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Marie Taylor to Lina Hansen, January 27, 1876

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http://germanletters.org/plugins/Dropbox/files/Taylor_0111_0002.jpg

Author

Marie Hansen (Taylor)

Recipient

Lina Braun (Hansen)

Date

January 27, 1876

Origin

New York, New York

Description

Letter from Marie Taylor to Lina Hansen, January 27, 1876.

Type

letter

Language

German

Tags

1870-1879, mht, transcription under review

Source

Bayard Taylor Papers

Collection

Marie Hansen Taylor Correspondence

Repository

Houghton Library, Harvard University

Citation

“Marie Taylor to Lina Hansen, January 27, 1876.” Bayard Taylor Papers, Houghton Library, Harvard University, accessed from German Heritage in Letters, March 12, 2026, https://germanletters.org/items/show/1211

Original text

[page 1 (sheet 1, right-hand side):]

N.Y. 142. East 18th St. Jan. 27. 1876

Meine liebste Mutter!

Dein liebes Briefchen vom 4. Jan. u. die beiden der Kinder sind richtig angekommen u. haben mir viel Freude gemacht. Ebenso war Lilian recht erfreut von Deinem lieben Brief an sie, u. sagen wir beide herzlich Dank für alles. Dein lieber Brief an Bayard kam auch nach seiner Abreise an u. schickte ich ihm denselben nach. Er ist Dir sehr dankbar für alle deine guten Wünsche u. lässt Dich aus der Ferne grüßen, denn er ist noch nicht wieder bei uns, wird auch erst nach Mitte Febr. zurück kommen. Wie nett sowohl Grethchen, als auch Elisabeth schreibt. Die Diele hat grosse Fortschritte gemacht. Nun muss ich Dir doch aber auch recht von Herzen für das übersandte Geldgeschenk danken u. für die wunderschöne Sammtjacke, die ich mir dafür angeschafft habe. Heute ist sie fertig geworden. Ich habe sie im Hause, unter meiner Aufsicht, machen lassen u. sie ist recht elegant geworden. Übermorgen gedenke ich sie zum ersten=mal zu tragen bei Gelegenheit einer "Reception", die des Nachmittags stattfindet u. wobei man im Visiten-Anzug erscheint. Unser Leben ist natürlich während Bayard's Abwesenheit sehr stille. Abends gehe ich fast gar nicht aus. Nur vorgestern machte ich Lilian 's wegen eine Ausnahme. Es fand eine gesellige Vergnügung statt, die von

[page 2 (sheet 2, left-hand side):]

den Mitgliedern der Kirche, der Lilian sich angeschlossen hat, ausging. Es finden deren mehrere im Winter statt und sie sind gewöhnlich sehr angenehm. [roman:] Julia Vaux [/roman] war vom Lande dazu herein=gekommen u. ging mit uns. Es wurde zuerst von den jungen Männern eine Posse aufgeführt; dann wurde bis Mit=ternacht getanzt. Das junge Volk war sehr vergnügt. Ich fand auch viele Bekann=te da u. hatte Unterhaltung. Am Tage gehe ich regelmäßig aus, oft zwei=mal. Es giebt immer etwas zu besor=gen oder ich mache Visiten - in N.Y. wegen der großen Entfernungen ein nicht schnell zu beseitigendes Geschäft. Jedesmal aber fühle ich mich gestärkt u. angefrischt von der Luft u. ich komme mehr u. mehr zur Überzeugung, daß die Luft das beste u. vielleicht einzigste Heilmittel für meine Nerven ist. Bayard fehlt mir sehr. Da Lilian den größten Theil der Tageszeit in der Schule ist u. auch wenn sie nach Hause kommt noch viel zu lernen hat, so bin ich viel allein, doch kann ich nicht sagen, daß mir die Zeit langsam verstrich - sie vergeht im Gegen=theil nur allzu rasch. Wir haben fort=während den mildesten Winter u. viel schönen Sonnenschein u. blauen Himmel. Schnee haben wir nur in einigen Flocken gesehen - eine große Wohlthat, denn Schnee in den Straßen von N.Y., wo er nie liegen bleibt, sondern immer gleich schmilzt, ist der Inbegriff alles Ungemüthlichen u. Unbehaglichen.

