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Emilie Hassel and Marianne Hassel to Friedrich Wilhelm Hess, April 16, 1873

Emilie Hassel and Marianne Hassel to Friedrich Wilhelm Hess, April 16, 1873, p. 1
Emilie Hassel and Marianne Hassel to Friedrich Wilhelm Hess, April 16, 1873, p. 2
Emilie Hassel and Marianne Hassel to Friedrich Wilhelm Hess, April 16, 1873, p. 3
Emilie Hassel and Marianne Hassel to Friedrich Wilhelm Hess, April 16, 1873, p. 4

Author

Emilie Hassel

Marianne von Rappard (Hassel)

Recipient

Friedrich Wilhelm Hess

Date

April 16, 1873

Origin

Hamm, Westfalen

Destination

Cincinnati, Ohio

Description

Letter to Friedrich Wilhelm Hess from his sister, Emilie Hassel, and mother, Marianne Hassel, April 16, 1873.

Type

letter

Language

German

Tags

1870-1879, transcription under review

Source

Friedrich Wilhelm Hess Papers, Rattermann Collection

Collection

Hess/Hassel Family Letters

Repository

Illinois History and Lincoln Collections, University of Illinois Library

Citation

“Emilie Hassel and Marianne Hassel to Friedrich Wilhelm Hess, April 16, 1873.” Friedrich Wilhelm Hess Papers, Rattermann Collection, Illinois History and Lincoln Collections, University of Illinois Library, accessed from German Heritage in Letters, March 11, 2026, https://germanletters.org/items/show/1760

Original text

[page 1, 1st author:]

Hamm, den 16ten Aprill 1873,

Viel geliebter Sohn!

Wenn ich nicht irre, war es am 10ten oder 11ten Februar wo wir an Dich schrieben ich kurz - Emilie aber machte Dich mit Allem bekannt was aus der alten Heimath Dich interessiren oder erfreuen konnte. Da Du nun stets unsere Briefe, zu unserer Freude, rasch u pünktlich beantwortetest, so steigt der Gedanke in uns auf, als ob besagter Brief nicht in Deine Hände gelangt sey, u etwa in die eine Sorge um unser Ergehen u Befinden erweckt sein könne, was - Gott sey gedankt – nicht der Fall zu sein braucht, da unsere Gesundheit u Lebensweise so im alten Gleise geblieben ist, nur mit der großen Abwechselung für mich daß das schöne Wetter mich hinaus lockt u hoffent=lich meine Kräfte stärken und beleben wird, die reiche u liebenswürdige Übersendung Deiner Zeitung, gab uns die Gewißheit Deines körperlichen u geistigen Wohlbe=findens, aber dennoch kam kein Brief von Dir, mein Wilhelm, gleichfalls können Deine Zeilen an uns auch verloren gegangen sein, u schreibe ich diese wenige Zeilen auch nur zur Aufklärung der Situation sonst bleiben unsere

[page 2:]

Herzen sich nah – Deine Zeitung bildet einen großen Theil unserer Unterhaltung, u kann ich es nur wieder=hohlen daß du uns dadurch sehr erfreust, doch ist nie die halbe Stunde wo Magdalene Zeit zur Beichte verlangte u erhielt – sehr lang geworden - u der Trost Fortsetzung folgt – mußte doch ein Beruhigungs Mittel werden, es ist wirklich eine sehr anziehende Erzählung, hier wird sie auch bald erscheinen, ein Journal hat sie schon angekündigt, darf ich die Zeitung ausborgen, ich werde öfter darum ersucht, doch ohne Deine Einwilligung wagte ich es nicht – namentlich ließ Prof. Rempel darum bitten – der alte Herr ist vollständig alle, leidet sehr – an Streuschmerzen - u hat längeren Urlaub hofft dann eine höhere Pension zu erziehlen. Der wandernde Erbo ist ebenfalls sehr anziehend u jetzt lese ich fast das ganze Blatt. Deine Geschwister sind Alle wohl, die Söhne fleißig. Lebe recht wohl, geliebter Sohn, antworte bald u behalte recht lieb Deine treue Mutter, Emilie grüßt Dich liebevoll! -

[page 3, 2nd author:]

Es ist mir aber doch nicht gut möglich, mein alter Bruder, die Zeilen der Mutter so abzuschicken, ohne Dir nicht auch ein recht freundliches, wohlgemeintes Wort aus der Heimath zu senden. Frühling ist es geworden und Sonnenschein belebt uns, da mußten wir danken und jubeln, daß der trübe Winter wieder glücklich überstanden und hinter uns liegt, mit all seinen Sorgen und Unbe=quemlichkeiten. Wir gehen, wenn es nur irgend möglich, täglich etwas an die Luft, und die Mut=ter freut sich unendlich, daß sie der langen Haft entlassen und wieder etwas wandern kann, soweit die wenigen Kräfte noch reichen. Hoffent=lich bis Du, mein guter Wilhelm, auch frisch und munter, wie wir ja wohl aus den so gütigst übersandten Zeitungen entnehmen dürfen. Das ist uns jedesmal ein recht glücklicher, froher Tag, wenn über das ferne Meer, ein Liebesbote und Liebeszeichen kommt, es interressirt uns Deine „Magdalena“ ganz ungemein, und hält uns in angenehmer Spannung, überhaupt die ganze Zeitung lese ich gründlich von Anfang bis

[page 4:]

zu Ende, habe tausend Dank für Deine Güte, und sei versichert daß Du uns eine große Freude dadurch bereitest. Augenblicklich ist meine Zeit [strikethrough:] -en [/strikethrough] sehr in Anspruch genommen, da ich mit Hülfe eines Näh=mädchens unsere Kleider und Sommersachen in Ord=nung bringe, dann sollen die Zimmer gründlich gesäubert werden, wo die Kohlen den ganzen Winter gehaust haben, da ist es wohl nöthig, und ob wir dann später lieben Besuch erwarten dürfen oder ob wir noch selbst reisen ist bis jetzt noch unentschieden. Rudolf W. hat sein Fähnrich-Examen glücklich bestanden, er bleibt aber noch ein Jahr im corps, da er noch sehr jung, und kör=perlich zu zart und schwach ist. Victor ist nach [?] Priem [/?] gekommen, Louis hat eine vorzügliche Censur er=halten und ist nach Quinta versetzt. Ich glaube daß L. der befähigste von den Jungens ist soweit es sich bis jetzt beurtheilen läßt. Bertha ist viel leidend, auch Paulas Gesundheit läßt zu wünschen übrig. Bei Fritz wird diesen Sommer sehr viel Besuch von Else´s Verwandten erwartet, die den schönen Rhein auch gern kennen lernen wollen, was ihnen nicht zu verdenken ist. Doch für heute ein herz=

[page 1, left margin]

liches Lebewohl, lieber Wilhelm, bleibe gesund und erfreue uns bald durch gute Nachrichten. Ein treues Gott befohlen von Deiner alten Emmy.-


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