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Marie Taylor to Lina Hansen, June 27, 1876

http://germanletters.org/plugins/Dropbox/files/Taylor_0122_0001.jpg

Revision as of Mar 30, 2020, 9:13:39 PM
edited by Admin
Revision as of Mar 3, 2026, 3:54:20 AM
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Cedarcroft, 27. Juni 1876
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[roman:] <i>Cedarcroft</i> [/roman], 27. Juni 1876
  
 
Meine liebste Mutter!
 
Meine liebste Mutter!
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muss. Dabei ist es mir ein Trost, daß er
 
muss. Dabei ist es mir ein Trost, daß er
 
den heißesten Theil des Tages in dem
 
den heißesten Theil des Tages in dem
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Tribune Gebäude zubringt, wo die
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[roman:] <i>Tribune</i> [/roman] Gebäude zubringt, wo die
 
Räume der Redaktion in der  
 
Räume der Redaktion in der  
 
obersten, d. h. der 7. oder 8. Etage
 
obersten, d. h. der 7. oder 8. Etage
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liegen, hoch über den umgeben-
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liegen, hoch über den umgeben=
 
den Gebäuden, mit freiem Blick  
 
den Gebäuden, mit freiem Blick  
 
über die Bay u. bis zum Meere
 
über die Bay u. bis zum Meere
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hin wo also auch die Seeluft unge-
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hin wo also auch die Seeluft unge=
 
hindert hinstreicht u. kühle Labung  
 
hindert hinstreicht u. kühle Labung  
 
mit sich führt. Er bekommt dort die  
 
mit sich führt. Er bekommt dort die  
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reinste u. frischeste Luft, die in N. Y. über-
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reinste u. frischeste Luft, die in N. Y. über=
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haupt zu haben ist. Diesen letzten Sonn-
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haupt zu haben ist. Diesen letzten Sonn=
 
tag hat er uns leider nicht besuchen
 
tag hat er uns leider nicht besuchen
 
können; die Arbeiten an der Zeitung
 
können; die Arbeiten an der Zeitung
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erwarten. Montag wollen wir dann
 
erwarten. Montag wollen wir dann
  
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deshalb lieber einige Arbeit selber, gebe  
 
deshalb lieber einige Arbeit selber, gebe  
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ich habe es übernommen das Haus  
 
ich habe es übernommen das Haus  
 
in Ordnung zu halten während  
 
in Ordnung zu halten während  
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Annie nach der Küche sieht u.den Haus-
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[roman:] <i>Annie</i> [/roman] nach der Küche sieht u.den Haus=
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stand führt. Annie hat ein gutes Ne-
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stand führt. [roman:] <i>Annie</i> [/roman] hat ein gutes Ne=
 
germädchen von auswärts in der  
 
germädchen von auswärts in der  
 
Küche, da sie aber Butter macht u.
 
Küche, da sie aber Butter macht u.
 
Ökonomie treibt, so hat sie sehr viel zu
 
Ökonomie treibt, so hat sie sehr viel zu
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thun. Jetzt gerade hat die Weizen-
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thun. Jetzt gerade hat die Weizen=
 
ernte begonnen. Die Heuernte ist  
 
ernte begonnen. Die Heuernte ist  
 
eben vorüber. Meine Schwiegermutter
 
eben vorüber. Meine Schwiegermutter
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zu werden. Sie kann keine feste
 
zu werden. Sie kann keine feste
 
Speise zu sich nehmen u. nichts will
 
Speise zu sich nehmen u. nichts will
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auf die Dauer ihren Magen befrie-
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auf die Dauer ihren Magen befrie=
 
digen. Hätte sie nicht eine so zähe
 
digen. Hätte sie nicht eine so zähe
 
Natur, so würde ich ihren Zustand  
 
Natur, so würde ich ihren Zustand  
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bedenklich finden. Beide Schwiegerel-
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bedenklich finden. Beide Schwiegerel=
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tern u. Carey's erwidern Deine Grüße  
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tern u. [roman:] <i>Carey's</i> [/roman] erwidern Deine Grüße  
 
auf's Herzlichste. - Zur Ausstellung  
 
auf's Herzlichste. - Zur Ausstellung  
 
bin ich noch nicht gewesen, ich habe mich  
 
bin ich noch nicht gewesen, ich habe mich  
 
bisher noch vor der Ermüdung gescheut.
 
bisher noch vor der Ermüdung gescheut.
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Unterdessen habe ich Lilian mit Sickles's
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Unterdessen habe ich Lilian mit [roman:] <i>Sickles's</i> [/roman]
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dahin gehen lassen u. sie kam sehr
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dahin gehen lassen u. sie kam sehr
 
befriedigt u. angeregt abends
 
befriedigt u. angeregt abends
 
zurück. Den nächsten Tag aber thaten
 
zurück. Den nächsten Tag aber thaten
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ihr die Füsse weh vom vielen Hin- u. Her-
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ihr die Füsse weh vom vielen Hin- u. Her=
 
gehen. L. sendet Dir herzlichste Grüße.  
 
gehen. L. sendet Dir herzlichste Grüße.  
 
