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Emilie Hassel to Friedrich Wilhelm Hess, June 8, 1873

Emilie Hassel to Friedrich Wilhelm Hess, June 8, 1873, p. 1
Emilie Hassel to Friedrich Wilhelm Hess, June 8, 1873, p. 2
Emilie Hassel to Friedrich Wilhelm Hess, June 8, 1873, p. 3
Emilie Hassel to Friedrich Wilhelm Hess, June 8, 1873, p. 4
Emilie Hassel to Friedrich Wilhelm Hess, June 8, 1873, p. 5
Emilie Hassel to Friedrich Wilhelm Hess, June 8, 1873, p. 6

Author

Emilie Hassel

Recipient

Friedrich Wilhelm Hess

Date

June 8, 1873

Origin

Hildesheim, Hannover

Destination

Cincinnati, Ohio

Description

Letter from Emilie Hassel to her brother, Friedrich Wilhelm Hess, June 8, 1873.

Type

letter

Language

German

Tags

1870-1879, transcribed

Source

Friedrich Wilhelm Hess Papers, Rattermann Collection

Collection

Hess/Hassel Family Letters

Repository

Illinois History and Lincoln Collections, University of Illinois Library

Citation

“Emilie Hassel to Friedrich Wilhelm Hess, June 8, 1873.” Friedrich Wilhelm Hess Papers, Rattermann Collection, Illinois History and Lincoln Collections, University of Illinois Library, accessed from German Heritage in Letters, March 12, 2026, https://germanletters.org/items/show/1761

Original text

Hildesheim den 8ten Juni 1873.

Mein lieber Wilhelm!

Gewiß und mit Recht wirst Du Dich gewundert haben, daß Du noch immer kein Wort des Dankes von uns erhalten hast, doch mußt Du es uns nicht ganz zurechnen, denn die letzten Wochen sind im Verhältniß zu unserm sonstigen Stillleben, viel unruhiger und bewegter vergangen. Seit beinahe 14 Tagen sind wir be=reits hier in Hildesheim und da habe ich auch noch kaum zum Schreiben kommen können, doch heute möchte ich nun gar zu gern, diesen ruhigen Sontag-Nachmittag zum gemüthlichen Plaudern mit Dir benutzen, und Dir vor allen Dingen so recht aufrichtig danken für Deine beiden, lieben prächtigen Briefe, [insertion:] für [/insertion] die vielen interressanten Zeitungen, und für das reizende Singspiel zur Orpheus-Feier, [Footnote: possible reference to Philadelphia] welches voller Satzen und Laune ist. – Bis

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schicke nur nach Hamm hin, bis dahin sind wir wieder daheim.

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[page 2:]

jetzt ist noch stets alles richtig an und über gekommen, und erhielten wir noch heute Morgen, die beiden letzten Zeitungen vom 18ten und 20ten Mai, in deren Spalten wir mit großem Jubel die Anerkennung und Auszeichnung entdeckten, die Dir und ganz mit Recht für das entzückende Gedicht: Gruß an die gefiederten, deutschen Sänger, zu Theil gewor=den ist. Dem Verdienst seine Krone, dies Wort kann man auch hier anwenden, denn Du hast Dich wahrlich nach den verschiedenartig=sten Richtungen hin, um die dortige Presse verdient gemacht, und daher gebührt Dir auch Lohn und Lob für Deine Bestrebungen. Der Dir zu Theil gewordene Stock [strikethrough:] muß ja [/strikethrough] mit goldenem Knopfe muß ja ein Mei=sterstück vollendeter Goldarbeit sein, möchte er Dir stets Stütze und Stab bleiben und nach allen Seiten hin „Gut Heil“ bedeuten. Deine poetische Begeisterung hat mich und

