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Gotha, den 29. Januar 1873.
Meine liebste Maria!
Obgleich ich Dir schon Sontag schreiben wollte, so bin ich doch bis heute noch nicht dazu gekommen, mei= ne Zeit will durchaus nicht langen zu alledem was ich zu besorgen habe zumal meine oft wiederkehrenden Kopfweh mich so manchen Tag ganz unthätig machen. Mit des guten Vaters Befinden geht es jetzt besser, seine Stimmung ist wieder viel ruhiger geworden was auch für mich eine große Wohlthat ist. Ich habe die letzte Zeit sehr viel für ihn zu schreiben u. zu lesen ge= habt u. da ist es wirklich gar zu schwer wenn er so auf= geregt ist. Für Deinen lieben Brief vom 22. dan= ke ich Dir herzlich, liebe Marie, ich war sehr froh durch denselben zu erfahren daß Ihr bessere Nachrichten über die Verhältnisse bei der Tribune erhalten hättet u. Bayard Gelegenheit hat eine der Aktien für den vollen Werth zu verkaufen. Wir sind der Mei= nung daß wenn Ihr sie alle dafür verkaufen könntet, es sehr viel rathsamer wäre wenn Ihr es thätet, denn sehr unsicher ist es doch ob die Tribune sich auch die
[text on top of page, written upside down:] Wir haben seit 8 Tagen auch kälteres Wetter, zwischen 1 - 3° man ist verwöhnt durch den milden Winter bisher u. empfindet es sehr unangenehm, meine Gichtschmerzen sind auch schlimmer da= von. Onkel Bufleb ist sehr schwach, der Geist ist wieder klar aber die Körperschwäche größer. Von Lilian hat sich ein neuer weißer Unterrock im untersten Fach der Komode in der sie ihre Sachen hatte gefunden, ich will ihn ihr schicken sobald er gewaschen ist. Ida Bohnstedt hat gestern einen Brief von ihr erhalten. Ida Hansen lässt Dir für Dein Briefchen danken sie war vorige Woche wieder unwohl u. recht schwach dabei. Wilhelm wird wahrscheinlich in nächster Zeit nach England reisen, er hat Aussicht eine große Dampfmaschine dorthin in Bestellung zu bekommen. Von August erhielt ich erst an seinem Geburtstag einen Brief in welchem er [/text on top of page, written upside down]
[text at bottom of page, written upside down:] für den Weihnachten dankt, vielleicht auf Deine Veranlassung denn es scheint daß er Sämereien von Dir erhalten. Sie haben das Fest froh ver= lebt u. scheint ihnen ganz gut gehen. [/text at bottom of page, written upside down]
