Marie Hirtes and Karl Hirtes to George Neubert, August 19, 1895, pp. 2 and 3 - image of
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nun auch noch den Verlust Deiner guten Frau ich fühle mit Dir, des kannst Du versichert sein Ich kann mir denken wie schwer Du daran zu tragen hast, doch mein lieber Bruder tröste Dich, blicke auf zum Himmel, der über den Sternen wohnt er schlӓgt Wunden, tiefe Wunden, doch er heilt u. lindert sie auch wieder mit der Zeit, es sind Dir doch noch gute Kinder geblieben, die ihren Vater gewiß nicht verlassen werden u. sein Alter so angenehm war nur möglich zu gestalten suchen, wie wäre ich glücklich könnten wir zusammen sein. Auch ich lieber Georg habe vieles Durchgemacht, wie glücklich und Zufrieden wähnten wir uns so nahe bei einander zu sein, Gretchen brauchte nur durch den Garten zu gehen um bei uns sein, eben so wir zu Hinkels, wir waren sehr glücklich u. vergnügt haben so schöne
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Stunden zusammen verlebt u. so viel an Euch lieben Brüder in der Ferne gedacht, wie schön es jetzt sein könnte wären wir beisammen. Nun dem Allen ein so jähes Ende, daß Gretchen in den letzten 4 Wochen so schwer gelitten hat weißt Du ja, ich saß Tag und Nacht mit schwerem Herzen an ihrem Bette, sah wie es immer schlimmer wurde, doch daß sie Sterben könnte, dießer Gedanke war mir unfassbar, als damals der Brief von Fritz kam, mit der entsetzlichen Nachricht von Deinen Söhnen, ich saß an ihrem Bette, sollte ihr den Brief vorlesen, lieber Georg wäre damals die Deke über mir zusammen gestürtzt es wӓre für mich ein Wohlthat gewesen. Daß ich Dir damals nicht geschrieben, Verzeihe mir, ich selbst war gebrochen an Körper und Geist, habe meinem Mann
