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Lina Hansen to Marie Hansen Taylor, November 27, 1862

http://germanletters.org/plugins/Dropbox/files/Taylor_0231_0001.jpg
http://germanletters.org/plugins/Dropbox/files/Taylor_0231_0002.jpg

Author

Lina Braun (Hansen)

Recipient

Marie Hansen (Taylor)

Date

November 27, 1862

Origin

Gotha, Thüringen

Description

Letter from Lina Hansen to her daughter, Marie Hansen Taylor, November 27, 1862.

Type

letter

Language

German

Tags

1860-1869, transcription under review

Source

Bayard Taylor Papers

Collection

Marie Hansen Taylor Correspondence

Repository

Houghton Library, Harvard University

Citation

“Lina Hansen to Marie Hansen Taylor, November 27, 1862.” Bayard Taylor Papers, Houghton Library, Harvard University, accessed from German Heritage in Letters, March 12, 2026, https://germanletters.org/items/show/1502

Original text

[page 1 (sheet 1, right-hand side):]

Gotha, den 27ten Novemb. 1862.

Meine liebe Maria!

Es thut mir leid, daß Du dießmal länger wie gewöhnlich auf meinen Brief warten musst, aber erst heute traue ich mir wie=der zu schreiben zu können. Vor 8 Tagen wurde ich so krank, daß ich mich zu Bette legen musste u. erst diese Woche, Mon=tag, wieder aufstehen konnte u. nach den heftigen Fieber, daß ich gehabt, immer noch recht angegriffen bin. Ich hatte schon mehrere Wochen vorher täglich sehr an Kopfweh zu leiden, dabei war auch Ida einige Wochen unwohl u. bekam zuletzt die Windblattern, wie sie das Bett wie=der verlassen konnte, musste ich mich wieder legen. Ida geht es Gott sei Dank wieder ganz gut, die Krankheit hatte ihr wahrschein=lich schon längere Zeit im Körper gelegen u. ich bin recht froh, daß sie zum Ausbruch gekommen u. sie sie glücklich überstanden hat. Mit mir hält es viel schwerer, ehe ich mich wieder erhole u. ich gehe eigentlich recht muth=

[page 2 (sheet 2, left-hand side):]

los den Winter, der ja eben erst anfängt, entgegen. Seit voriger Woche haben wir Frost, heute aber ist der erste Schnee gefallen, da=bei ist es aber sehr gelinde u. hat den Anschein, als wenn er wieder schmelzen würde. Ueber Deinen lieben Brief habe ich mich sehr gefreut, die Nachricht, welche er über die Ankunft der Kiste enthielt, hat mir eine rechte Sorge vom Herzen genommen. Das Porto dafür finde ich aber unmäßig hoch, der Unterschied zwischen Eil u. Frachtgut scheint ja demnach ganz unbe=deutend zu sein, Du wirst auf diese Weise nur einen sehr kleinen Vortheil davon haben, daß ich es hier besorgt habe u. hast es dabei so lange entbeh=ren müssen. War denn das Kleid nach Deinen Ge=schmack? u. wird Wagner das andere zum Weih=nachtsgeschenk für Emma nehmen? Daß Lilian sich über die Puppen freuen würde, habe ich mir wohl gedacht u. sie mit viel Vergnügen für sie angeputzt. Ueber die Weihnachtssendung für die Kinder bin ich noch ganz rathlos, ich habe mich heu=te bei Bonda erkundigen lassen, wie schwer Deine beiden Koffer waren, die als Eilgut gingen, um danach berechnen zu können, wie viel eine kleine Kiste von 20 - 30 lb kommen wird, ich wer=de aber erst Antwort darüber erhalten, er selbst war nicht zu Hause. Mit der Post wird es jeden=falls noch theuerer sein. Arbeiten werde ich nichts für die Kinder können, Weihnachten ist nun schon zu nahe, nur die zwei Puppen hoffe ich noch anputzen zu können, da sie an Kleidungsstücken nichts brau= chen, so bitte ich Dich mir das Maß von ihren Schuhen,

