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Emma Hilgard (von Xylander) to Henry Villard, April 10, 1872

Emma von Xylander to Henry Villard, April 10, 1872, p. 1 [right-hand side] and p. 4 [left-hand side]
Emma von Xylander to Henry Villard, April 10, 1872, p. 2 [left-hand side] and p. 3 [right-hand side]
Emma von Xylander to Henry Villard, April 10, 1872, p. 5
Emma von Xylander to Henry Villard, April 10, 1872, p. 6

Author

Emma Hilgard (von Xylander)

Recipient

Henry Villard

Date

April 10, 1872

Origin

München, Bavaria

Description

Letter from Emma Hilgard von Xylander to her brother, Henry Villard, April 10, 1872.

Type

letter

Language

German

Tags

1870-1879, transcription under review

Source

Henry Villard Papers, MS Am 1322

Collection

Henry Villard Family Letters

Repository

Houghton Library, Harvard University

Citation

“Emma Hilgard (von Xylander) to Henry Villard, April 10, 1872.” Henry Villard Papers, MS Am 1322, Houghton Library, Harvard University, accessed from German Heritage in Letters, March 12, 2026, https://germanletters.org/items/show/604

Original text

[page 1 (sheet 1, right-hand side):]

München, d. 10ten April.

Mein lieber Bruder!

Zu Deinem morgigen Geburtstage, meine u. Robert's herzlichste Glückwünsche; Dein Festtag wird wohl in diesem Jahre nur ein sehr trüber sein, - da so herber Verlust uns betroffen, - suche Dich zu trösten lieber Heinrich in dem Gedanken, daß es der guten Tante nun so wohl ist, - u. daß ihr durch den raschen Tod, so viele u. langwierige Leiden erspart wurden. - Ich bin natürlich von [strikethrough:] d [/strikethrough] all dem schmerzlich Erlebten sehr mitgenommen , - u. oft nicht im Stande klar zu denken; ein Glück, daß jetzt so viele, wenn auch so traurige u. unangenehme Geschäfte auf mir ruhen, sie laßen mich nicht zur Ruhe nicht zum Nachdenken kommen, - erst wenn alles geordnet ist, - mein altes stilles Leben wieder beginnt, - werde ich die Lücke so recht

[page 2 (sheet 2, left-hand side):]

empfinden die der Hingang Tantens in meinem Dasein riß; außer Deinem u. Fanny's lieben Briefen erhielt ich auch einen sehr herzlichen von Richard; außerdem eine Masse Condolenz Briefe von Bekannten, - auch [roman:] Louise Wolf [/roman] schrieb gleich, u. sprach die Hoffnung aus, Dich bald bei sich zu sehen. - Die Bekannten hier, haben mich alle sehr theilnehmend aufgesucht, - selbst Direktor [roman:] v. Kalb [/roman] kam, - so wie auch letzten Sonntag [roman:] Ferdinand Petri [/roman] sich endlich herbeiließ mich zu besuchen, u. sehr bedauerte, nichts von Deinem 2 maligen Hiersein im Laufe dieses Jahres gewußt zu haben. - Er ist ein stolzer [roman:] Capitaine [/roman], dessen schöne Ansprache mir sehr sympathisch ist. Bei [roman:] Bauer [/roman] war ich gestern. Den alten Herrn hat der armen Tante Tod, sehr [?]. Heintz sehe ich natürlich öfter, - u. ist er, mir noch gleich gefällig u. mit praktischen Rathschlägen bereit. - Montag Morgen um 9 Uhr war also

[page 3 (sheet 2, right-hand side):]

in der [?] Kirche [/?], von Proffessor [roman:] Friedrich [/roman] abgehalten, eine stille Seelenmesse, für die theure Todte; da der geplagte [roman:] Robert [/roman], schon um 8 Uhr in eine Sitzung mußte, - fuhr ich mit [roman:] Frida [/roman] hinaus, - deren Mann, - so wie die Generalin [roman:] Schubert [/roman] Schwägerin [roman:] Fischer, Hagemann, Fleschurz, Marie, [/roman] wohnten dem traurigen letzten Akte bei, - u. gingen wir dann mit schwerem Herzen wieder nach Hause, - ich, wie fast alltäglich in Tanten's Wohnung um dort zu räumen u. das zur Versteigerung Nöthige vorzubereiten; dieselbe wird wohl Ende nächster Woche Statt finden, der Tag ist noch nicht bestimmt. Wegen Deiner Sachen die Du behalten willst, habe ich nach Heintzen's Rath mit Spediteur Flaßmann gesprochen, - derselbe holt die Effekten nächsten Montag ab, - emballirt u. verpackt sie gegen die Motten, - u. erfolgt die Zahlung [insertion:] dafür [/insertion] erst, wenn man die Sachen wieder in Empfang nimmt. Die alte Uhr Vater's, - bekommst Du Deinem Wunsche gemäß nun also auch, - die Photographie

