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Robert von Xylander to Henry Villard, May 28, 1892

Robert von Xylander to Henry Villard, May 28, 1892, p. 1 [right-hand side] and p. 4 [left-hand side]
Robert von Xylander to Henry Villard, May 28, 1892, p. 2 [left-hand side] and p. 3 [right-hand side]

Author

Robert von Xylander

Recipient

Henry Villard

Date

May 28, 1892

Origin

München, Bavaria

Description

Letter from Robert von Xylander to Henry Villard, May 28, 1892.

Type

letter

Language

German

Tags

1890-1899, transcription under review

Source

Henry Villard Papers, MS Am 1322

Collection

Henry Villard Family Letters

Repository

Houghton Library, Harvard University

Citation

“Robert von Xylander to Henry Villard, May 28, 1892.” Henry Villard Papers, MS Am 1322, Houghton Library, Harvard University, accessed from German Heritage in Letters, March 12, 2026, https://germanletters.org/items/show/610

Original text

[page 1 (sheet 1, right-hand side):]

München den 28. Mai 1892. Ottostr. 10.

Lieber Heinrich!

Dein freundliches Schreiben vom 15. ds. kam gestern mir zu Handen. Wir ersehen daraus, daß wenn Du auch wieder einmal geschäftlich geplagt bist Du und die Deinen doch wenigstens wohl seid, und das ist die Haupt= sache. Emma hat gestern Abend Helenchen die Neuigkeiten übersendet; im Allgemeinen ist es seit Eintritt barbarischer Hitze, d. i. seit c. 10 Tagen sehr still geworden; fürstliche Reisen füllen die Zeitungen; ein Zeichen daß Sommerstimmung eingetreten. –

Um zunächst den geschäftlichen Theil deines Briefes zu beantworten, so zeich ich an, daß dies Avertissement bezüglich der

[page 2 (sheet 2, left-hand side):]

Juni Zinsen richtig an mich gelangt ist; die Übersendung durch Th. N. Schmidt folgt dann gewöhnlich nach 2-3 Tagen.

Im betreffe der Dividende der Elekt Aktien pro 1. Mai bin ich im Ungewissen, wie sich dies aus dem Ausschnitt Deines Briefes vom 15., den ich hier beilege, ergeben wird; das wird sich finden.

Den Abfall der Einkünfte der N. Pac. habe ich selbstverständlich mit Interesse seit Wochen verfolgt. Die Frankfurter Zeitung und [insertion:] u.A. [/insertion] die hiesige Allgemeine Zeitung brachten bezügl. Notizen letztere weist auf ungünstige Trades Concurrenz der Gr. Northern, zu ausgedehntes Zweigbahnensystem, große Scheinbonds Schulden wurden als Ursache angegeben. Dein Verkauf von 5% cons. Bonds behufs Zahlung der Letzteren und der nicht verdienten Dividende wurde in Aussicht gestellt; Zeichen, daß hier eine der N.P. nicht wohl gesinnte [?] Person [/?] arbeitete.

Gott sei Dank bin ich doch so weit in den [overwritten] Verhältnissen zu Hause um derartigen Nachrichten die gebührende Beachtung zu schenken. Einmal werden die Witterungsverhältnisse im Westen dem Verkehr wieder günstiger werden müssen; die Welt ist rund und muß sich drehen. Auch die Ausstellung muß doch ihre Wirkung äußern. -

[page 3 (sheet 2, right-hand side):]

Die andere Frage, die Freigabe d. Silberprägungen versteh ich leider zu wenig. –

Emma ist seit Tagen von früh des Morgens bis Abends mit Vorbe= reitungen für unseren Umzug auf das Land beschäftigt. Im Allgemeinen thut ihr die Beschäftigung gut wie sie sich gottlob kräftiger und wohler fühlt wie seit Jahren; aber doch übertreibt sie ihre Thätigkeit oft ein bischen, seitdem ihre unersetzliche Marie ihr nicht mehr zu Seite steht. Tutzing soll ihr, wie ich hoffe, gut thun. Mitte September beabsichtigen wir dann in die Pfalz zu gehen um Wachenheim zu besuchen; ich auch um Geschäfte des rothen Kreuzes dort zu erledigen.

Ob Emma’s Interesse in diese Richtung wachsen wird, hängt von Umständen ab; die Verhältnisse hier liegen nicht gerad günstig; was anderes wäre es, wenn es Ernst werden sollte. Die große Politik schweigt nahezu ganz; der deutsche Philister glaubt sich gerne über alle Berge und geborgen;

[page 4 (sheet 1, left-hand side):]

selbst ernsthafte Leute, als ob der Herr riskiren könnte die Hundertausend seiner Truppen, die Tausend seiner Offiziere, die seit Jahren an der Grenze stehen einfach und ruhig wieder in ihre kleinen, schmutzigen Garnisonen zurück zu schicken. Da er das nicht kann, die Armee aber auch nicht für alle Zeit in Polen halten kann, muß etwas geschehen, und das kann nur ein Krieg sein: gegen die Türken, gegen Westen oder an der Donau d. i. die Frage.

Dr. Granier schrieb mir auf meine letzten Mittheilungen, daß er sich nun mit der I. u. II. Armee beschäftige und erst im Herbst wieder zu den Aktiven der III. Armee zurückkehren werde; bis dahin stellte er mir weitere Anfragen in Aussicht, die ich nach Wissen beantworten werde; er meint, er dürfe Dich im Spätherbst in Berlin erwarten. -

Hoffentlich habt ihr einen schönen Sommer auf dem Lande! Bist Du nicht zu sehr von Geschäften geplagt! und bleibt ihr Alle recht gesund! von Harold schreibst Du nichts; wohl ein gutes Zeichen! Des Neuhausen Schwesterhaus ist nach allgemeinem Urtheil recht schön ausgefallen; stattlich und gut versehen mit den neueren Anforderungen, aber der einzige Fehler, die große Entfernung von der innern Stadt mindert sich täglich, da letztere rasch wächst und grad nach dieser Richtung zunimmt.

Mit herzlichem Gruß an All‘ deine Lieben! wie stets dein dankbar ergebener Schwager Robert [in pencil] Xylander


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