[page 3 (sheet 2, right-hand side):]

die Länge u. Breite der Sohle zu schicken, so will ich jedem ein paar hübsche Stiefelchen mit=schicken, Du kannst Dir ja wohl das Maß von Emma's Kindern verschaffen. Lange darf ich mit der Ab=sendung nicht mehr warten, sonst erhaltet ihr es nicht zur rechten Zeit. Werdet Ihr denn auch Weih=nachten nach russischem Kalender feiern? Ich habe noch für Niemand etwas zu Weihnachten u. weiß auch noch gar nicht, was ich wähle. Ida ist sehr beschäftigt mit dem Rückenkissen für Tante Augustas Hochzeit, durch ihre Krankheit ist sie sehr versäumt worden. Sie näht das Muster von meinen Kissen, welches ich von Frl. Alix u. Betty erhalten habe, es ist sehr mühsam. Ich weiß noch nicht wo Buflebs hinreisen, die Tante hat noch gar nichts davon erwähnt u. so habe ich auch nicht fra=gen mögen. Sie hätte gewiß die Hochzeit lieber hier gefeiert u. es thut mir für sie sehr leid, daß das nicht sein kann. Du schreibst mir gar nichts über Amerika, habt Ihr keine Briefe erhalten? Aus den Zeitungsnachrichten kann man nicht klug werden, so viel scheint aber doch aus den=selben hervor zu gehen daß die Wahlen für die Regierung ungünstig ausgefallen sind. Ich wünsche sehr, daß Ihr Sicherheit darüber hät=tet, ob Ihr in Petersburg bleiben werdet. Der Gedanke, daß Ihr möglicherweise nach Amerika zurückgehen könntet, ist mir ein sehr drücken=der. Von der Tante Anna bin ich ohne alle Nach=richt, die Photographie Eueres Hauses habe ich ihr noch nicht geschickt, weil ich keine Adresse an sie habe. Nachdem Du abgereist, fehlten mir die Puppen

[page 4 (sheet 1, left-hand side):]

zwischen denen ich sie verschicken muß u. nach=dem ich mir diese endlich verschafft, u. im Be=griff war abzuschicken, fiel mir ein, daß sie möglicherweise schon von den Bergen herunter sein könne, da Frl. v. Müller geschrieben, daß sie nur bis zum September dort bleiben würden. Da ich ohnehin einen Brief erwartete, hielt ich es für sicherer noch bis dahin mit der Absendung zu warten, aber bis jetzt habe ich vergeblich auf denselben gehofft. Ich finde es sehr unrecht von Frl. v. Müller, daß sie mir nicht wieder geschrie=ben, ich hatte mir so viel Mühe, in der Angele=genheit über die Annahme der Kunstsachen in Berlin, gegeben u. so viel u. weitläufig darüber geschrieben, daß sie wohl denken konnte, daß es mich interessiren würde, welchen Erfolg unsere Rathschläge bei Fumaroli gehabt. Stattdessen lässt sie mich gänzlich ohne Nachricht u. macht es mir ganz unmöglich an die Tante zu schreiben. Ich denke so oft an sie u. möchte so gern wissen, wie es ihr geht. Wenn Du die alten Struwe's siehst, so grüße sie herzlich von uns, ich habe mich gefreut, daß sie Euch besucht haben. Freut sich denn Lilian schon auf Weihnachten?

Nun aber, liebe Maria, muß ich wohl schließen, es ist mir heute das Schreiben noch ziemlich schwer geworden, Ida hätte Dir gerne geschrieben, da ihr aber die Zeit fehlt, sendet sie nur die herzlichsten Grüße für Euch alle. Deinen lieben Mann grüße ich herzlich u. auch der gute Vater u. die Brüder senden die besten Grüße. Lilian gieb einen innigen Kuß von mir. Möge Euch Gott behüten!

Mit der herzlichsten Liebe

Deine Mutter.


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