• Contributor Login
  • Transcriber Login
  • Register as a Contributor
Menu
  • german heritage in letters logo
  • News
  • Share Your Letters
  • Help Transcribe
  • Explore Collections
  • Browse Letters
  • Search

Emilie Hassel to Friedrich Wilhelm Hess, August 27, 1872

Emilie Hassel to Friedrich Wilhelm Hess, August 27, 1871, p. 1
Emilie Hassel to Friedrich Wilhelm Hess, August 27, 1871, p. 2
Emilie Hassel to Friedrich Wilhelm Hess, August 27, 1871, p. 3
Emilie Hassel to Friedrich Wilhelm Hess, August 27, 1871, p. 4
Emilie Hassel to Friedrich Wilhelm Hess, August 27, 1871, p. 5
Emilie Hassel to Friedrich Wilhelm Hess, August 27, 1871, p. 6

Author

Emilie Hassel

Recipient

Friedrich Wilhelm Hess

Date

August 27, 1872

Origin

Ehrenbreitstein, Rheinland

Destination

Cincinnati, Ohio

Description

Letter from Emilie Hassel to her brother, Friedrich Wilhelm Hess, August 27, 1872.

Type

letter

Language

German

Tags

1870-1879, transcribed

Source

Friedrich Wilhelm Hess Papers, Rattermann Collection

Collection

Hess/Hassel Family Letters

Repository

Illinois History and Lincoln Collections, University of Illinois Library

Citation

“Emilie Hassel to Friedrich Wilhelm Hess, August 27, 1872.” Friedrich Wilhelm Hess Papers, Rattermann Collection, Illinois History and Lincoln Collections, University of Illinois Library, accessed from German Heritage in Letters, March 12, 2026, https://germanletters.org/items/show/1750

Original text

[roman:] Ehrenbreitstein [/roman] den 27 [roman:] August [/roman] 1872

Mein lieber Wilhelm!

An des Rheines kühlem Strande, so können auch wir jetzt singen, da wir uns seit guten acht Tagen hier bei Fritzens befinden, und überhaupt in der letzten Zeit und in den letzten Wochen eine Abwechselung und Veränderung in unser so gewohntes Stillleben eingetreten ist. Doch bevor ich Dir von unserm Thun und Treiben berichte, drängt es mich doch zunächst, Dir recht innigen Dank zu sagen für Deine beiden lieben, herzlichen Briefe, so wie für die Ue= bersendung der Zeitungen, es hat uns unend= liche Freude gemacht, so gute Nachrichten von Dir zu erhalten, und wenn unsre Bilder Dei= nen Beifall haben und Dich in Deinem jetzt nun geschmückten Zimmer heimatlich begrüßen, so ist unser Zweck vollständig erreicht,

[page 2:]

und wir sind sehr zufrieden zu Deiner Erheiterung und Freude beigetragen zu haben. Hoffentlich gefallen Dir auch einliegende Bilder und ich füge zu denselben noch hinzu, daß klein Fritz= chen, der Stammhalter, gar nicht gut getroffen ist, er ist ein hübscher Junge, war aber längere Zeit recht krank, und sieht daher angegriffen und elend aus, obgleich es ihm augenblicklich wieder besser geht, ganz frisch scheint er mir aber noch immer nicht wieder zu sein. Theodor [roman:]Nro[/roman] 2, ist der Dritte genannt, voller Leben und Laune, stets zu Scherzen aufgelegt, ist gut getroffen, ebenso Fritz und Else. Seit dem 5ten [roman:]Juni[/roman] ist die Familie noch um ein liebes Mitglied reicher, die erste Enkelin ist angekom= men, worüber wir alle sehr erfreut, nun gibt es außer mir doch wieder ein Fräulein [roman:]Hassel[/roman], die kleine Magdalena ist ein feines, niedliches Kind und sieht ihrer Mama sehr ähnlich. Die Kleine erblickte noch in Trier das Licht der

[page 3:]

