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Hermann Raster to Sophie Raster, August 1, 1872

Hermann Raster to Sophie Raster, August 1, 1872, p. 1
Hermann Raster to Sophie Raster, August 1, 1872, p. 2
Hermann Raster to Sophie Raster, August 1, 1872, p. 3
Hermann Raster to Sophie Raster, August 1, 1872, p. 4

Author

Hermann Raster

Recipient

Sophie Raster

Date

August 1, 1872

Origin

Chicago, Illinois

Destination

Zerbst, Anhalt

Description

Letter from Hermann Raster to his sister, Sophie Raster, August 1, 1872.

Type

letter

Language

German

Tags

1870-1879, transcription under review

Source

Hermann Raster Papers

Collection

Raster Family Letters

Repository

Newberry Library

Citation

“Hermann Raster to Sophie Raster, August 1, 1872.” Hermann Raster Papers, Newberry Library, accessed from German Heritage in Letters, March 12, 2026, https://germanletters.org/items/show/1615

Original text


[roman:] Chicago [/roman], 1. August 1872

Liebe Schwester

Inliegend der Vierteljahreszins für den Schwager. Leider ist der Gold - Cours ziemlich hoch (115 3/8), so daß die 50 Dollars nur 58 1/2 Thaler ergeben, doch das ist dann nicht zu ändern. Immerhin ist es nach der Rate von 234 Thaler im Jahr, oder 9 1/2 Prozent Zinsen. Sollte


Greeley statt Grant erwählt werden, so fürchte ich, wird das Gold noch etwas höher steigen. In= dessen wollen wir uns darüber jetzt noch nicht den Kopf zerbrechen.

In unserm Hause geht Alles ganz gut; der Kleine ist wieder gesund, etwas mager, aber niedlich; nur brüllt er Nachts wie alle Flaschenkinder, greulich. [roman:] Gretchen [/roman] u. ich haben seit acht Tagen etwas Kolik, doch nichts Schlimmes


Bei Wetzlers, ist die 1 1/2 Blocks von uns wohnen, ist am 25. Juli ein zweiter kleiner Junge angekommen.

Die politische [?]campagne bringt für mich die üblichen pöbelhaften Anfeindungen und Ärgernisse mit sich, die oft auf meine Stimmung einen sehr bösen Einfluß üben und meinen alten Trübsinn wieder erwecken.

[roman:] Brentano [/roman] ist am 26. Juli


hier angekommen, um nach seinen Vermögensverhältnissen zu sehen. Was meinst Du dazu, daß (durch Vermittlung [roman:] Vockes [/roman]) Brentano zu uns auf die Office gekommen ist, die Hand zur Versöhnung geboten u. einen Nachmittag mit uns ver= bracht hat, worauf wir alle vier ([roman:] Hesing, Brentano, Vocke [/roman] und ich) da ich etwas ang[?]en war, in einer Droschke nach meinem Hause fuhren.

Nun ist damit freilich nicht ge= sagt, daß in der Politik Brentano doch noch gegen uns auftreten könnte, aber die Saugemeinheiten von 1868 werden dazu doch wohl ausgeschlossen bleiben.

In großer Eile mit herzlichen Grüßen an Schwager u. Marie. Dein treuer Bruder [roman:] Hermann [/roman]


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