[page 4 (sheet 1, left-hand side):]

von Anna jedoch die Fanny gewünscht, ist leider schon verschenkt, da Du ja weißt, daß Tante, Elise [roman:] Faller [/roman], Familien Photographien bestimmte, - u. Du hier mit dabei warst, als wir die von Anna u. Richard, - Elise zudachten, - u. auch noch selben Abends als Du hier warst, an dieselbe abschickten. - Alles Andere, was Du gewollt, - wird besorgt, - u. sind Deine Sachen bereits damit nichts weg kommt in ein apartes Zimmer gestellt. - Proffessor [roman:] Friederich [/roman] hat für durch seinen Sakristan, - eine Rechnung von 5 fl geschickt, für die Seelenmesse u. Aussegnung, [insertion:] die ich demselben gleich zahlte [/insertion] [strikethrough:] d [/strikethrough] [roman:] Robert [/roman], suchte nun den Hr. Professor gestern auf, dankte ihm, - u. fragte was er für Telegramme ausgelegt habe, - er verlangte nur 1 fl 24 kr, - da ich nun weiß daß die Altkatholiken arm sind, - so schickte ich ihm zur Tilgung der 1fl 24 kr u. für seine Wünsche 10 fl. - Die Rechnung für das Inserat der Neusten Nachrichten betrug 4 fl. - ich zahle nun Alles von den mir von Dir überlaßenen 320 fl, - u. schicke oder bringe Dir seiner Zeit die Abrechnung, - trotz wiederholter Aufforderung hat noch keiner der Ärzte seine Rechnung geschickt.

[page 5:]

Als Andenken für meine Schwiegermutter, die sehr an Tante hing, - laße ich [strikethrough:] noch [/strikethrough] da die Platte noch da ist, - eine große Photographie derselben machen; wolltest Du nicht auch welche großen Bilder von Tante haben?

Marie, werde ich [insertion:] wie Du [/insertion] gewünscht vor deren Abgang nebst ihrem Lehen u. Kopfgeld die 100 fl auszahlen; dieselbe hat sich an Wäsche, Küchengeräthen, Kleidern u. dgl. noch sehr bereichert, - u. habe ich zwar, wenn dieselbe irgend etwas als wünschenswerth erachtete ihr gegeben, - da sie die arme Tante so gut u. willig gepflegt. -

Nach entsetzlich kalten Regentagen, scheint heute wieder die Sonne, - u. etwas grünen sich die Bäume u. Sträucher. - Bei Euch muß es schon sehr schön sein; ich mache einstweilen Pläne zu Euch zu kommen, - doch könnte das erst [underline:] ganz Ende [/underline] April sein, vorerst habe ich noch zu vielerlei zu besorgen, - u. muß dann etwas

[page 6:]

rechnen. - Glaubst Du lieber Bruder ein passendes [roman:] Logement [/roman] (nur 1 Zimmer) für mich gefunden zu haben, so schreibe es mir, erst dann werde ih mich bestimmt entschließen, - u. freue mich natürlich sehr Fanny, Deine gesammte Familie zu sehen. -

Alles Schöne von [roman:] Robert [/roman], - der zurück ist, wie schön und fließend Fanny deutsch schreibt. - Hoffentlich geht es gut mit Deiner Gesundheit nach diesem Gemüthserschütterungen, - u. sind die Kleinen auch wohlauf. -

Lebe wohl für heute nochmals viel Glück zum Geburtsfeste u. die besten Grüße

für Alle von Deiner

Emma.

Herzliche Grüße von Heintz die ich heute besuchte.

Hast Du keine entbehrliche Visite - Karte Photographie von Tante? Bauer's haben darum gebeten, u. ich besitze selbst nur eine.


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