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Hermann Raster to Sophie Raster, July 7, 1864

Hermann Raster to Sophie Raster, July 7, 1864, p. 1
Hermann Raster to Sophie Raster, July 7, 1864, p. 2
Hermann Raster to Sophie Raster, July 7, 1864, p. 3
Hermann Raster to Sophie Raster, July 7, 1864, p. 4
Hermann Raster to Sophie Raster, July 7, 1864, p. 5
Hermann Raster to Sophie Raster, July 7, 1864, p. 6

Author

Hermann Raster

Recipient

Sophie Raster

Date

July 7, 1864

Origin

Brooklyn, N.Y.

Destination

Zerbst, Anhalt

Description

Letter from Hermann Raster to his sister, Sophie Raster, July 7, 1864.

Type

letter

Language

German

Tags

1860-1869, transcription under review

Source

Hermann Raster Papers

Collection

Raster Family Letters

Repository

Newberry Library

Citation

“Hermann Raster to Sophie Raster, July 7, 1864.” Hermann Raster Papers, Newberry Library, accessed from German Heritage in Letters, March 12, 2026, https://germanletters.org/items/show/1553

Original text

Brooklyn (N.Y.) 7. Juli 1864

Liebe Schwester

Aus dem Empfang meiner Sendung vom 12. Juni wirst Du gesehen haben, daß Deine Vermuthung, ich hätte Deinen Brief vom 10. April nicht erhalten, unbegründet war. Ebenso wird Dir die Verzögerung meiner Antwort dadurch erklärt worden sein. - Auf Dein Letztes würde ich Dir früher geantwortet haben, wenn ich nicht den "Honigmonat" zu häufigen Vergnügungen mit Frau und Kind benutzt hätte, so daß die nicht allzu reichliche Zeit, welche meine Berufs= thätigkeit mir übrig läßt, ausgefüllt wurde.

Was ich zu dem sagen soll, was Du über E. N. schreibst, weiß ich selbst kaum. Die Eindrücke, welche ich aus Deinen frühern Briefen von ihr habe, sind keine günstigen. Von


den Umständen, durch welche Dein Urtheil modifizirt worden ist, weiß ich Nichts, kann also auch keine Meinung darüber haben. Ich muß gestehen, daß Das, was ich vor fünf Jahren erfuhr, nicht den Eindruck auf mich macht, als ob sich E. N. zu einer Mutter für Marie eig= ne. Es mag sein, daß ich ihr damit Unrecht thue, aber dann nur aus Unkenntniß. - Wissen möchte ich wohl, wie sich bei Dir die M Über= zeugung gebildet hat, daß ihr von unserer Seite Unrecht (bei der Erbschaftsangelegenheit) geschehen sei. Hat sie Ansprüche auf Askan gehabt, und welcher Art? Ich meine nicht streng juristische - nach denen würde ich nicht fragen. Wenn nur für uns eine moralische Verpflichtung bestanden hat, sie an Askans Hinterlassenschaft participiren zu lassen, (mehr, als einen Geschwister = Antheil hat sie, meines Erinnerns, nie beansprucht), so bin ich gern bereit, sie gelten zu lassen und meinen Theil von dem auf sie entfallenden Antheil herauszuzahlen. Aber jedenfalls müsste ich doch erst klar in der Sache sehen und wissen, ob es nicht viel= leicht nur Güte und Milde des Urtheils auf Deiner Seite ist, was Deine Meinungsveränderung bewirkt hat.


2)

In meiner Lage hat sich N durch meine Verheirathung kaum eine wesentliche Veränderung stattgefunden. Ich glaube Dir schon geschrieben zu haben, daß meine neue Frau überaus häus= lich, ordentlich, wirthschaftlich ist und mich schon seit langem liebt. Sie ist gebildet genug, um an Allem, was mich interessirt, Antheil zu nehmen, aber nicht etwa verbildet, so daß sie die wahren häuslichen Pflichten der Frau gering schätzte, oder gar nach lärmenden Ver= gnügungen strebte. Ihre Genügsamkeit in dieser Beziehung geht bis zum Exceß. Einfache Spazir= gänge in Feld u. Wald und Wetteifer mit mir in der Pflege unsres kleinen Blumengartens befriedigen sie aufs vollständigste. Statt des hier üblichen Sommeraufenthalts auf dem Lande, der in der Regel weit mehr Unbequemlichkeiten als Annehmlichkeiten bringt, habe ich ihr für Monat Juli eine Reise nach den Niagarafällen (bei Buffalo, 100 deutsche Meilen von hier) versprochen, wo ich vor gerade zehn Jahren auch mit Bertha war.


