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[written in pencil:] 2. Oct. '71.
Des lieben Vaters Brief werdet Ihr nun [/written in pencil] schon erhalten u. daran gesehen haben daß er wieder selbst ganz leserlich schreiben kann, aber dennoch bleiben seine Augen sehr schwach, geschriebenes kann er gar nicht le= sen, außer was er selbst geschrieben hat, u. gedrucktes nur sehr wenig, vielleicht wären die Augen besser wenn er sie weniger damit anstrengte, es ist ihm aber doch auch nicht möglich unthätig zu sein. Mit seinen [sic] Befinden überhaupt geht es ziemlich gut, oft ist er angegriffen u. sehr stille aber es geht ihm doch wieder viel besser als den Sommer durch. Ich lese ihm jetzt nach Tische aus einer deutschen Uebersetzung des jüdischen Geschichtsschreibers Josephus vor, die er sich von der Schloßbibliothek geholt hat, diese interessirt ihn sehr, dann ließt Frl. Schilbach die Zeitung vor u. so gehen doch einige Stunden hin in denen er die Au= gen ganz ruhen lässt. [underline in pencil:] Mit Besorgniß sehe ich dennoch den vielen trüben Tagen die der Winter bringt entgegen, da er schon jetzt bei bedecktem Himmel sich ganz an's Fenster setzt um etwas erkennen zu können. [/underline in pencil] Leider sind meine Augen in dem letzten Jahre auch so sehr viel schwächer geworden, wenn ich kleine Schrift vor mir habe muß ich meist 2 Brillen übereinander auf= setzen um sie erkennen zu können. Mit meinen Kopfweh geht es aber seit einigen Wochen besser, [underline:] unberufen [/underline], was für eine große Wohlthat das ist,
