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Wuellner family letter, March 31, 1895

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http://germanletters.org/plugins/Dropbox/files/Wuellner_0013_0002.jpg

Author

Theresia Wüllner (Boso)

Date

March 31, 1895

Origin

Wolfach, Baden

Description

Wuellner family letter, March 31, 1895.

Type

letter

Language

German

Tags

1890-1899, transcription in progress

Source

Wuellner Family Letters

Collection

Wuellner Family Letters

Repository

Mackowiak family collection

Citation

“Wuellner family letter, March 31, 1895.” Wuellner Family Letters, Mackowiak family collection, accessed from German Heritage in Letters, March 12, 2026, https://germanletters.org/items/show/1985

Original text

J.M.J. Wolfach den 31. März 1895

Lieber Bruder und Schwiegerin!

Nicht die Freude, sondern die Trauer ist es dieses mal welche mich antreibt Euch zu schreiben. Gott dem Allmächtigen hat es gefallen ein Glied aus unserer Geschwiesternkette nach einer schweren Krankheit zu sich in die Ewigkeit zu rufen, nehmlich unsern Bruder Johannes. Er hinterläßt seine Frau mit 6 Kindern von denen das jüngste ein Jahr zählt, im Mai vori= gen Jahres sind Sie nach Altenbeken gezogen, und nun kommt er als Leiche wieder zurück um doch auf heimatlichen Boden bei Vater Mutter und Bruder dem Tage der Auferstehung zu harren. Dieses hat er selbst gewünscht. Er hat sich gelegt am 3ten März an der Lungen und Rippenfellentzündung, wurde am Josephstag ein we= nig besser und am 27 März Mittwoch Abends ½11 Uhr ist er ver= schieden nähere Umstände seines Todes weiß ich noch nicht. Lange war es Ihm nicht vergönnt Weichensteller zu sein, doch hoffe ich das seine Frau und Kinder von der Bahndirecksion etwas bekommen werden u. so ist Sie doch nicht so schlecht daran wie einstens unsere Mutter selig. Auch ist Georg schon aus der Schule u. Th. macht die erste Hl Kommunion am weißenSonntag auch sei= en die beiden gesund u kräftig, das jüngste Kind ist immer krank, vieleicht wird es Bruder nachfolgen. Sie hatten mich in der Kranckheit um das Gebet gebittet und ich kam ihren Wunsche nach indem ich mich besonders an der Hl. Joseph wendete Sie auch dazu ermunterte sonderbar am Josephs feste wur

[page 2:]

de es besser mit Ihm, ich dankte dem Hl Joseph mit der Bitte wenn er vieleicht später sollte verunglücken, oder unvorbereitet sterben Ihn lieber jetzt gut vorbereitet sterben zu lassen nun ist er am Mittwoch gestorben u. ich zweifele nicht das der Hl. Joseph ihm auch Gnade eines guten Todes bewirkt hat. Da jedoch der l. Gott gerecht ist so beeilen wir uns die Barmherzigkeit Gottes anzuflehen für unseren Bruder der nichts mehr für sich thun kann. Es ist dies unsere hl. Pflicht. Weil Du theurer Bru= der mit den nämlichen Geräthen beschäftigt bist wie der hl. Nährvater so arbeite auch mit einer so hl. Meinung, nim Ihn zu deinem Helfer es wird dich gewiß nicht reuen opfert sodann Alle miteinander Eure Arbeiten u Gebete auf zur Ehre Gottes u zum Wohle der Seele des Bruders im Fegfeuer. Betet überhaupt für die armen Seelen, damit wir nicht mehr rückständig sind, u. nach unserem Tode die guten Worte welche man für uns verrichtet anderen Seelen derer wir vergessen zugestellt werden. Ich fmuß mir Gewalt anthun um den Schmerz zu unterdrücken, nie hätte ich geglau das der Tod meines mir so schmerzlich wäre, doch Jesus der Gekreuzigte wolle es mir verzeihen, und euch allen seine Gnade geben da= mit wenn der Tod auch an uns herantritt wir uns immer mit Ihm vereinigen in der ewigen Glorie. Ich danke Euch für die Bilder und dem Johannes für sein Brifchen er soll nur recht braf sein, denn Eltern viele Freu= de machen. Ich grüße Euch in den hl. Herzen J.M.J u bleibe Eure trauren= de Schw. Eulalia von hl. Kreuz. / Die Schwigerin bat mich Euch zu schreiben weil Sie keine Adresse hat. Ich werde Sie Ihr zuschicken.


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