Neuenbeken 21. Oktober 1888 Lieber Bruder und Schwiegerin!
Euer Brief haben wir richtig erhalten und daraus gehört wie es euch und das ihr noch munter und gesund seit, welches wir bis jetz auch noch alle sind. Ihr schriebet um die Abildung Elisabeths, es waren aber nur noch 8 Tage vor ihrer Einkleidung, da konn- te das sie schreiben nichts mehr helfen. Sie hat uns gestern einen Brief geschickt worin für euch einen mit darin stand, welchen wir euch mit schicken. Die Ernte ist hir zimmlich gut ausgefallen, die Kartoffeln nicht gut gerahten, das Obst ist auch gut. Es fängt hir schon recht tügtig an zu frieren des Nachts.
Mein Mann hat diesen Sommer und bis jetz noch immer im Stein- bruche gearbeitet und hat wohl 2M 50pf verdient, womit man nicht rauh in einer Famillie umgehen darf wenn alle davon leben sollen. Es ist am vorigen Sonntag der Lehrer Joseph Hindahl mit seiner Frau und kleinen Sohn hir gewesen, ist aber jetzt wieder fort, er läßt euch viell mahls grüßen. Johann und seine Frau und 4 Kinder sind noch alle was ich meine Gesund. Aber die allten Leute Kattendiks sind sehr kränklich und kümmerlich. Die Antresse von Fel- drome ist An Herrn Wilhelm Wüllner in Preuß Feldrom. Jetzt will ich mein Schreiben schließen in der Hoffnung das es euch bei guter Gesundheit antrifft, wie es mich verläßt.
Viele Grüße von uns alle an an euch grüß aber auch Agnes und Wilhelm und sagt ihnen, sie möchten doch auch mal schreiben. Viele Grüße von Famillie Hindahls. Einen besonderen Gruß sendet in Liebe Eure Schwester Theresia Wüllner (gestrichen) Bose
Bitte Schreibt bald wieder. Ihr bittet um unser Abbildung welches diesen Herbst doch nicht mehr geht, wenn es Gottes wille wollen wir es nechsten Frühjahr tuhn dann ihr uns erst noch mal wieder. Grüß doch auch Tonsor und seine Familie und
sagt ihnen sie sollten uns doch auch mal wieder Schreiben.