Hans u. die Kinder grüße auch recht freundlich  
 
Hans u. die Kinder grüße auch recht freundlich  
  
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von uns. In diesen Tagen habe ich viel an Euch gedacht u. die schweren, trost-
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von uns. In diesen Tagen habe ich viel an Euch gedacht u. die schweren, trost=
 
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die damals  
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[roman:] Cedarcroft [/roman], 27. Juni 1876

Meine liebste Mutter!

Diesmal muß ich doch sehen den Brief mit dem Hamburger Dampfer fortzubringen, wozu ich ja hier einen vollen Tag eher bereit sein muss. Wir haben von großer Hitze zu leiden u. fürchte ich daß die Hitze im Steigen ist. Eben strich ein leichter Gewitterregen über unsere Gegend, der uns für den Augenblick wenigstens etwas frische Luft gebracht hat, aber schon tritt die Sonne wieder hell u. glühend aus den Wolken hervor. Ich bin froh daß wir auf dem Land sind, denke aber mit um so größerem Bedauern an meinen guten Mann, der in der Stadt schwitzen muss. Dabei ist es mir ein Trost, daß er den heißesten Theil des Tages in dem [roman:] Tribune [/roman] Gebäude zubringt, wo die Räume der Redaktion in der obersten, d. h. der 7. oder 8. Etage liegen, hoch über den umgeben= den Gebäuden, mit freiem Blick über die Bay u. bis zum Meere hin wo also auch die Seeluft unge= hindert hinstreicht u. kühle Labung mit sich führt. Er bekommt dort die reinste u. frischeste Luft, die in N. Y. über= haupt zu haben ist. Diesen letzten Sonn= tag hat er uns leider nicht besuchen können; die Arbeiten an der Zeitung litten es nicht. Dafür dürfen wir ihn nächsten Sonnabend in der Frühe schon erwarten. Montag wollen wir dann

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deshalb lieber einige Arbeit selber, gebe unsere Wäsche außer dem Haus u. lasse zweimal wöchentlich eine Frau kommen, die kehrt u. reinemacht, denn ich habe es übernommen das Haus in Ordnung zu halten während [roman:] Annie [/roman] nach der Küche sieht u.den Haus= stand führt. [roman:] Annie [/roman] hat ein gutes Ne= germädchen von auswärts in der Küche, da sie aber Butter macht u. Ökonomie treibt, so hat sie sehr viel zu thun. Jetzt gerade hat die Weizen= ernte begonnen. Die Heuernte ist eben vorüber. Meine Schwiegermutter liegt leider schon über eine Woche krank. Sie bekam Durchfall, wie sie es oft schon bei heißer Jahreszeit gehabt hat. Diesmal aber wollte es durchaus nicht gründlich besser werden. Sie hat bereits drei Rückfälle gehabt u. mit jedem scheint ihr Magen schwächer zu werden. Sie kann keine feste Speise zu sich nehmen u. nichts will auf die Dauer ihren Magen befrie= digen. Hätte sie nicht eine so zähe Natur, so würde ich ihren Zustand bedenklich finden. Beide Schwiegerel= tern u. [roman:] Carey's [/roman] erwidern Deine Grüße auf's Herzlichste. - Zur Ausstellung bin ich noch nicht gewesen, ich habe mich bisher noch vor der Ermüdung gescheut. Unterdessen habe ich Lilian mit [roman:] Sickles's [/roman] dahin gehen lassen u. sie kam sehr befriedigt u. angeregt abends zurück. Den nächsten Tag aber thaten ihr die Füsse weh vom vielen Hin- u. Her= gehen. L. sendet Dir herzlichste Grüße. Hans u. die Kinder grüße auch recht freundlich

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von uns. In diesen Tagen habe ich viel an Euch gedacht u. die schweren, trost= losen Tage, die damals über uns kamen. Gebe Gott, daß Du nicht wieder krank geworden bist, liebste Mutter! Von Tante Auguste erhielt ich vor einigen Tagen auch einen lieben Brief. Mit innigster Liebe Deine T. Marie.

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