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Emma Hilgard von Xylander to Henry Villard, August 27, 1868

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Author

Emma Hilgard (von Xylander)

Recipient

Henry Villard

Date

August 27, 1868

Origin

München, Bavaria

Description

Letter from Emma Hilgard von Xylander to her brother, Henry Villard, August 27, 1868.

Type

letter

Language

German

Tags

1860-1869, transcribed

Source

Henry Villard Papers, MS Am 1322

Collection

Henry Villard Family Letters

Repository

Houghton Library, Harvard University

Citation

“Emma Hilgard von Xylander to Henry Villard, August 27, 1868.” Henry Villard Papers, MS Am 1322, Houghton Library, Harvard University, accessed from German Heritage in Letters, March 12, 2026, https://germanletters.org/items/show/581

Original text

[page 1 (sheet 1, right-hand side):]

München, d. 27/8. 68.

[top-margin, written upside down]

Zugleich mit Richard war Max Kissel der im Lande ist, 8 Tage hier, u. viel mit uns zusammen; er sieht gut aus, - scheint mir aber nach allem, - noch immer daraus sehr Schwindler zu sein.

Mein lieber Bruder!

Um mir nicht wieder Vorwürfe, des zu seltenen Schreibens zuzuziehen, - wollte ich schon Mitte des Mts.* Dir wieder Nachricht geben, - da schickte mir aber Tante einen Brief von Dir; der uns sagte, - daß wir stündlich einen neuen Beweis Deiner Güte in Gestalt von Geld zur Tilgung der Miethe, - erwarten können, - u. da ich Dir dann doch gleich den Erhalt anzeigen wollte, - wartete ich damit ich mit dem Schreiben; gestern nun kam der Inhaltsreiche Brief, - Robert setzte den Wechsel gleich bei Froehlich in Geld um, - u. erhielt die genaue Summe von 200 fl, - die auch bereits in die Hände unsrer Hausherrn gelangt sind. - Wir sagen Dir innigsten Dank, - denn ohne Deine Güte, - hätten wir uns sonst in Schulden stecken müssen, - u. Du batest mich ja so sehr keine fremde Hülfe außer Dir in Anspruch zu nähmen u. wahrlich der Entschluß dazu, wäre auch nicht leicht gewesen, - u. wir sind Dir doppelt dankbar; da ich nun gerade bei Geldsachen bin, - muß ich Dir auch mittheilen, daß Richard allerdings die Rechnung bei Hess bezahlt als er neulich hier war, - daß dieselbe jedoch, statt 201 fl 18k* wie ich Dir damals schrieb, -  auf 208 fl 12k kam, - Hess hatte vergessen Dir di einen Posten aufzuschreiben, den ich mir auch genau erinnere, daß er nach Deiner Rückkehr von Italien, wo Du ganz zerißen ankamst, gemacht wurde; - laut Rechnung die ich quittiert in Händen habe, u. deßhalb Dir auch nicht beilege, - da sie ohnehin den Brief

[page 2 (sheet 2, left-hand side):]

wohl zu sehr vertheuern würde, - lautet der Posten: am 8ten Mai 1 Rock neu füttern u. 6 Knöpfe - 3 fl 48 kr 1 Paletot neu Einfaßen, neun Handbesätze 6 Knöpfe 3 fl 6 kr 6 fl 64.* 

Und schuldest sohin Richard, da Du ihm wie er mir sagte nur 200 fl übermittelt, - 8 fl 12 kr. -

Doch nun zu was Anderem. - Die guten, vergnügten Nachrichten von Dir u. Deiner Familie, - gereichen uns natürlich immer sehr zur Freude u. Beruhigung, - u. wir können nur beklagen, das Gedeihen der kleinen Héléne nicht mit eignen Augen schauen zu können; Der Gedanke Fanny's die allerliebste bald photographieren zu lassen, - ist sehr lieb, - u. wir hoffen nicht allzu lange auf dieses Abbild warten zu müssen, - um es dann dem Bildchen der leider verstorbenen ersten Nichte, zur Seite plaçiren zu können; - die Bekannten interessiren sich alle sehr für Euer Elternglück u. namentlich Frida will immer selbst lesen was Ihr von dem Wunderkinde geschrieben. - Nun ist das kleine Ding nun schon bald ein Vierteljahr alt, - u. die größte Schattenseite für Fanny die den Schlaf so liebte, - die nächtliche Unruhe, wird sich mehr u. mehr mindern; ich möchte die kleine dick backige sehen, - wie sie im Hause herum wirthschaftet, - das Kind wartet, - ein ganz klares Bild wie sie sich dabei ausnehmen wird, kann ich mir nicht machen, - trotzdem ich sie mir oft vergegenwärtige

