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Caroline Emmel to Karl Emmel, August 19, 1927

Caroline Emmel to Karl Emmel, August 19, 1927, p. 1
Caroline Emmel to Karl Emmel, August 19, 1927, p. 2
Caroline Emmel to Karl Emmel, August 19, 1927, p. 3
Caroline Emmel to Karl Emmel, August 19, 1927, p. 4

Author

Caroline Emmel

Recipient

Karl Emmel

Date

August 19, 1927

Origin

Wiesbaden, Hessen-Nassau

Destination

Green Bay, Wisconsin

Description

Letter from Caroline Emmel to her son, Karl Emmel, August 19, 1927.

Type

letter

Language

German

Tags

1920-1929, transcribed

Source

Emmel Family Letters

Collection

Emmel Family Letters

Repository

Emmel family collection

Citation

“Caroline Emmel to Karl Emmel, August 19, 1927.” Emmel Family Letters, Emmel family collection, accessed from German Heritage in Letters, March 12, 2026, https://germanletters.org/items/show/1274

Original text

Wiesbaden, d. 19.8.27.

Lieber Karl.

Deinen lieben Brief vom 29.7. haben wir erhalten. Auch vielen Dank für Deine Gratulation zum Geburtstage. Ich bin dieses Jahr 50 Jahre alt geworden, u. Du wirst 26. Wir gratulieren Dir alle recht herzlich zu Deinem Geburtstage u. wünschen Dir Gottes reichen Segen auf Deinem ferneren Lebenswege. Der liebe Gott sei bei Dir u. behüte Dich auch fernerhin. Wenn Dein Geburtstag ein Monat später wäre, so könnten wir Dir persönlich gratulieren. Jetzt sind wir am packen. Da sehen wir erst was wir für vielen Kram haben. Vater schüttelt als manchmal bloß den Kopf. Doch ist daran nichts zu ändern. Es muß alles durch gemacht werden. Vorhin schrieb ich nach Frankfurt, daß sie nächste Woche das Eßzimmer abholen sollen, damit wir an einer Ecke Luft bekommen. Wir müssen denken auch dieses wird vorüber gehen. Wenn wir noch einmal 14 Tage älter sind so ist das meiste erledigt, dann gehen Johanna und ich noch einmal nach Steeden. Die paar letzten Tage müssen wir dann sehen wie wir sie herum bringen. Hier ist das Wetter jetzt sehr schlecht, es

[page 2:]

regnet Tag für Tag die Leute haben ihre Frucht noch nicht daheim u. können auch die ganze Zeit nicht weiter arbeiten. Der Schmidte Pit ist in Frankfurt operiert worden am Magen. Ich war vorige Woche einmal dort. Es ging ihm leidlich er hatte keine Schmerzen. Ob es aber gut wird, weiß man nicht der Arzt sagt es sei ein bösartiges Geschwür gewesen, welches sie nicht ganz hinweg schneiden konnten. Da muß man sehen wie es wird. Es steht ja alles in Gottes Hand u. jedem ist seine Stunde bestimmt. Er hat ja genug gearbeitet sein Lebenlang. Johanna war doch wieder in Steeden, da Luischen wieder krank war, u. ihr Vater auch verunglückt ist, er hat den Arm aus dem Gelenk gehabt u. das Bein gequetscht. Der Gaul ist ihm durch gegangen. In Steeden ist über all soviel Krankheit u. Not. Da könnte man immer helfen. Dort ist die viele Arbeit u. keine Leute die sie tun. In Nordenstadt ist noch alles beim Alten. Ihre Frucht haben sie schon alle daheim. Diese Woche waren die Alten zum erstenmal wieder hier seit Ostern. Vater war vor 14 Tage ungefähr einmal draußen u. sagte ihm wir brauchten unser Geld. Dieses hatten wir ihm ja schon damals gleich gesagt, als wir wußten, daß wir drüben etwas kaufen könnten.

[page 3: ]

Vater hatte dabei gesagt vielleicht könnten Ewalds ihnen helfen. Sofort reiste der Alte nach Frankfurt u. sagte bei Ewalds, wir wollten unser Geld u. hätten gesagt sie sollten es geben. Darauf erhielten wir von H. Ewald einen Brief. Als er nun diese Woche hier war, sagte er Ewalds hätten kein Geld u. wenn er sonst keines kriegen könnte so könnte er es uns nicht geben, mit der größten Kaltblütigkeit sagte er es uns. Sie scheint sich ja mehr Gedanken zumachen als er. Sie sieht furchtbar schlecht aus, hätte in 14 Tagen 7 Pfund abgenommen u. will auch krank sein. Wilhelm ist es auch immer nicht gut. Seine Nerven sind ganz kaput, jeder Windstoß bläst ihn um. Luischen ist jetzt in Allendorf in seinem Häuschen, ob wir es noch einmal sehen werden wissen wir nicht, ich denke wir schreiben ihm wenn wir über Giesen fahren dann kann es vielleicht noch einmal dorthin kommen. Wir haben allerlei Sachen die es haben soll, es ist doch so allerlei was man nicht verkaufen kann u. einem doch zu schade ist zum wegwerfen. Damit wollen wir Luischen beglücken, da es doch jetzt recht anfängt einen Haushalt zu gründen u. es alles gebrauchen kann. Für Lenchen haben die Nordenstadter schon allerlei gekauft u. herbesorgt. Ein ganz großartiges Tischtuch mit Servietten für bald 70 Mark glaube ich. So eines habe ich noch gar nicht