[page 3 (sheet 2, right-hand side):]

Habe ich dir wohl gesagt, daß ich mir eine große Nähmaschine angeschafft habe? Sie näht recht gut u. ich habe sehr bequeme Einrichtungen dazu, z. B. eine mit der man zugleich einzieht u. das Eingezogene ansetzt - alles ohne Heften. Ich nähe ganz gut auf ihr, auch Lilian, die überhaupt merk=würdiges Geschick zu allen Handarbeiten hat. Ich habe gestern ein ganzes Stück Schirting gekauft - für den geringen Preis von 5 1/2 Dollars (44 [roman:] meter [/roman], beste Qualität) - u. nun soll es nächstens an das Wäschenähen gehen. Wir brauchen Hemden, Hosen, Röcke etc. Dann habe ich Baumwollenzeug von vortrefflicher Güte zu Bettüchern gekauft, genug für 6 Bettücher (das Zeug kommt 2 1/2 [roman:] meter [/roman] breit) u. nur 6 3/4 Dollars dafür gege=ben. Leinen wären mir freilich lieber, die kann ich aber hier nicht erschwingen. - Ich schrieb Dir wohl wie sehr krank [roman:] Freddie Carey [/roman] gewesen ist? Er ist jetzt über jede Gefahr hinweg, aber noch sehr abgemagert u. schwach u. muss sorg=fältig gefüttert werden. Ich schickte ihm vorige Woche ein kleines Kistchen mit einem Rebhuhn, Apfelsinnen u. Weintrauben (die man den ganzen Winter hindurch für etwa 15 [illegible] das @ hier kaufen kann) u., wie seine Mutter schreibt, hat er sich ganz ungemein daran delektirt. Meine Schwiegermutter leidet je nach dem Wetter mehr oder weniger. Bayard schreibt zuletzt von [roman:] Chicago [/roman] u. berichtet beständig von dem wunder=barsten frühjahrlichem Wetter.

[page 4 (sheet 1, left-hand side):]

die Erlengebüsche, sagt er, u. die Ahorn=bäume seien roth überhäuft, als wollten sie in Blüthen ausbrechen. Die meiste Zeit braucht er kein Feuer in seinem Zimmer.

Ida geht es ganz gut. Es ist keine Frage, dass sie bei weitem gesünder u. kräftiger geworden, seitdem sie hier ist. Sie hat es freilich auch sehr bequem - nur leichte Arbeit, von Lasten tragen keine Spur, keine Wäsche, höchstens einmal ein bisschen Plätten. Das letztere scheint ihr nämlich jedesmal schlecht zu bekommen, es stellen sich hinterher Schmerzen in der krankhaften Seite ein u. ich halte daher darauf, dass sie nicht plättet für ge=wöhnlich; nur ab u. zu ein paar Stückchen zur Aushilfe.

Die Autographen, liebe Mutter, haben wir leider nicht in dem Paket gefunden. War vielleicht der Kragen dazwischen ge=legt, da er auch verloren ist? In dem Fall würde ich glauben, daß der Diebstahl auf die Autographen gemünzt war, denn für solche hat man hier Passion. Es ist mir doch gar zu leid! Ida hat mir erst jetzt wieder versichert, dass sie 2 mal jedes Stückchen Papier, was im Paket gewesen, untersucht hat u. keine Schrift außer den Namen darunter gewesen sei. Wir haben jetzt wenigstens vom Oberzollamt die Versicherung erhalten, dass unsere Sache untersucht werden soll - aber wann? ist unklar. - Grüße Hans u. die Kinderchen herzlich von mir. Lilian, die bis vorhin Klavier geübt hat, u. dann zu Bette gegangen ist, sendet der lieben Gross=mama aber den besten Dank für ihren Brief u. viel Liebe dabei! Ida wünscht sich bestens empfohlen. Mit inniger Liebe deine T. Marie

[page 1, top-left margin (sheet 1, right-hand side):]

Gott gebe, dass es mit deiner Gesundheit leidlich geht. Dein Zimmer muss recht wohnlich mit dem schönen Teppich sein.


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