[page 3 (sheet 2, right-hand side):]

Am angenehmsten berührt uns der stete Ausspruch Deiner Briefe, daß Deine Gesundheit so befriedigend, u. daß Du Dich so glücklich fühlst in Deinem Familienleben; Die Beruhigung die wir daran finden, - erleichtert uns die Trennung, - u. die wirklich sehr lieben häufigen Briefe, - machen auch die große Entfernung die uns trennt, - weniger schmerzlich. - Wenn Tante nun wieder hier ist, bekommt Ihr gewiß auch jeden Monat regelmäßig Nachricht, - dieses unstäte Leben das der Sommer mit sich bringt, - wirkt auch beeinträchtigend auf die [illegible]= handlung; - u. ich schrieb doch Tante regelmäßig alle 6. Tage [insertion:] was mir viel Zeit raubte [/insertion], wenn sie auch mir kaum auf 3 Briefe antwortete; sie wird eben älter u. bequemer. - Sie ist nun 4 Monate in R., u. wie sie in allen Briefen schreibt wenig mit dem Resultate der Cur zufrieden; ich hoffe auf die Nachkur, - u. denke wenn sie hübsch u. bequem wohnt, - in so amüsanter Lage, findet sie auch, - falls sie den Winter über nicht ausgehen darf, das weniger schrecklich. - Sie sagte in ihrem letzten Briefe, - sie würde Dir dieser Tage schreiben, - u. hatte vor noch 14 Tage draußen zu bleiben, - da bei uns dieses Jahr der Herbst so wunderbar schön ist, - währet Ihr die 3 letzten Monate hier gewesen, - wo wir anhaltend herrliches Wetter hatten, Ihr hättet gewiß nichts mehr über unser Klima gesagt. - Ich schrieb nun gestern Tante, - daß sie im Laufe dieser Woche heim kommen soll, - da sie jedenfalls bis nächsten Sonntag ihre jetzige Wohnung geräumt haben muß; Richard der uns erst vor 14 Tagen verließ nachdem er 3 Wochen hier war, -

[page 4 (sheet 1, left-hand side):]

wo wir äußerst vergnügt zusammen waren, - was er Euch nun wohl geschrieben haben wird, - kann nicht zum Umzuge kommen, dafür soll er uns aber denke ich in Nachrichten entschädigen. - Robert u. ich werden natürlich Tante so viel als möglich alle Mühen abnehmen, - auch Frau Hagemann u. Frida boten ihre Hülfe an, - u. so wird die Sache leichter gehen als man denkt. - ich machte Tante den Vorschlag, - mir wie voriges Jahr, Alles zu überlaßen, - u. erst hierher zu kommen, wenn sie gleich in die neue Wohnung kann, - sie war aber noch unentschieden was thun. - Mein edler Gatte hat in den letzten Monaten furchtbar viel zu thun, - u. ist kaum ein paar Stunden zu Hause; die Herbstwaffenübungen nehmen seine ganze Zeit in Anspruch, da er selbst die großen Manöver alle dirigiren muß wovon eines 3 Tage dauert u. auch Truppen von auswärts zugezogen werden; die Geschäfte dauern bis 1ten Oktober, - wo der größte Theil der Mannschaft in Urlaub geht, u. für die Garnisonen der Winterschlaf beginnt; - in der letzten Woche war Robert 6 Tage mit Gelt. v. d. Tann auf Inspektion in Landshut u. Freising; u. am 4ten Oktober geht er in der selben affaire auf 14 Tage nach Passau, Burghausen u. Reichenhall. - Ich bin sohin sehr viel allein, sehr viel auf mich selbst angewiesen, - u. das wäre für mich traurig wenn ich mich nicht stets so gut zu beschäftigen wüßte, daß mir keine Stunde lang wird; mit dem kälter werden der Tage, - habe ich auch wieder mit dem Reiten begonnen, - u. da Robert wenig Zeit hat mich zu begleiten, -