Welt, und seit Ende Juli, wo die Wohnung erst fertig war, sind sie hier nach [roman:]Ehrenbreit= stein[/roman] übersiedelt. Die Wohnung ist sehr hübsch und neu, die Räume luftig und die Lage sehr schön. Wenn man auf der Terrasse sitzt, so sieht man fortwährend den schönen Rheindampfer, ebenso fährt die Eisenbahn unmittelbar hier vorüber, es ist ein fortwährender Verkehr, was uns Kleinstädtern eine angenehme Abwechselung ist. Wir haben auch schon ver= schiedene Parthiren von hier aus gemacht, die Natur ist mein ganzes Entzücken, da kann man wirklich Gottes Allmacht nicht genug bewundern und preisen, wie sind doch die Menschen bevorzugt, die immer in solch schöner Gegend wohnen, ich könnte sie wirklich darum beneiden. Fritz hat nur fort= während sehr viel zu thun, er kommt selten dazu größere Touren machen zu können, dienstlich ge= fällt es ihm hier sonst sehr, er sagt, er könne

[page 4:]

hier wieder viel lernen, es sei wieder ein ganz anderes Feld von Thätigkeit. Ehe wir hierher reisten hatten wir die Freude Paula auf 3 Wochen bei uns zu sehen, sie sah sehr gut aus, kam ganz frisch Freitags Abends an und hatte leider das Unglück schon Sonntag Abend von der Treppe zu fallen, so dass ihre eine Seite ganz geschunden und schwarz und blau war. Bei allem Unglück noch Glück, daß sie nicht ein Glied gebrochen. Sie hat zwar auch die ganze Zeit auf dem Sopha liegen müssen, war aber sonst ganz vergnügt. Ihr Mann, der eine größere Reise gemacht, nach Dresden, Prag, [strikethrough:] J [/strikethrough] Wien, München, Heidelberg, Frankfurt, Koblenz, Köln u.s.w. kam dann nach Hamm, sie bei uns abholen, er war sehr frisch und hat uns höchst interessant erzählt. Nun sind Beide wieder in ihrem eigenen Daheim zurückgekehrt, und da hat die gewohnte Arbeit und Thätigkeit mit neuer Kraft begonnen. Bertha ist viel leidend, was

[page 5:]

2)

in ihrer Häuslichkeit doppelt schlimm ist, da sie viel leisten muß, um nach allen Richtun= gen hin zu genügen. Die beiden kleinsten Kinder hatten die Masern, sind aber wieder hergestellt. Unsere gute alte Mama, lebt hier im Kreise ihrer Kinder und Enkel wie= der mehr auf, die Liebe und Fürsorge erhei= tert ihren Lebens-Abend, und wenn die muntern Jungens ihr zu unruhig werden, dann zieht sie sich in ihr Zimmer zurück. Wie lange wir noch hier bleiben ist noch nicht bestimmt, wie es mit Mutters Ge= sundheit wird, und wenn es nicht bald zu herbstlich wird, auf jeden Fall, lieber Wilhelm, erwarten wir Dein [insertion:] en [/insertion] nächsten Brief wieder in Hamm, und ich hoffe und denke, daß Du nicht Gleiches mit Glei= chem vergiltst, sondern recht bald von Dir hören läßt, ich wiederhole Dir nochmals, es ist uns jedesmal eine rechte Freude,

[page 6:]

wenn wir von Dir Nachrichten erhalten. Gewiß wirst Du es meinem Schreiben anmerken, daß ich oft bei demselben ge= stört bin, die Kinder fragen und stören mich unaufhörlich, haben oft so drollige Einfälle daß ich ganz abgeleitet werde. Alle, Alle hier groß und klein senden dem fernen Onkel viele, viele herzliche Grüße, und wünschen und hoffen sehr daß der Privat-Generalstab auch freund= liche Aufnahme bei ihm finden möge. Leb wohl, mein guter Bruder, Gott geleite Dich auch ferner und gedenke oft und gern

Deiner treuen Schwester

[underline:] [roman:] Emilie. [/roman] [/underline]


  • ← Previous Item
  • Next Item →
Wunderbar Together logo
German Historical Institute logo

  • ©2021 German Historical Institute Washington DC. All rights reserved.
  • Privacy Policy
  • Impressum
  • Site by Artefacto