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Lenchen Cherdron to Eugen Klee, November 24, 1922

Lenchen Cherdron to Eugen Klee, November 24, 1922, p. 1
Lenchen Cherdron to Eugen Klee, November 24, 1922, p. 2 and p. 3
Lenchen Cherdron to Eugen Klee, November 24, 1922, p. 4

Author

Magdalena Bitz (Cherdron)

Recipient

Eugen Klee

Date

November 24, 1922

Origin

Otterberg, Rheinland-Pfalz

Destination

New York, New York

Description

Letter from Magdalena (“Lenchen”) Cherdron to Eugen Klee, November 24, 1922. “Lenchen” Cherdron was the first cousin of Eugen Klee.

Type

letter

Language

German

Tags

1920-1929, transcribed

Source

Eugen and Emma Klee Papers

Collection

Eugen and Emma Klee Letters

Repository

Horner Library

Citation

“Lenchen Cherdron to Eugen Klee, November 24, 1922.” Eugen and Emma Klee Papers, Horner Library, accessed from German Heritage in Letters, March 12, 2026, https://germanletters.org/items/show/1713

Original text

[page 1:]

Otterberg den 24.ten November 1922
Lieber Kusine Emma & Eugen!
Eure liebe Gratulation zu meinen Ge-
burtstage kam gerade am Morgen das
vierzehnten November in meinen Besitz,
und danke ich Euch herzlich für die guten
Wünsche und das schöne Geschenk.
Ebenso soll ich in Mathildchens Namen
bestens danken, da es ihr bei den vielen
Arbeit und großen Sorgen am Zeit gebricht.
Zu gleicher Zeit wollen wir Dir lieber
Eugen zu deinem bevorstehenden Geburts-
Tage die besten Wünsche entbieten,
und die Gesundheit als hochstes Gut schätzen.
Wir haben ein schicksalsschweres Jahr durch-

[page 2 (sheet 2, left-hand side):]

lebt & durch den Tod meines lieben
Enkelkindes, sind wir alle aus dem
seelischen Gleichgewicht gekommen.
Noch weitere Schrecken blieben uns
nicht erspart, denn Heinrich fiel vor
einiger Zeit, Stockwerkhoch von einer
Dreschmachine und hat sich schwer ver
letzt.. Hat eine Rippe gebrochen, ein
Zahn eingefallen, beide Kniee schwer
verletzt, überhaupt den ganzen Körper
so erschüttert, daß er nach Aussage
des Arztes, lange damit zu tun haben
wird, denn er leidet große Schmerzen.
Wir kommen aus den Sorgen nicht
mehr heraus, zumal diese Theuerung
und sonstigen fürchterlichen Verhältnisse
unseres Wirthschaftslebens schwer und

[page 3 (sheet 2, right-hand side):]

lähmend auf uns lasten.
Nur die Menschen welche in Saargebiete
arbeiten und in der Mache ihre 50,000
Mark verdienen, können mit den jetzt
herrschenden Verhältnissen, Schritthalten.
An allerheiligen war ich auf den Fried
hof um die Gräber unserer Lieben zu
besuchen. Die Gräber deiner lieben Mutter
und Schwester waren schön in Ordnung,
auch die ihnen, von Euch gewidmeten
Kränze haben sich gut gehalten.
Morgen wird unsere nächste Nachbarin
Frl Luise [?] Keuel[/?] beerdigt, ein ganzes
Jahr mußte die Ärmste leiden. Auch
sie hat ein Leben mit viel Sorgen und
Enttäuschungen gehabt, was wohl
den wenigsten Menschen erspart ist.

[page 4:]

Eben schlägt es zehn Uhr, und mein Zimmerchen ist kalt, wir haben schon Schnee und heute sogar gefährliches Glatteis, was mancherlei Unglück für Menschen und Thiere brachte. Wir hatten Überhaupt einen solch naßkalten Herbst, daß man nun mit der größten Aufopferung und Mühe die Kartoffel ernten konnten, de auch muß man die härteste Arbeit selbst verrichten, denn die Industrie bezahlt so reichlich, daß man niemand mehr für Landwirthschaftlichte Arbeiter bekommt. Die Verhältnisse haben sich ganz verschoben. Die Familien, welche früher in geordneten Verhältnissen lebten müssen jetzt förmlich darben. Die früher untersten Klassen führen jetzt eine Wohlleben und Luxus der nicht zu beschreiben ist. Alles ist durch den langen fürchterlichen Krieg ganz aus dem Geleise gebracht. O bis wann wird es wieder normale Zustände geben?

[left margin] Und nun meine Lieben lebt recht Wohl und seid herzlichst gegrüßt von eurer treuen Kusine Lenchen Cherdron

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