[page 5]

nehme ich öfter Bekannte in Anspruch, reite auch öfters das Pferd eines befreundeten Offizirs, - da unser kleines Pferd, seit Monaten nicht recht in der Reihe ist, - u. jedenfalls im Frühjahr verkauft werden muß, - das giebt auch wieder eine böse Aufgabe, - denn die Pferde sind jetzt sehr theuer, - u. Robert braucht schon ein gut gerittenes Pferd. - Die Bekannten sind nun ziemlich vom Lande zurück gekehrt, - in keiner Familie hat sich besonderes ereignet, - nur die Familie Heintz hat den Tod des Präsidenten zu beklagen der hier, während seine ganze Familie am Starnberger See war, - vor 4 Wochen plötzlich am Schlage starb; - er war einige Jahre älter wie unser theurer Vater, - u. die im Leben so guten Freunde, - folgten sich im Tode so bald nach; - Heintz hat ein großes Vermögen hinterlaßen; - die Kinder waren alle hier, - Otto's Fußleiden ist noch immer schlimm. dan durch den Wechsel der Artillerie, - kam vor 4 Wochen, Ferdinand Petri  hierher, ein ganz stattlicher Oberlieutenant, - ich sah ihn neulich in einem Garten, - erkannte ihn gleich u. freute mich so ihn zu sehen, daß ich Robert bat, Ihn zu mir zu holen; - er begrüßte mich sehr herzlich, frug gleich nach Dir, - wo ich wohne, - er wolle mich besuchen, - seitdem sind über 3 Wochen verfloßen, u. ich sah ihn nicht, weßhalb ich vermuthe, daß er seine alte Schüchternheit Damen gegenüber noch nicht abgelegt hat; er wohnt nicht weit von mir, u. sehe ich ihn sehr oft vorüber gehen. - Seine Schwester Julia jetzige Frau Werner, - war sehr leidend an den Folgen einer Fausse-couche, jetzt geht es aber wieder besser; Alexandrine war in Kissingen im Bade. -

[page 6]

Denke nur, daß Rittmeister Schulze seit 9 Wochen an einem sehr heftigen Kopfleiden liegt; - u. man sehr besorgt um ihn ist; er gebrauchte die Cur in Kissingen die ihm scheint's schlecht bekam, u. Marie schrieb mir gestern, - daß es [insertion:] zwar [/insertion] langsam besser gehe, - aber noch viel zu besorgen sei, - u. er jedenfalls den Winter in ein mildes Clima müsste; - von andrer Seite höre ich, er soll unglücklich spekulirt u. so viel Vermögen eingebüßt haben, [insertion:] was ihn so wird niedergeschmettert habe [/insertion] jedenfalls ist auffallend, - daß er rasch seine Pferde u. Equipagen veräußerte. - Tante hat Dir vielleicht von der Verlobung unseres St. Johanner Cusinchen's Julie mit ein Hr. [?] Manth [/?] aus Kaiserslautern, - der jetzt Bildhauer in Conecticut ist, - geschrieben, - Onkel Otto scheint mit der Partie zufrieden u. ich bin froh, daß er nun 2 Töchter versorgt hat; sonst höre ich von den Pfälzer Verwandten gar nichts, - u. Julius sah ich in Wochen nicht. - Ich habe ziemlich still u. einförmig u. Richards Besuch hier, wodurch ich doch etwas in Theater u. dgl. kam, war mir ein wahrer Genuß, Gf.* Tattenback kommt noch viel zu uns u. sendet Euch Grüße; außerdem komme ich viel mit Fleschurz zusammen, auch zu Bauer's, - es ist darin keine Änderung in meinem Bekanntenkreis vorgegangen; heute kommt auch wieder meine Schwiegermutter u. Schwägrinnen nach wöchentlicher [insertion:] monatlicher [/insertion] Abwesenheit zurück; Oscar's Frau, erwartet schon wieder ein Kind, - nachdem das andre erst 3/4 Jahr alt ist, - u. sieht elend aus. -

Doch nun genug des Plauderns Ihr Lieben; Stoff u. Papier ist zu Ende, u. heute seid Ihr gewiß zufrieden mit mir. - Schreibt auch bald wieder; die herzlichsten Grüße von Robert u. mir, - Euch Beiden u. Euren lieben Angehörigen besonders Mr. Frank u. der allerkleinsten einen tüchtigen Kuß von ihrer Tante Emma.

*Footnote, page 1: Mts. = Monats.
*Footnote, page 1: fl =Florin, k = Kreuzer.
*Footnote, page 2: the sum 6 fl 64. belongs under the underlined 3 fl 6 kr.
*Footnote, page 6: Gf. = Graf.


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