[page 3:]

uns Alle hier so außerordentlich erfreut und angenehm angeregt, daß ich Dir in aller Namen unsern wärmsten Dank da=für ausspreche, Du trägst dadurch ganz un=endlich zu unserer Unterhaltung bei und zwar auf die interressanteste Weise, Mutter studiert förmlich die Zeitungen, und sähest Du die alte Frau dabei sitzen, und sich über jedes von Dir geschriebene Wort sich freuen, Deine Freude würde dann noch die größte sein. Leider ist Mutter in den letzten Tagen gar nicht recht frisch gewesen, und muß sich sehr schonen, die Köpfe wollen immer anders wie wir, auch Bertha leidet unendlich an Kopfschmerzen, was bei ihrer großen und sehr unruhigen Haushaltung oft mehr wie störend ist. Pfingsten waren die Ka=detten hier zum Besuch, Victor ist schon ebenso groß wie sein Papa, er hat sich recht vortheilhaft verändert, ist aufmerksam, gefällig, gewandt,

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liebenswürdig geworden, ein tüchtiger, praktischer Ofizier wird er wohl werden, wenn [strikethrough:] er [/strikethrough] nur die Examen nicht wären, und er nicht viel zu studie=ren bräuchte, das ist seine Passion nicht. Rudolf hat eine stillere Natur, wird aber auch jetzt etwas größer und kräftiger. Westarp ist gestern nach Liebenstein in Thüringen abgereist, um dort eine Kalt-Wasser-Kur zu gebrauchen, er hat eine Ausspannung mehr wie nöthig, muß hier fabelhaft arbeiten, seine amtliche Thätigkeit nimmt ihn fast ganz in Anspruch, möchte er nun gestärkt heim kehren, und noch recht lange zum Segen seiner Familie wirken können. Hoffentlich, mein theurer Bruder, erreichen Dich diese Zeilen recht bald und kommen noch zum 27ten Juni in Deine Hände, wir alle hier vereint, wünschen Dir zu Deinem Geburtstage so recht von Herzen Glück und Gottes reichsten Segen. Wir werden an diesem Tage wie ja stets, in [strikethrough:] t [/strikethrough] treuer Liebe Dein gedenken, und auf das Wohl des fernen Onkels recht kräftig anstoßen,

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2/

und die muntern Neffen werden es sich nicht nehmen lassen ein dreifach donnerndes Hoch „erschallen“ zu lassen. – Sollte ich heute etwas vergessen, so mußt Du es dem Umstan=de beimessen, daß ich dummer Weise meine Schreibmappe vergessen habe, und sie mir auch nicht kann nachschicken lassen, da ich meinen Schreibtisch doch nicht Fremden oder auch selbst Bekannten [strikethrough:] nicht [/strikethrough] gern Preis geben möchte. Ich hatte mir [insertion:] es [/insertion] so gut überlegt und wollte von hier aus, manche Briefe beantworten und Verschiedenes abmachen und nun nichts von alle dem. Aber die letzten Tage in Hamm waren so unruhig und ich so in Anspruch genommen, daß ich dadurch die Mappe ver=gaß. Frau Thormann, Fritzens Schwieger=mutter, besuchte uns auch noch, sie kam von Rendsburg und wollte nach Koblenz zu ihren Kindern, die sich sehr auf ihr Kom=men freuten. Hoffentlich wird es Fritz mög=lich ein Bad zu besuchen, es thut ihm sehr

[page 6:]

Noth, denn die Strapatzen des Feldzuges machen sich doch noch recht fühlbar. Wir erwarten täglich nähere Nachrichten von dort, sind recht gespannt, wozu er sich entschlie=ßen wird. Was Paula für ihre Gesundheit thun wird ist uns auch noch nicht genau bekannt, in meinen nächsten Zeilen kann ich es Dir näher mittheilen. Habe nochmals vielen, vielen Dank für alle Deine über=sandten Geistes-Producte, ich kann Dir nur wiederholen, daß Du uns stets die größte Freude dadurch bereitest. Groß und klein, Großmann, Töchter und Enkel senden Dir so recht warme, treue Grüße, und wiederholen wir alle gemeinschaftlich: „Gott mit Dir, jetzt und immerdar.“ Hoffentlich übersendest Du recht bald gute Nachrichten

Deiner

alten [roman:] Emmy [/roman]


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