Lenchen Cherdron to Eugen Klee, July 14, 1922, p. 6 and p. 7 - image of
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und holte ihn hier ab, naturlich fuhr Fritz und Lenchen mit, was beide dank an seelisch und körperlichen Schmerz an um ihren Liebling erduldeten kann ich nicht schildern.
Am 17ten Juni brachte ihn das Auto wieder hier her und als das arme gequälte Kind ? seinem Bette aus der Narkose erwachte fragte er: Lieb Mamachen, gelt jetzt bin ich wieder gesund weil ich heim durfte. Ach Gott -- gesund! -- 10 Tage später starb unser liebes gutes Kind.
Was das arme Kind an Schmerzen erdultet lässt sich nicht schildern. Was Lenchen und Fritz, wir alle, an Leid und Weh durchkosteten ist nicht zu sagen. Mit ansehen zu müssen, wie der Arme litt
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und macht- und hilflos dabei stehen zu müssen. Ach ein so junges hoff- nungsvolles Leben, so gerne hätte an all die Liebe seines aufopfernden Mütterchens durch Fleiss und Dank- barkeit belohnt. Wenn ich wieder gesund bin liebe Mama, dann arbeite und lerne ich fleissig, ich gehe nach Russland, und überall hin wo ich viel Geld verdiene, dass Du nicht mehr so viele Geschäftssorge hast wie bisher, und will Eich, meine lieben Eltern, die Opfer welche ihr mir gebracht durch Fleiss und dankbare Liebe lohnen.
Lieber Eugen, ich kann dier nicht sagen welch liebes geduldiges Kind in
