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dankbar ich Gott bin daß er sie so glücklich zu Hau= se kommen ließ wirst Du gewiß mit mir empfin= den, meine liebe Maria. Die letzten Tage vor ihrer Abreise waren noch recht unruhig, ich be= kam leider noch einmal meine heftigen Kopf= weh u. musste Freitag bis Mittag zu Bette liegen wodurch das Einpacken sich verzöger= te, was mich recht ängstigte, wir wurden aber doch Sonabend noch zur rechten Zeit damit fertig. Emma's Geburtstag haben wir noch ganz froh zusammen verlebt, der gute Vater war den Mittag recht munter u. aß auch mit Appetit, aber gegen Abend wurde es wieder schlechter mit ihm u. besserte sich auch erst den Sonabend wieder. Seit dem Tag aber ist es anhaltend bes= ser gegangen u. ich hoffe nun daß es nach u. nach wieder ganz gut werden wird. Ob er zu bewegen sein wird mit dem Brunnentrin= ken wieder anzufangen, weiß ich noch nicht. Er ließ sich auch die Einreibungen an den Augen durchaus nicht mehr machen u. doch scheint mir das so nothwendig zu sein um die Zunahme des Augenleidens zu verhindern. Wir haben noch recht viel von Euch gesprochen u. an Euch gedacht, lieb Lilian wurde natürlich sehr
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vermißt, mir that es auch so leid daß sie nicht noch die letzten Tage mit den Kindern zusam= men sein konnte. Wilhelm's konnte ich nicht an Emma's Geburtstag zu Tische haben, der Vater u. auch ich waren zu angegriffen um sie zu bitten. Nachmittag kam Ida mit ihrer Mutter u. den Kindern, auch Tante Agnes, Maria, Agnes u. Gretchen u. Tante Bufleb; es war eine große Gesellschaft geworden. Ich fühlte mich schon so unwohl daß ich kaum dabei aushalten konn= te. Ida's Mutter nun auch Sonabend Abend wieder abgereist, ihr Sohn holte sie ab. Mit On= kel Bufleb ist es gar nicht gut gegangen, ge= stern schien er mir etwas besser zu sein. Das Wetter ist sehr schön die ganze Zeit gewesen. Wenn ich doch nur wüsste wie es bei Euch geht! - Von Gretchen Jacobi ist auch ein Brief an Dich gekommen, ich erbrach ihn weil ich so gerne etwas von der Jacobi er= fahren mochte. Sie ließ Dir durch Gretchen für Deinen theilnehmenden Brief danken u. [insertion:] letztere [/insertion] sagt daß ihre Mutter den Schmerz mit Gei= stesstärke trage, sie könnten nicht dankbar ge= nug sein daß sie ihm nicht erlegen sei
