http://germanletters.org/plugins/Dropbox/files/Klee_0025_0002.jpg - image of
« previous page | next page » |
To rotate image, first hold down Alt and Shift keys, then drag with mouse or trackpad (Safari, Chrome & Edge only).
Current Page Transcription
[page 2: left-hand side of sheet 2]
warten. Wie würde ich mich freuen, wenn ich auch nur einmal einen Tag in Euerer lieben Gesellschaft verleben dürfte. Ich hoffe, daß der Tag, wo dieses zur Wahrheit werden wird, nicht mehr so gar fern sein wird.
Am 6. Juli, nachmittags 1/2 4 Uhr, ist Eugenchen von Schwesterchen geboren worden. Unsere Mama ist schwer krank, wir haben an einem Tag ein- mal sogar zwei Ärste gehabt: [roman]Dr. Anthes u. Dr. Neussel.[/roman] Ich habe wieder um manche schwere Stunde und manche bange schlaflose Nacht durchgemacht. Am 18, 19 u 20. Juli war die Krisis der Krankheit. Zwei Tage u. Nächte habe ich beständig kaltes Wasser auf- geschlagen und Eisbeutel aufgelegt. Das Fieber hatte den höchsten Grad erreicht. Jetzt geht es gottlob etwas besser und so gott will, wird es sich auch wieder ganz zum Guten werden. [end of page]
[page 3: right-hand side of sheet 2]
[new page] Schrecklich wäre es für mich und dich, mein liebes Kind, wenn wir wieder um ein treues und besorgtes Mütterlein beweinen müßten. Möge der Himmel uns gnädig sein! Sollte sich der Zustand von unserer Mama verschlimmern, so würde ich Euch sofort Nachricht geben, bleibt aber die Nachricht aus, so dürft Ihr das selbe als gutes Zeichen betrachten. Hoffen wir das Beste. Großvater und Großmutter von der Kaisers- mühle sind seit dem 7. Juli hier bei mir und unterstützen mich. Ich bin recht froh für die Hilfe, das kleine Schwesterchen macht nebenbei auch recht viel Mühe und Arbeit. Deinen Brief an die Großeltern, lieb' Eugenchen, hat Emil gestern hierher geschickt. Sie haben sich recht über deine Aufmerksamkeit gefreut. Hast du schon nach Einöllen geschrieben? Wenn