[page 4: ]

gesehen. Ob es das Geld dazu geschickt hat? Die Sachen für Emmels kaufen wir noch. Vater bekommt noch einen neuen Anzug vom Wibben gemacht, hoffendlich gerät er. Staudt hat eben Vaters eine Hobelbank schon geholt. Herrmann ist an seinem Schrank, den er als Gesellenstück macht. Durcheinander an allen Ecken. Unsern Wein müssen wir feste trinken, was wird es uns später so leid sein, wenn wir keinen haben. Die Frau Schmidt die (Luise Müller) liegt schon mehrere Wochen im Paulinenstift was ihr eigentlich ist weiß niemand. Frau Bender wollte sie besuchen wurde aber abgwiesen u. ihr gesagt nur die Angehörigen dürften zu ihr. Sie scheint recht krank zu sein. So ist es, jetzt haben sie ein Geschäft u. nun ist sie krank. Da sieht man so recht daß die Bäume nicht in den Himmel wachsen. Voriges Jahr hörte man nur, wie das Geschäft so gut ginge, der Laden in der Ellenbogengasse müßte größer gemacht werden, dieses Jahr setzten sie die Frl. Hering mit ihrem Hutladen hinaus u. nahmen den kleinen Laden noch dazu, dann sprechen sie vom ersten Stock noch zum Geschäft u.s.w. Was macht Willy wir hören gar nichts von ihm. Grüße ihn von uns, auch alle Bekannten u. Verwandten. Sei auch Du vielmals gegrüßt von uns allen besonders von

Deiner Dichliebenden Mutter.

[page 4, lower-left margin:]

Ich habe garnicht die richtige Ruhe zum Schreiben Julius grüßt herzlich.

English text

[Partial translation]

Wiesbaden, 19.8.1927

Dear Karl,

Received your letter of July 29th […] many thanks for your congratulations. I have turned 50 and you will be 26. We all congratulate you from our hearts and wish you God’s abundant blessing for the rest of your life’s journey […] if your birthday were a month later we would be able to congratulate you in person. Now we are in the middle of packing and can see how much junk we have. Dad is angrily shaking his head from time to time […] We will get through all of that […] I wrote to Frankfurt that they need to pick up the dining room furniture next week, so that we have some free space somewhere. In two weeks most of this will be done, then Johanna and I will go to Steeden one more time. Then we will see how we pass the last few days […] Schmidte Pat was operated on his stomach in Frankfurt[ …]it was a cancerous tumor […] they could not cut off all of it.

In Nordenstadt everything is still the same. They had already finished the harvest. This week the older ones were here for the first time since Easter. Two weeks ago Father was at their place and told them we needed our money. We had told them that at once as soon as we realized we would be able to buy something over there. At the time Father mentioned to them that perhaps the Ewalds would be able to help them. So the old one immediately went to Frankfurt and told the Ewalds that we wanted our money and had told them they needed to return it. Thereupon we received a letter from H. Ewald. So when he was here this week he said the Ewalds have no money and if he could not get any in any other way he would not be able to pay us back. He said this very coolly. She seems to take it more to heart than he does, she looks very ill, has lost 7 pounds in two weeks she says. Wilhelm is not feeling well either. His nerves are shot, the merest puff of wind blows him over. Young Luischen is now at his little house in Allendorf, I don’t know whether we will see her once more, I think we will write him when we pass by Giessen so then maybe she can go there once more. There are several things we would like her to have, quite a few things which one cannot sell and which are too nice to throw out. We want to give those to young Luise who is just now beginning keeping house and can use everything.

The folks in Nordenstadt have bought quite a few things for young Lenchen, for example a fabulous tablecloth with napkins which cost almost 70 marks. I had never seen one like it; I wonder if she sent them the money.

We will still buy the things for the Emmel family. Wibben is going to make a new suit for Father. Staudt just came to get Father’s planing bench. Hermann is working on his chest, which will be his journeyman’s piece. Disorder and confusion all over. We have to keep drinking our wine, how much we will miss having that later. Frau Schmidt (Luise Mueller) has been at the Paulinenstift [hospital] for several weeks, no one knows what her problem is. Frau Bender wanted to visit her but was not given permission. Only family members may visit her. She seems to be very sick. It is too sad, now that they have a business she is ill. All we heard last year was that business was good, the shop in the Ellenbogen Street had to be enlarged. This year they are booting out Fraulein Herring [?] and her hat shop and added that small shop, further there was talk putting a shop on the second floor, etc. What is Willy doing, there is no word about him. Greet him and all relatives and acquaintances from us […] and greetings to you […]

Mother

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