, and now she is well again. Anna Husam did the housekeeping while she was away. Maria is with us now until this fall when our Anna comes back. It is very difficult to find help here. Most of them stay with their parents at home and do not want to serve with the farmers, especially the maids. It is easier to find farm hands – but maids do not want to work for the farmers.
I now have only Maria Husam and Anna Forstmann. I don’t want to have any more servants, because the two boys have grown up and they know how to work. We have only a small household of 6 people and Forstmann, that makes 7.
[Description of current prices and the weather.]
All our money has been changed; the silver shillings have been taken out of circulation. We don’t have any more silver shillings or taler; they will all be changed into marks. We have to pay 306 Marks in taxes. One mark is 10 silver shillings. One mark is 100 pennies. 1 silver shilling is 10 pennies. There are no more 3 and 4 penny coins.
I have been so lazy about writing. I had started the letter when your second letter arrived. I think of you so often. My husband always asks: “What are you writing? When will you answer? What will they think of you that you do not answer his letters?” I am just like your wife with her letter writing. If you had as many letters from me as I am thinking of you, you would have a whole wagonload full.
Your sister
Mrs. Steinhorst