Anna Oppenheim to Margarethe Raster and Hermann Raster, July 14, 1882, p. 4 - image of
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das war doch zu schön und das hat man wieder einmal,
wenn auch nur eine kurze Zeit, Freude gehabt.
Daß Du mit Eddys Fortschritten nicht zufrieden
bist, thut mir leid, mein Gretchen, sei nur nicht
streng und so heftig mit ihm; ich bin überzeugt,
das Kind thut sein Möglichstes und er wird schon
noch etwas Tüchtiges lernen. Jetzt ist er noch durch=
aus nicht kräftig und muß geschont werden und
wenn er erst ganz gesund ist, dann wird er auch
mehr Ausdauer zum Arbeiten haben; laßt mir
den Jungen nur in Ruhe und quält ihn nicht!
Von Fränkels habe ich nur einen Brief gehabt und Dir wol [sic] den Inhalt schon mitgetheilt; sie fühlen sich sehr wohl und es scheint ihnen doch sehr gut zu gehen. Tante Luise hat mir vorige Woche geschrieben, daß sie so lange keine Nachricht von Euch habe; bist Du ihr denn einen Brief schuldig? Das Kochbuch scheint sich doch nun endlich seinem Ende zu nahen und ich wünschte ihr für die unendliche Mühe nur einen recht glänzenden Erfolg; ich wür= de mich sehr freuen, denn sie hat sich redlich damit abgeplagt, und wäre bitter getäuscht, wenns nun nicht viel klingende Münze einbrächte.
[text on top of page 4, written upside down:] Hoffentlich, mein Herz, machst Du nicht wieder so lange Pausen und ich erhalte recht bald Brief von Dir + nun lebt wohl und seid Alle recht herzlich gegrüßt. Deine treue Mutter [/text on top of page 4, written upside down]