In dem Wunsche, Dich hier zu sehen, stimmt meine Frau vollständig mit mir überein. Es ist uns beiden, als ob unsre Häuslichkeit erst dadurch ver= vollständigt werden könnte, - denn auf Geschwister für Mathilde rechnen wir bei unserm beiderseitigen Alter nicht. Am Schluß meines letzten Briefes machte ich eine Bemerkung, daß die Zustände, zu denen der Krieg sich entwickelt habe, mir kaum gestatteten, Dich gerade jetzt besonders dringend zum Kommen aufzu= fordern. Du magst diese Bemerkung falsch ver= standen, vielleicht gar auf unmittelbare Kriegsnoth bezogen haben. Mit der hat es hier gute Wege. Was ich im Sinne hatte, war die Schwierigkeit, mich gegen persönlichen Militärdienst sicher zu stellen, falls bei einer demnächst erwarteten neuen Conscription das Loos mich träfe, - denn das conscriptionspflichtige Alter geht hier bis zum 45. Jahre. - Bis vor kurzem bestand die Be= stimmung, daß Jemand, den das Loos traf, gegen Zahlung einer Abstandssumme von 300 Dollars (wofür die Regierung einen Stell= vertreter beschaffte) frei kam. Diese Bestimmung


3)

ist jetzt abgeschafft worden; doch wird die Stellung von Einstehern gestattet, vorausgesetzt, daß diese nicht selbst conscriptionspflichtig, also entweder nicht= naturalisirte Einwanderer, oder gediente Soldaten sind. Auch kann Jemand vor der Conscription einen Einsteher stellen, wodurch er auf drei Jahre von der Ziehung frei wird. Das letztere ist es nun, was ich thun will. Zum Glück ist durch ein weiteres Gesetz bestimmt worden, daß eine Ziehung erst 50 Tage nach dem Aufgebote erfolgen darf, während welcher Frist die einzelnen Bezirke ihre Contingente ganz oder zum Theil durch Frei= willige denken können. Dies beseitigt so ziemlich alle Besorgnisse. Denn da noch kein Aufgebot er= folgt ist, so habe ich mindestens 2 Monate Zeit, einen Einsteher zu finden und selbst angenommen, daß ich bis dahin keinen fände, wird von dem Con= tingente meines Bezirks höchstens noch eine so kleine Zahl zu decken bleiben, daß sich die Chancen auf ein Minimum reduziren werden.

Jedenfalls sehe ich in dieser Sache nun so weit klar, daß ich, bei reiflicher Erwägung


aller Rücksichten, die ich Dir schulde, kein Bedenken mehr trage, Dich zum Hierherkommen einzuladen. - Daß es Dir, wenn Du einmal hier wärst, bei uns gefallen würde, glaube ich aufs bestimmteste. Ein Klavier, ein großer Haufen Noten, auch eine Näh= maschine (die jetzt vorkommendenfalls von mir selbst benutzt wird; ich nähe ganz perfect darauf) und ein hübsch eingerichtetes Zimmer warten schon längst auf Dich.

Mathildes Gesundheit ist völlig wiederher= gestellt. Deine Befürchtung, daß die verschiedenen Kinderkrankheiten, die sie gehabt hat (und die auch zuweilen die Angst um das einzige Kind für gefährlicher ansehen ließ, als sie waren) ihrer Constitution dauernd geschadet und sie geschwächt hätten, ist zum Glück nicht begründet. Sie ist munter u. kräftig genug, wenn sie auch bei raschem Wachsthum etwas mager und blaß wird. Leider ist sie seit dem Frühjahr, d. h. seitdem sie mit ihren Gespielinnen im Freien umhertollen kann, in der Schule nicht so fleißig, wie im Winter und ihre Fortschritte seitdem sind gering, außer im Englischen. Seit dem 4. Juli ist sie mit meiner Frau 2 deutsche Meilen von hier auf Besuch bei Musikus Allner (aus Dessau), der dort eine reizend gelegene kleine Farm hat. Freundliche Grüße von Allen an Alle. Dein [roman:] Hermann. [/roman]


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