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Lina Hansen to Marie Taylor, September 14, 1872

http://germanletters.org/plugins/Dropbox/files/Taylor_0312_0001.jpg
http://germanletters.org/plugins/Dropbox/files/Taylor_0312_0002.jpg

Author

Lina Braun (Hansen)

Recipient

Marie Hansen (Taylor)

Date

September 14, 1872

Origin

Gotha, Thüringen

Description

Letter from Lina Hansen to her daughter, Marie Hansen Taylor, September 14, 1872.

Type

letter

Language

German

Tags

1870-1879, transcription under review

Source

Bayard Taylor Papers

Collection

Marie Hansen Taylor Correspondence

Repository

Houghton Library, Harvard University

Citation

“Lina Hansen to Marie Taylor, September 14, 1872.” Bayard Taylor Papers, Houghton Library, Harvard University, accessed from German Heritage in Letters, March 12, 2026, https://germanletters.org/items/show/1457

Original text

[page 1 (sheet 1, right-hand side):]

Gotha, den 14ten Sep. 1872

Meine liebste Maria!

Mit vieler Freude habe ich Deinen lie=ben Brief erhalten, ich danke Dir herzlich daß Du mir so viel geschrieben u. von Eurer Reise, die sehr schön gewesen sein muß, berich=tet hast. Daß sie Dich angegriffen hat wun=dert mich nicht, eine Woche hindurch zu reisen, u. größtentheils im Wagen, ist recht anstren=gend, für Dich gewiß um so mehr da Du kurz vorher noch unwohl gewesen warst. Es ist mir ein wohlthätiges Gefühl Dich jetzt in Ruhe bei lieben Verwandten zu wissen. Ueber die Nachrichten von Cederkraft küm=mere ich mich sehr, wie kann man nur gleich wegen Mangel an Wasser, der doch wohl nur in der heißen Jahreszeit sich zeigt, den Mieth=contrackt auflösen oder 1000 Dl. weniger zahlen wollen? Ich fürchte daß es den Leuten über=haupt nicht dort gefällt u. sie alles aufbieten werden um sich los zu machen. Wenn es im

[page 2 (sheet 2, left-hand side):]

Contrackt nicht besonders bestimmt worden ist daß genügendes Wasser da sein muß, so kann doch ganz entschieden kein Anspruch auf Lösung des Contrackts oder Minderzahlung von ihrer Seite gemacht werden. Ich bin sehr besorgt daß Ihr, wenn es einem Advokaten übergeben wird, noch viel Kosten davon haben werdet u. mög=licherweise dabei doch der verlierende Theil sein könnt. Jedenfalls geht aus dieser Zumuthung hervor daß das Haus in keinen guten Hän=den ist, was mich auch recht kümmert. Sehr freue ich mich also daß Ihr gute Nachrichten von Deinen Schwiegereltern u. Lamborn's habt u. auch Annie u. ihre Familie so wohl angetroffen habt. Bei uns ging es eigent=lich gut, wenn mir des lieben Vaters Augen nicht so viel Sorge machten. [underline:] Es scheint mir wirklich jetzt daß das Uebel sich verschlimmert hat u. ich fürchte immer mehr daß es nicht mehr geheilt werden kann. [/underline] Den Brunnen verträgt er dießmal gut, angegriffen ist er freilich oft sehr, aber sonst ist sein Befinden ziemlich gut. [underline:] Das Gehen wird ihm sehr schwer, vor=gestern ging ich mit ihm in die Stadt weil er sich bei Thomas-Schmitt etwas selbst be= [/underline]

[page 3 (sheet 2, right-hand side):]

14. Sept. '72

[underline:] stellen wollte, dieser Weg griff ihn so an daß ich in den Anlagen fürchtete wir würden das Haus nicht erreichen, so angegriffen sah er aus. [/underline] Auch in Reinhardtsbrunn war er so angegriffen vom Fahren, ich habe aus Sor=ge um ihn wenig von der Tur genossen. Für den Bescheid den Du uns über die Diät schicktest, danken wir Dir, liebe Maria, da er diese Zeit schon ohne Schwarzbrod u. Butter gelebt hat wollen wir beides doch lieber weg lassen, er ist selbst jetzt ängstlich damit. In einem Büchelchen welches von einem Ba=dearzt in Marienbrunnen geschrieben u. uns von Wagners geschickt worden ist, steht auch daß man Butter u. Schwarzbrod meiden soll. In diesen  Büchelchen wird des Vaters Au=genleiden ein gefährliches genannt, ich bin deßhalb doppelt unglücklich darüber daß Mad=lung ihm im Frühjahr von den [sic] Brunnentrin=ken abrieth u. die Kur im Sommer wieder durch Diätfehler unterbrochen wurde. Noch haben wir ja immer warmes schönes Wetter, aber wenn die Herbstwitterung eintritt, so fürchte ich wird der Vater doch des Morgens das Gehen im Garten nicht vertragen kön=

[page 4 (sheet 1, left-hand side):]

nen. Bufleb ist recht schwach, er hat sich nicht wieder so weit erholen können wie er im Som= mer war. Ueber Lilian's Brief habe ich mich sehr gefreut u. schicke ich den besten Dank dafür. Lina wird wahrscheinlich wenn sie aus der Schule kommt noch an sie schreiben, sie freut sich sehr auf Lilian's Rückkehr. Ich werde nun die beiden in das Zimmer der Küche gegenüber logiren u. für Euch habe ich unten dem Gartenzimmer gegenüber zurechte machen lassen. Ich habe jetzt ein anderes Nähmädchen mit dem ich ganz zufrie= den bin, sie kommt jeden Donnerstag in der Woche, den 26. u. 27. Sept. habe ich sie für Dich bestellt. Meine Zeit ist nun zu Ende, liebste Maria, ich kann nur noch die herzlichsten Grüße für Euch alle, auch an Carey's, hinzufügen, sage Annie daß ich mich sehr über das Besserbefinden ihres Mannes gefreut hätte. In der Hoffnung Euch bald bei uns zu sehen schließe ich, möge Gott Euch behüten! Mit herzlicher Liebe Deine Mutter.


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